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100 erste Tage an der Uni

Das universitäre Public Viewing

Versuch Nummer 1: Es war das erste Deutschlandspiel der EM, ich radelte quer durch die Stadt zur Halle am Bahnhof, dort sollte das große Rudelgucken steigen. Eine gute Stunde vor dem Spiel versperrten völlig überforderte Sicherheitsleute den Eingang: Halle überfüllt, niemand wird mehr hineingelassen. Ziemlich entnervt entschloss ich mich, einen Fahrradsprint, erneut quer durch die Stadt, zu starten, um in der Mensa mein Glück zu versuchen. Pustekuchen: Mehrere Dutzend Menschen standen merklich genervt vor wegen Überfüllung versperrter Tür und mussten wenige Minuten nach Anpfiff enttäuscht von dannen ziehen. Das Spiel habe ich dann in einer verrauchten Kneipe in der Altstadt verfolgt.

Versuch Nummer 2: Das Viertelfinale überschnitt sich mit meinem Seminar, ich musste zwanzig Minuten früher gehen, um wenigstens die zweite Hälfte sehen zu können und war auf eine Fernsehmöglichkeit in der Innenstadt angewiesen. Das Mensagelände war verhältnismäßig leer, doch der Security wollte mich partout nicht hineinlassen, warum auch immer. Höchst entnervt wanderte ich zum zweiten Mal in eine Kneipe und saß so weit vom Fernseher entfernt, dass ich den Ball nicht sehen konnte. Kein Problem für den Kenner.

Versuch Nummer 3: Halbfinale. Nun sollte wirklich nichts mehr schief gehen. Um beste Sicht auf die Dinge zu haben, schleuste ich mich als Sprachwissenschaftlerin bei den „Kemikern“ [sig!] im Hörsaal mit ein. Die Pfiffe bei der italienischen Hymne störten mich enorm, das Aufstehen bei der deutschen Hymne war angesichts der zuvor erfolgten Pfiffe nur noch peinlich. Die Italiener gingen in Führung. Der Schiedsrichter pfiff wie ein Blinder mit Krückstock. Deutschland verlor.

Vielleicht habe ich in zwei Jahren mehr Glück.

Autor: Inga  |  Rubrik: studium  |  Jul 3, 2012
Autor: Inga
Rubrik: studium
Jul 3, 2012

100 erste Tage an der Uni

Keine Zeit für keine Lust!

Ich stehe mit beiden Beinen in einem RIESENBERG Arbeit und kann den Horizont nicht mehr sehen. Paragraphen, Vokabeln, Wörterbücher, Grammatiken, BGB, Grundgesetz, Französisch, Italienisch, alles turnt in meinem Kopf herum und legt sich erst zu Ruhe, wenn ich tief und fest eigeschlafen bin. Wenigstens das fällt mir trotz zahlreicher Grillpartys im Innenhof des Wohnheims leicht, denn nach zwölf Stunden Uni bin ich tot. Fertig. Müde. Hungrig. Kann nicht mehr denken. Und doch muss ich mich aufraffen, schließlich will die Übersetzung für den nächsten Tag noch erledigt werden und die juristische Fallbearbeitung für den Tag danach auch. Noch am Abendessen kauend, wird der PC wieder hochgefahren und ich arbeite weiter. Die Referate für übernächste Woche müssen verdrängt werden, dafür ist jetzt keine Zeit. Auch nicht für den Stapel wirklich guter Bücher neben meinem Bett und erst Recht nicht zum Durchatmen, Eis essen, auf der Neckarwiese liegen, nicht mal zum Wäsche waschen, denn das kostet im Studentenwohnheim RICHTIG Zeit. Während ich im letzten Semester noch mit „Ich bin heute so unmotiviert“ argumentieren konnte, fehlt dieser Luxus gerade völlig. Bevor der Gedanke auch nur in mein Vorderstübchen gelangen kann, muss ich angefangen haben, sonst reicht die Zeit nicht. Ob das allen so geht? Andere müssen vielleicht nicht so viel schlafen wie ich, ich bin chronisch müde, unter neun Stunden Schlaf brauche ich den Tag gar nicht erst anzutreten. Aber unter Zeitdruck leiden sie alle- und sortieren aus: Das Unwichtige wird später oder gar nicht erledigt. So muss man es machen. Aus reinem Selbstschutz.

Autor: Inga  |  Rubrik: studium  |  Jun 20, 2012
Autor: Inga
Rubrik: studium
Jun 20, 2012

100 erste Tage an der Uni

Viel zu schnell

Oh, Mann, wie schnell die Zeit verfliegt … Es kommt mir vor, als wär es erst gestern gewesen, als wir alle aufgeatmet haben, dass wir die ersten Prüfungen rumhaben und jetzt erstmal langsam machen können. Und jetzt?

Eine Freundin hat sich nun doch entschlossen, Wirtschaftswissenschaften abzubrechen und im Herbstsemester Jura zu beginnen. Sie ist deshalb im Moment gar nicht in Würzburg und ich vermisse sie schon sehr!

Außerdem wird der Stoff gerade echt anspruchsvoll und die nächsten Prüfungen sind bereits in einem Monat! Wir fangen jetzt alle langsam an, wieder echt viel zu lernen und manche meiner Freunde bekommen sogar richtig Panik, wie sie diesen schweren Stoff für sechs Fächer lernen sollen. Die Stimmung wird, wie in der letzten Lernphase auch, immer angespannter und ungemütlicher. Auch die Sehnsucht nach den Semesterferien wird immer stärker.

Manchmal gibt es kurze Momente, in denen ich mir wünsche, diese Freundin zu sein die gerade ein halbes Jahr frei hat und stelle mir vor, einfach in ein Flugzeug zu steigen und wegzufliegen. Aber das mache ich natürlich nicht. Denn mit meinem Karriereziel vor Augen werde ich die Prüfungen hoffentlich meistern und meinem Traumberuf, Managerin, wieder einen Schritt näher kommen

Autor: Fanny  |  Rubrik: studium  |  Jun 18, 2012
Autor: Fanny
Rubrik: studium
Jun 18, 2012