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100 erste Tage an der Uni

Einmal S-Bahn-Fahrer sein

„Zug wird zwangsgebremst. Zug wird zwangsgebremst.“ Aus dem Lautsprecher tönte eine unheilvolle Stimme. Doch statt der erwarteten Panik ertönte schallendes Gelächter. Man befand sich (Gott sei Dank!) nicht in einer echten S-Bahn, sondern lediglich in einer Simulationskabine. Der Fahrer, ein vorlauter Teenager, hatte seinen Zug nicht wirklich unter Kontrolle. Es piepte schrill und durchgehend und der Zug bewegte sich nicht mehr von der Stelle. Es ging nichts mehr, weder vorwärts noch rückwärts. Weiß der Himmel, wie er das bewerkstelligt hatte.

Das Programm war aber auch zu lustig. Der Funker, der die Betriebsleitzentrale simulierte, hatte sichtlichen Spaß daran, plötzlich Hunde, Autos oder Kinderwagen auf die Schiene zu setzen, um zu schauen, wie die Fahranfänger reagierten. Mal kam ein brennender Zug entgegen, mal wurde es schlagartig so neblig, dass man kaum einen Meter weit schauen konnte. Was normalerweise zu Panikattacken oder besorgtem Stirnrunzeln geführt hätte, belustigte die Umstehenden, die gebannt auf den Bildschirm starrten. In der Kabine hingegen war es wohl weniger spaßig. Passgenau im Zielbahnhof zu halten war wohl doch kein Kinderspiel, rote Signale rechtzeitig zu erkennen und zu bremsen ebenso schwierig wie regelmäßig die Taste zur Sicherheitsfahrschaltung zu betätigen. Sichtlich gerädert kamen die Mutigen, die sich beim Tag der offenen Tür der S-Bahn mal als Fahrer ausprobiert hatten, aus der Kabine gestolpert. Next year, next chance!

Autor: Inga  |  Rubrik: studium  |  Aug 31, 2012
Autor: Inga
Rubrik: studium
Aug 31, 2012

100 erste Tage in der Ausbildung

Die Gefahr Deutsch zu sprechen

Schließlich wandte ich mich an ein Mädchen aus Fortaleza, die gerade ihr Auslandssemester in Köln verbrachte. Sie war begeistert von meiner Idee, bei einer Gastfamilie zu wohnen und versprach mir, bereits am nächsten Tag ihre Freunde und Bekannten aus Fortaleza zu kontaktieren, um zu hören, ob jemand von ihnen Interesse hatte, eine Austauschstudentin bei sich aufzunehmen. Nach zwei Wochen meinte Joelma jedoch, dass sie niemanden gefunden hätte. Viele Familien besäßen kein freies Zimmer, da die Kinder normalerweise bis zur Hochzeit zu Hause wohnen bleiben. Außerdem sei es eher ungewöhnlich, erwachsene Austauschstudenten in Gastfamilien zu beherbergen. Das sei eher etwas für Jugendliche, die zum Schüleraustausch nach Brasilien gingen, erklärte sie mir.

Was sollte ich also machen? Irgendwie wollte ich nicht mit Clara und Alejandro zusammenwohnen. Die zwei waren zwar wirklich sehr nett, doch war die „Gefahr“ zu groß, dass wir die ganze Zeit nur Deutsch oder Spanisch miteinander sprächen. Und ich wollte ja schließlich nach Brasilien, um mein Portugiesisch zu verbessern und um die brasilianische Kultur kennenzulernen.

Autor: Esther  |  Rubrik: studium  |  Aug 23, 2012
Autor: Esther
Rubrik: studium
Aug 23, 2012

100 erste Tage an der Uni

Guantanamo — ein Häftling berichtet

Mitten in der Klausurphase spät abends war der Vortrag denkbar ungünstig gelegen und doch war der Hörsaal gerammelt voll. Die Gelegenheit, einen ehemaligen Guantanamo-Häftling sowie dessen Rechtsanwalt hören zu können, ließ sich kaum jemand entgehen. Noch spannender als die Augenzeugenberichte des für vier Jahre Inhaftierten war die Rechtslage, die es den Amerikanern ermöglicht, Menschen quasi rechtelos wegzusperren.

Punkt eins: Nach dem 11. September 2001 wurde eine neue „Gattung“ Gefangener definiert, ungesetzliche Kombattanten, die aus dem Raster der klassischen Kriegsgefangenen herausfallen sollten, damit die Rechte der Genfer Konvention nicht auf sie anwendbar seien. Gesagt, getan.

Punkt zwei: Guantanamo liegt auf Kuba. Warum? Schlicht und einfach deshalb, weil der Supreme Court nach dem Zweiten Weltkrieg entschieden hat, dass sich aus dem Ausland nicht auf die amerikanische Verfassung berufen werden kann. Man hat also keinen Anspruch auf in der Verfassung verankerte Grundrechte – und voilà hat Amerika das Prinzip der Rechtsstaatlichkeit juristisch mehr oder weniger einwandfrei umgangen.

Natürlich ist das grob zusammengefasst und vereinfacht dargestellt, damit es auch für den Laien verständlich bleibt. Überhaupt war mir der Vortrag des Rechtsanwalts nur deshalb annähernd verständlich, da ich die Vorzüge eines Semesters Öffentlichen Rechts genießen durfte.

Die Situation in Guantanamo soll sich gebessert haben. Keine legale Folter mehr, keine (wesentlichen) Neuinhaftierungen. Nur will die alten Häftlinge, die (teilweise unschuldig) nimmer noch dort sitzen, eben auch keiner mehr haben.

Autor: Inga  |  Rubrik: studium  |  Aug 16, 2012
Autor: Inga
Rubrik: studium
Aug 16, 2012