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100 erste Tage an der Uni

Gut unterwegs mit Bus und Bahn

Wie ich schon ein paar Mal erwähnt habe, fahre ich jeden Morgen etwa eine Stunde lang mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zur Uni. Bekanntschaft mit Bussen und Bahnen habe ich auch schon in der Schulzeit gemacht, wenn es zum Shoppen nach Düsseldorf ging oder mit dem Bus nach Hause, weil mir der Schulweg zu weit war. Bisher konnte ich den Nahverkehr auch eigentlich recht gut leiden. Nur haben sich in den letzten paar Wochen anscheinend alle dunklen Mächte gegen mich verschworen. Die Einführungswoche an der Uni lief noch super! Die Bahn fuhr pünktlich und genau, wie ich es brauchte. Doch schon in der zweiten Woche – als es in Nordrhein-Westfalen für alle Schüler hieß: Herbstferien! – kam wie fast jedes Jahr um diese Zeit in den mal wieder der Schienenersatzverkehr. Bedeutet: Jeden Morgen eine Viertelstunde früher losgehen und nach der Uni eine Viertelstunde auf den Bus von der Bahnhaltestelle nach Hause warten.

Natürlich verstehe ich, dass es sinnvoll ist, den Schienenersatzverkehr auf die Herbstferien zu legen, weil dann zumindest die Schüler aus meiner Stadt, die in Düsseldorf zur Schule gehen, nicht davon betroffen sind, aber an uns arme Erstsemester denkt dabei natürlich niemand… Aber naja, wir sind ja Studenten und groß und selbstständig, wir kommen auch damit klar.

Kaum war allerdings der Schienenersatzverkehr ein paar Tage vorbei, kam schon die nächste Komplikation. Als ich am Freitagmorgen um die Straßenecke zu meiner Bushaltestelle bog, wunderte ich mich über die ganzen Männer in orangenen Westen und die Absperrungen. Das rot-weiße gestreifte Absperrband an der Haltestelle machte klar: Es ist Zeit für Plan B. „Papa, kannst du mich eben zur Bahn fahren? Die Straße ist gesperrt und der Bus kommt nicht und meine Bahn fährt in einer Viertelstunde, das schaffe ich niemals zu Fuß!“ Die Bahn habe ich bekommen, nach der Uni musste ich aber trotzdem drei Stationen früher als normalerweise aussteigen und von dort aus nach Hause laufen.

Zum ersten Mal habe ich wirklich verstanden, wie sich die Leute aus meiner alten Stufe, die auf Bus und Bahn angewiesen waren, um zur Schule zu kommen, gefühlt haben müssen, wenn beispielsweise im Winter die Busse nicht durch den Schnee kamen. Der Nahverkehr ist ein Teil des Alltags, den man für selbstverständlich hält. Aber wenn er mal nicht so funktioniert wie er sollte, merkt man, wie wichtig auch solche kleinen Sachen sind!

Autor: Janna  |  Rubrik: studium  |  Nov 29, 2012
Autor: Janna
Rubrik: studium
Nov 29, 2012

100 erste Tage an der Uni

Stufen der Trauer

Ich hatte ein schlechtes Gefühl wegen den Prüfungen – und das bestätigte sich an einem Dienstagabend. Wir wollten zu einer Party und ich dachte, jetzt schaust du einfach nochmal mal auf der Internetseite der Uni nach. Und da stand es: Genau eine Prüfung zu wenig bestanden! Ich kann Wirtschaftswissenschaften an der Uni Würzburg nicht weiterstudieren.

In der Schule haben wir mal im Fach Religion gelernt, dass die Verarbeitung von Trauer oder Niedergeschlagenheit drei Stufen hat. Die erste Stufe ist Ignoranz. Man weiß zwar, dass es so ist, aber man ist die vorherige Situation noch so gewohnt, dass man sich keine wirklichen Gedanken macht und auch keine Gefühle zulässt. Am Abend der Feier habe ich es meinen Freunden gesagt und alle waren überrascht, wie gefasst ich war. Aber ich hatte es einfach noch nicht begriffen. Am nächsten Tag habe ich mich voreilig um alles gekümmert – Studiengebühren zurückverlangen (hat natürlich nicht funktioniert), Exmatrikulationsantrag ausgedruckt und so weiter.

