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100 erste Tage an der Uni

Die erste Uniluft schnuppern

Autor:
Janna

Rubrik:
studium

12.10.2012

Die ersten Tage als Studentin liegen mittlerweile hinter mir, Mensakarte und Bibliotheksausweis sind organisiert und ich konnte schon zweimal beim Bahnfahren dem Kontrolleur stolz meinen Studentenausweis vorzeigen. Und ich war schon bei zwei allgemeinen Einführungsveranstaltungen für alle Erstis.

Die Erfahrungen, die ich an der Uni Düsseldorf bisher gemacht habe, sind folgende:

1. Technik ist niemals dein Freund! Egal, ob man bei der Einführungsveranstaltung fünf Hörsäle mit einem Livestream der eigentlichen Einführungsveranstaltung im sechsten Hörsaal versorgen oder die angehenden Studenten mit einer fehlerfreien PowerPoint-Präsentation bespaßen möchte – man kann sich quasi darauf verlassen, das irgendetwas schief geht und man mit Sicherheit ein paar Verspätungen vorweisen kann.

2. Im Hörsaal 5E habe ich keinen Handyempfang.

3. Man sollte vor der Veranstaltung aufs Klo gehen oder sich wenigstens nicht in die Mitte einer Reihe setzen.

4. Die Vertreter der Fachschaften scheinen nichts als Party im Kopf zu haben. Bei fast jedem kurzen Vortrag über die Termine der jeweiligen Fachschaft kam direkt im Anschluss eine Einladung zu DER „besten Party“ in den nächsten Monaten, zu der sich natürlich alle Studenten eingeladen fühlen sollten.

5. Man ist nicht mehr auf der Schule. Das Alkoholverbot, wie man es von der Oberstufenfahrt her kannte, wird mit Freibier zur Begrüßung weggeschwemmt. Verantwortungsbewusst ist in der Tüte, die alle Erstis zum Studienbeginn bekommen, zwischen den ganzen Broschüren zur Zurechtfindung allerdings auch ein Heft von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, das vor den Folgen von regelmäßigem Trinken warnt.

6. Das leckerste Essen in der Mensa ist am schnellsten weg.

7. Neben vielen anderen größtenteils kostenlosen Sportangeboten, von denen ich Turnen vielleicht ausprobieren möchte, wird historischer Schwertkampf angeboten. Eine Kostprobe dessen, was man dort lernt, bekamen wir Erstis schon bei der Einführungsveranstaltung, bei der sich mehrere Redner (vermutlich zur Auflockerung) vorne duellierten und unblutig erschlugen.

8. Wo Soziologie draufsteht, ist nicht unbedingt Soziologie drin. Auch wenn im Internet zu lesen war, dass Dienstag von 10.30 bis 12.00 Uhr eine Fachschaftseinführungsveranstaltung für Soziologie als Ergänzungsfach und Sozialwissenschaften stattfinde, war der Vortrag, der zu dieser Zeit gehalten wurde, einzig und allein an die Sozialwissenschaftler gerichtet. Die Fachschaftsvertreter kamen dabei übrigens nur sehr kurz zu Wort, um sich vorzustellen und mitzuteilen, dass sie nach der Veranstaltung für Fragen und weitere Erklärungen zur Verfügung stehen würden.

9. Im Hörsaal 3E habe ich Handyempfang. Das spricht klar dafür, dass die geisteswissenschaftliche Fakultät, zu der 3E gehört, der naturwissenschaftlichen Fakultät, wo sich der Hörsaal 5E befindet, haushoch überlegen ist.

10. Auch wenn man eine Veranstaltung besucht, die sich gar nicht an einen richtet, heißt das nicht, dass man dort nicht Kontakte zu Kommilitonen aus dem eigenen Fachbereich knüpfen kann. Direkt am Anfang habe ich mich mit ein paar Mädchen, die in der Nähe saßen, unterhalten. Zwei davon studieren auch Soziologie als Ergänzungsfach und eine davon sogar auch Germanistik als Kernfach.

Die Uni hat also begonnen und bisher bin ich trotz des Erlebten noch nicht abgeschreckt. Mal sehen, was die restliche Woche so bringt.

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