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100 erste Tage an der Uni

Der kleine Unterschied und seine großen Folgen

Autor:
Janna

Rubrik:
studium

14.11.2012

Mittlerweile darf ich mich mit Fug und Recht seit drei Wochen „Studentin“ nennen. Nicht mehr Schülerin, nein, ich studiere jetzt. Aber inwiefern genau ist studieren eigentlich anders als zur Schule gehen? Meine ersten Eindrücke gingen in die Richtung „eigentlich ist beides dasselbe“. Okay, ich fahre morgens knapp eine Stunde lang Bahn, anstatt mal eben sieben Minuten zu Fuß zu gehen. Und das Essen in der Mensa ist billiger. Und okay, die Leute sind älter und es rennen einem dementsprechend keine Fünftklässlerzwerge mehr vor die Füße.

Aber sonst?

Genau wie in der Schule habe ich einen Stundenplan – allerdings mit weniger Stunden, mein Soziologie-Grundkurs und das Rhetorik-Seminar erinnern an die Schulstunden bei meinen Lieblingslehrern und die Mediävistikvorlesung ist dem Unterrichtsstil eines eher konservativen „Ich diktiere, ihr schreibt mit“-Lehrers zuzuordnen. Wie aus der Oberstufe bekannt habe ich Lehrveranstaltungen, die unterschiedlich zusammengewürfelt sind, etwas fachspezifischer – man hat nunmal nicht mehr Mathe, Sport und Pädagogik, sondern nur Themen, die Germanistik und Soziologie betreffen – aber die Ähnlichkeit ist deutlich zu erkennen.

In den Medien wird immer wieder angeprangert, wie sehr das Studium verschult wird und die eben genannten Erkenntnisse lassen auch leicht darauf schließen, aber einen wesentlichen Unterschied gibt es doch: Während einem in der Schule alles zukommt, was man braucht (Zeugnisausgabe, Nachfragen seitens der Stufenkoordinatoren bei Stundenplanproblemen, Erinnerungen an fällige Entschuldigungen, …), muss man sich an der Uni um alles selbst kümmern.

Natürlich hatten wir Einführungsveranstaltungen, in denen uns die Stundenplanerstellung, Seminarwahlen und die Universität an sich ein bisschen näher gebracht wurden. Aber für das meiste, was man wissen will, muss man selbst recherchieren oder sich überwinden und fragen. Es kommt niemand auf einen zu und hilft, die Hilfe muss man selbst suchen.

Eine Mail, einen Besuch bei der Fachschaft und ein paar Stunden des (Fast-)Verzweifelns vor dem Computer hat es gebraucht, um meinen Stundenplan fertig zu stellen. Nachfragen bei Professoren und das Risiko, es in einem schon vollbesetzten Seminar darauf ankommen zu lassen, ob der Dozent noch eine kleine Studentin, die das Seminar so gerne besuchen würde, zulässt, habe ich auf mich genommen, um sicherzugehen, dass alles zu meiner Zufriedenheit klappt.

Denn ich bin jetzt Studentin und an der Uni muss man mehr Verantwortung übernehmen als in der Schule!

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