Am Wochenende darauf redete ich dann erstmal in Ruhe mit meiner Mutter und einer Frau von der Studienberatung und bekam einen Überblick über meine Situation. Ich darf jetzt noch das Semesterticket nutzen, da ich es ja bezahlt habe, und muss mich erst zum Sommer exmatrikulieren, ich bleibe also zunächst hier, bis ich weiß wie es weitergeht. Ich habe Bewerbungen für duale Studiengänge geschrieben (die aber erst nächstes Wintersemester starten) und ich bewerbe mich noch an Fachhochschulen für BWL im zweiten Fachsemester, dann könnte ich im Sommersemester loslegen. Ich hoffe aber auf ein duales Studium, das würde mir vermutlich mehr liegen.

Und dann kam die Langeweile: Ich werde wohl noch einen zweiten Job suchen, damit ich die Zeit wenigstens zum Sparen nutzen kann, aber im Moment sitze ich viel zu Hause. Meine Freunde haben ja alle in der Uni oder anderswo zu tun und nur abends Zeit. Und dann kam auch noch eine Absage von IBM, meinem Wunschunternehmen für ein Duales Studium. Auf einmal brach die zweite Stufe – Verzweiflung – über mich herein. Ich dachte darüber nach, dass das doch alles blöd ist mit der Wartezeit, ob es sinnvoll ist, weiterhin meine Wohnung zu bezahlen, und habe mich selbst bemitleidet. Ich frage mich, ob meine Bewerbungen zu schlecht waren und ob ich überhaupt irgendwo genommen werde. Es ist einfach alles so schwierig im Moment.

So langsam kommt aber die dritte Phase in Gang: Akzeptanz. Ich bin natürlich trotzdem noch traurig und aufgewühlt, weil ich einfach nicht weiß, wie es weitergehen wird. Ob ein duales Studium oder ein Studium an einer Fachhochschule. Die Ungewissheit ist am schlimmsten, vor allem, weil ich immer dachte, dass ich nicht zu den 40 Prozent gehören würde, die Wirtschaftswissenschaften nach dem zweiten Semester nicht bestehen.

Autor: Fanny  |  Rubrik: studium  |  Nov 27, 2012
Autor: Fanny
Rubrik: studium
Nov 27, 2012

100 erste Tage an der Uni

Von der atemberaubenden Freiheit im Bachelor

Ob das mit der Freiheit Ironie ist? Ich studiere jetzt im dritten Semester Übersetzungswissenschaften im Bachelor und es wird und wird nicht besser. Anwesenheitspflicht, Hausaufgaben, mündliche Mitarbeit, Klausuren ohne Ende und teilweise über 24 Semesterwochenstunden. Letztes Semester: elf Klausuren, eine Hausarbeit. Dieses Semester 14 Klausuren, eine mündliche Prüfung. Dabei habe ich mir alle Mühe gegeben den Stundenplan so gechillt wie möglich zu gestalten.

1) Anwesenheitspflicht:

Wer mehr als zwei Mal fehlt (egal ob mit Attest oder nicht) ist durchgefallen. Warum bloß?! Ist das nicht mein Problem, ob ich die Leute mit meiner Anwesenheit beehre? Ich muss doch am Ende den Stoff drauf haben und nicht die Dozenten! Ob ich das jetzt in einem miefigen Seminarraum im Keller oder bei Sonnenschein auf den Neckarwiesen durcharbeite, kann doch wirklich kein ausschlaggebendes Notenkriterium sein!

2) mündliche Mitarbeit:

Wie bitte?! Ich dachte, das hätten wir in der Oberstufe schon nach und nach abgeschafft! Im Ernst, das hat doch nicht mehr viel mit Uni zu tun! Wie in der Unterstufe; jeder meldet sich und scheut sich nicht seinen minderqualifizierten Senf abzugeben…

3) Klausuren ohne Ende:

14 Klausuren sprechen für sich, oder?

4) 24 Semesterwochenstunden:

Das ist eigentlich nicht viel, wenn man nur diese Anwesenheitspflicht nicht hätte, wenn man flexibler und nicht einer Hausaufgabenkontrolle unterzogen wäre. So allerdings bleibt kaum Zeit für interessante Dinge. Jeder hechelt nur seinen Scheinen hinterher und das gigantische Angebot „Universität Heidelberg“ bleibt ungenutzt.

Autor: Inga  |  Rubrik: studium  |  Nov 20, 2012
Autor: Inga
Rubrik: studium
Nov 20, 2012