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100 erste Tage an der Uni

Das Wunder vom BAföG-Amt

Es wäre für manch einen Studenten und, um politisch korrekt zu bleiben, auch für manch eine Studentin - und das schließt meine Wenigkeit mit ein - doch ein komfortabler Vorteil, zu wissen wie viel Geld einem im Monat zu Verfügung steht. Gar kein Problem, sollte man meinen, dafür gibt’s feste Absprachen mit Eltern, Minijobs, da weiß man ja in der Regel wie viel man bekommt, und das BAföG-Amt. Die verschicken Monate nach dem eingegangenen Antrag (sagen wir fairerweise Wochen) einen Bescheid, in dem der Betrag steht, den man dann auch hoffentlich ausgezahlt bekommt.

Problematisch wurde die Sache bei mir im vergangenen August. Ich bekam plötzlich jeden Monat einen neuen Bescheid (ziemlich ungewöhnlich, wenn man keine neuen Unterlagen einreicht), die kleine Zahl unten rechts wurde immer noch kleiner und ich bekam auch jeden Monat weniger Geld. Freundliches Lächeln, höfliches Entgegenkommen, fast täglich rannte ich dem Studentenwerk die Türen ein, ich wurde beschwichtigt, man hat tatsächlich versucht mir die hochkomplizierte Art der BAföG-Berechnung zu erklären. Das war natürlich zum Scheitern verurteilt, da kamen meine kleinen grauen Zellen einfach nicht mit. Dennoch, ich schöpfte Vertrauen in die nächsten Monate, die mir hoffentlich, wenn schon nicht viel, dann doch wenigstens immer den gleichen BAföG-Satz, ermöglichen sollten. Und ich wurde wieder enttäuscht. Am Ende des Monats bekam ich wieder weniger Geld und diesmal sogar ohne Bescheid. Vielleicht sollte ich einfach vor den Türen des BAföG-Amts campieren?

Autor: Inga  |  Rubrik: studium  |  Nov 15, 2012
Autor: Inga
Rubrik: studium
Nov 15, 2012

100 erste Tage an der Uni

Der kleine Unterschied und seine großen Folgen

Mittlerweile darf ich mich mit Fug und Recht seit drei Wochen „Studentin“ nennen. Nicht mehr Schülerin, nein, ich studiere jetzt. Aber inwiefern genau ist studieren eigentlich anders als zur Schule gehen? Meine ersten Eindrücke gingen in die Richtung „eigentlich ist beides dasselbe“. Okay, ich fahre morgens knapp eine Stunde lang Bahn, anstatt mal eben sieben Minuten zu Fuß zu gehen. Und das Essen in der Mensa ist billiger. Und okay, die Leute sind älter und es rennen einem dementsprechend keine Fünftklässlerzwerge mehr vor die Füße.

Aber sonst?

Genau wie in der Schule habe ich einen Stundenplan – allerdings mit weniger Stunden, mein Soziologie-Grundkurs und das Rhetorik-Seminar erinnern an die Schulstunden bei meinen Lieblingslehrern und die Mediävistikvorlesung ist dem Unterrichtsstil eines eher konservativen „Ich diktiere, ihr schreibt mit“-Lehrers zuzuordnen. Wie aus der Oberstufe bekannt habe ich Lehrveranstaltungen, die unterschiedlich zusammengewürfelt sind, etwas fachspezifischer – man hat nunmal nicht mehr Mathe, Sport und Pädagogik, sondern nur Themen, die Germanistik und Soziologie betreffen – aber die Ähnlichkeit ist deutlich zu erkennen.

In den Medien wird immer wieder angeprangert, wie sehr das Studium verschult wird und die eben genannten Erkenntnisse lassen auch leicht darauf schließen, aber einen wesentlichen Unterschied gibt es doch: Während einem in der Schule alles zukommt, was man braucht (Zeugnisausgabe, Nachfragen seitens der Stufenkoordinatoren bei Stundenplanproblemen, Erinnerungen an fällige Entschuldigungen, …), muss man sich an der Uni um alles selbst kümmern.

Natürlich hatten wir Einführungsveranstaltungen, in denen uns die Stundenplanerstellung, Seminarwahlen und die Universität an sich ein bisschen näher gebracht wurden. Aber für das meiste, was man wissen will, muss man selbst recherchieren oder sich überwinden und fragen. Es kommt niemand auf einen zu und hilft, die Hilfe muss man selbst suchen.

