interaktiv

100 erste Tage an der Uni

Das universitäre Public Viewing

Autor:
Inga

Rubrik:
studium

03.07.2012

Versuch Nummer 1: Es war das erste Deutschlandspiel der EM, ich radelte quer durch die Stadt zur Halle am Bahnhof, dort sollte das große Rudelgucken steigen. Eine gute Stunde vor dem Spiel versperrten völlig überforderte Sicherheitsleute den Eingang: Halle überfüllt, niemand wird mehr hineingelassen. Ziemlich entnervt entschloss ich mich, einen Fahrradsprint, erneut quer durch die Stadt, zu starten, um in der Mensa mein Glück zu versuchen. Pustekuchen: Mehrere Dutzend Menschen standen merklich genervt vor wegen Überfüllung versperrter Tür und mussten wenige Minuten nach Anpfiff enttäuscht von dannen ziehen. Das Spiel habe ich dann in einer verrauchten Kneipe in der Altstadt verfolgt.

Versuch Nummer 2: Das Viertelfinale überschnitt sich mit meinem Seminar, ich musste zwanzig Minuten früher gehen, um wenigstens die zweite Hälfte sehen zu können und war auf eine Fernsehmöglichkeit in der Innenstadt angewiesen. Das Mensagelände war verhältnismäßig leer, doch der Security wollte mich partout nicht hineinlassen, warum auch immer. Höchst entnervt wanderte ich zum zweiten Mal in eine Kneipe und saß so weit vom Fernseher entfernt, dass ich den Ball nicht sehen konnte. Kein Problem für den Kenner.

Versuch Nummer 3: Halbfinale. Nun sollte wirklich nichts mehr schief gehen. Um beste Sicht auf die Dinge zu haben, schleuste ich mich als Sprachwissenschaftlerin bei den „Kemikern“ [sig!] im Hörsaal mit ein. Die Pfiffe bei der italienischen Hymne störten mich enorm, das Aufstehen bei der deutschen Hymne war angesichts der zuvor erfolgten Pfiffe nur noch peinlich. Die Italiener gingen in Führung. Der Schiedsrichter pfiff wie ein Blinder mit Krückstock. Deutschland verlor.

Vielleicht habe ich in zwei Jahren mehr Glück.

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