Eine Mail, einen Besuch bei der Fachschaft und ein paar Stunden des (Fast-)Verzweifelns vor dem Computer hat es gebraucht, um meinen Stundenplan fertig zu stellen. Nachfragen bei Professoren und das Risiko, es in einem schon vollbesetzten Seminar darauf ankommen zu lassen, ob der Dozent noch eine kleine Studentin, die das Seminar so gerne besuchen würde, zulässt, habe ich auf mich genommen, um sicherzugehen, dass alles zu meiner Zufriedenheit klappt.

Denn ich bin jetzt Studentin und an der Uni muss man mehr Verantwortung übernehmen als in der Schule!

Autor: Janna  |  Rubrik: studium  |  Nov 14, 2012
Autor: Janna
Rubrik: studium
Nov 14, 2012

100 erste Tage an der Hochschule

Freunde finden

Irgendwie kommt es mir so vor, als sei es früher leichter gewesen, schnell neue Freunde zu finden. Meine erste beste Freundin beispielsweise, mit der ich in der Spielgruppe und im Kindergarten befreundet war: Unsere beiden jüngeren Schwestern und unsere Mütter hatten sich angefreundet und wir wurden quasi mitgezogen.

Oder meine beste Freundin in der Grundschule: Wir kannten uns aus dem Kindergarten und bei der Anmeldung fiel mir sofort ein, dass wir wohl in derselben Klasse landen würden. Nachdem ich ihr das am nächsten Tag auf dem Bauteppich erzählt hatte, waren wir vier Jahre lang quasi unzertrennlich.

Selbst als ich aufs Gymnasium kam, war es nicht allzu schwer, mich mit meiner jetzigen besten Freundin anzufreunden. Wir kannten uns vom Vorlesewettbewerb und der Kinder-Bibel-Woche und spätestens nach den ersten Monaten waren wir gut befreundet.

Das Gute an Kindergarten, Grundschule und Gymnasium war, dass man fast immer schon jemanden kannte. In der Kindergartengruppe waren einige aus meiner Spielgruppe, in meiner Grundschulklasse viele aus dem Kindergarten und auf dem Gymnasium meine halbe Parallelklasse aus der Grundschule. Und wenn man schon jemanden kennt, ist es einfach, Anschluss zu finden und auch neue Kontakte zu knüpfen.

An der Heinrich-Heine-Universität sind zwar auch vereinzelt Leute, die ich aus meiner ehemaligen Stufe oder meiner alten Grundschulklasse kenne, aber der Großteil ist doch neu und unbekannt, womöglich sogar aus irgendwelchen Teilen Deutschlands, von denen man noch nie gehört hat.

Meine Sorge ist es, keine wirklich guten Freunde zu finden und das ganze Studium über allein herumzustehen. Klar, der erste Schritt ist leicht gemacht, die Frage „Ehm…ist hier die Einführungsveranstaltung für Soziologie?“ kommt einem leicht über die Lippen und der folgende Standard-Smalltalk („Woher kommst du? Wohnst du schon in Düsseldorf? Was hast du nach dem Abi gemacht? Was willst du später arbeiten?“) ist einfach und bringt schnell neue Bekanntschaften mit sich, aber zu einer Freundschaft gehört meiner Meinung nach mehr. Das Schwierige für mich ist dabei, die Gruppe zu überblicken. In der Schule hat man in der Regel Klassen mit maximal 30 Schülern, fürs Soziologie-Ergänzungsfach sind allein rund 75 Leute zugelassen, bei den Germanistik-Erstis sind es laut Uni-Website sogar über 300. Bei solchen Gruppengrößen kann zumindest ich nicht direkt überblicken, wer ganz sympathisch auf mich wirkt und mit wem ich gut zurechtkommen könnte.

In der Soziologie-Einführung habe ich auf jeden Fall schon ein paar Mädchen kennen gelernt, die mir ganz nett vorkommen und bei Germanistik wird sich in den kleineren Grundkursen vermutlich eher etwas ergeben als bei der Einführungsveranstaltung im riesigen Hörsaal. In den nächsten Jahren ergibt sich dann hoffentlich ein Freundeskreis, in dem ich mich wohlfühle.

Vielleicht bin ich aber auch ein bisschen zu ungeduldig. In der ersten Woche ist das Wichtigste, irgendwie Kontakte zu knüpfen und mit der neuen Situation klarzukommen. Freundschaften entwickeln sich schließlich erst mit der Zeit. Und wenn ich mir in einem Jahr diesen Blogeintrag noch einmal durchlese, frage ich mich vielleicht, warum ich mir damals solche Sorgen gemacht habe.

Autor: Janna  |  Rubrik: studium  |  Nov 5, 2012
Autor: Janna
Rubrik: studium
Nov 5, 2012