Logo Bundesagentur für Arbeit
Logo Bundesagentur für Arbeit
  • Drucken
  • Versenden
  • PDF (Öffnet sich in neuem Fenster)

Kategorien

100 erste Tage an der Uni

Germanisten im Schnee

Am Samstagmorgen wache ich viel zu früh auf, die anderen in meinem Zimmer schlafen noch, ich schleiche mich müde aus dem Bett und noch im Schlafanzug die Treppe herunter, um aufs Klo zu gehen und danach weiterzuschlafen. Aber so weit kommt es gar nicht, denn… Es schneit! Schnell ziehe ich mich an und freue mich dann unten in der Küche bei Tee und Toast mit den anderen paar Leuten, die schon wach sind, über die weißen Flocken. Der Schneefall hält leider nicht allzu lange an und als die anderen nach und nach zum Frühstücken eintrudeln, sieht man kaum noch etwas davon.

Der Tag läuft generell eher etwas langweilig an und als Jana mich am Spätnachmittag fragt, ob ich Lust hätte, mit ein paar anderen zu einer Bowlingbahn zu fahren, um Fußball zu gucken, sage ich dankbar zu. Es ist eiskalt und dunkel draußen und der Weg zur Bushaltestelle erweist sich als schwieriger als gedacht – wir wissen nämlich nicht, wo sich diese befindet! Nachdem wir mehrere hundert Meter die Straße hinuntergelaufen sind, die Ortsgrenze passiert haben und trotzdem nur zwei Haltestellen in die falsche Richtung gefunden haben, erfahren wir endlich von einem Passanten, dass der Bus hier nur in eine Richtung fährt. Wir gucken Fußball, essen Pommes, trinken KiBa. Als wir – nach Wartezeit bei Eiseskälte – abends nach Hause kommen, hat es wieder angefangen zu schneien. Also nur kurz rein, Taschen wegbringen und wieder nach draußen und eine Schneeballschlacht starten.

Allerdings stellen wir bald fest, dass im anderen Gebäudeteil des Jugendgästehauses andere Studenten sind, BWLer, die sich durch unsere Schneebälle schnell rauslocken lassen. Und die klar im Nachteil sind, da sie zum Teil nur T-Shirts und kurze Hosen tragen.

„Macht die Langzeitarbeitslosen fertig!“, kommt von vorne, „Nieder mit den Snobs!“, geben wir zurück und werfen munter mit weiteren Klassenkampfklischees und Schneebällen um uns, bis sich die BWLer irgenwann zurückziehen. Diese Schlacht haben wir gewonnen.

Nach einem ruhigen Abend auf der Heizung und einer wieder viel zu kurzen Nacht, ging es dann auch wieder nach Hause. Die Erstifahrt ging leider viel zu schnell vorbei…

Die BWLer konnte ich übrigens noch vom Fenster aus beobachten, wie sie versuchten, die immer noch zugeschneite Einfahrt hochzufahren. Teilweise hatten die Autos noch keine Winterreifen drauf und mussten von vier Leuten geschoben werden. Ich würde mal sagen, mit dem Winter sollte man sich genau so wenig anlegen wie mit uns Germanisten!

Autor: Janna  |  Rubrik: studium  |  Dec 27, 2012
Autor: Janna
Rubrik: studium
Dec 27, 2012

100 erste Tage an der Uni

Namensverwirrung auf Ersti-Fahrt

Im Winter 2012. Ich stehe vorm Düsseldorfer Hauptbahnhof und bin vollkommen überfordert mit der Situation. Die Erstsemester-Reisetruppe habe ich zwar relativ zügig gefunden, aber bisher kenne ich erst eine Mitfahrerin und gerade dieses Mädchen kann ich nicht unter den Menschen mit Rucksäcken und Taschen ausmachen. Etwas verloren drehe ich mich um mich selbst und stelle mich schließlich zu zwei anderen Mädchen, die ganz nett aussehen. „Hallo. Fahrt ihr auch mit auf Erstifahrt?“ – „Ja genau, du auch?“ – „Ja.“ – „Wie heißt du denn?“ – „Janna. Und ihr?“

Damit ist das erste Eis gebrochen. Mit Jana und Melanie unterhalte ich mich, bis wir zu unserem Gleis müssen und während der Zugfahrt sitzen wir nebeneinander. Die Stimmung ist gut, trotz Kälte und ersten „Ich muss aufs Klo“-Meldungen sind wir alle ziemlich aufgeregt und freuen uns auf unsere erste Fahrt mit den anderen Germanistikerstis und unseren Tutoren.

In der Bahn von Köln nach Gummersbach finde ich dann auch Eva aus dem Soziologie-Grundkurs und unterhalte mich auch gut mit Ronja, Juliet und Michael, die ebenfalls mitfahren und bei uns sitzen. Bis hierhin kann ich mir die ganzen neuen Namen noch merken, aber im Bus von Gummersbach zum Jugendgästehaus in Bergneustadt wird es dann wirklich kompliziert. Jule und Hendrik, die bei Ronja, Eva und mir im hinteren Busteil sitzen, nennen sich aus irgendeinem Grund gegenseitig nur noch Kevin und Chantall und auch sonst sind es einfach zu viele neue Gesichter, sodass ich ganz leicht den Überblick darüber verliere, wer denn jetzt nochmal wie hieß.

Aber das ist gar nicht so schlimm. Eva, Juliet, Ronja und ich spielen mit einigen Mädchen, die sich das Zimmer mit uns teilen, sowie Michael und Matthias (die sich gegenseitig nur als Marcel vorstellen, was die allgemeine Verwirrung nicht gerade löst) „Ich habe noch nie…“, unterhalten uns und kochen später noch Tee zusammen. Es wird gekickert und gelacht, und auch wenn ich nicht von allen die Namen kenne, komme ich gut mit ihnen aus!

Ich hatte eigentlich erwartet, dass sich direkt Grüppchen bilden, mit denen man dann die ganze Zeit etwas unternimmt, aber die große Gemeinschaft, die sich bildet, finde ich ehrlich gesagt noch viel besser. Mal unterhalte ich mich mit Jana und Melanie, mal sitze ich bei Eva und Ronja, mal stelle ich mich zu Leuten, die ich überhaupt nicht kenne…

Wer wie heißt, bekomme ich im Laufe des Tages auch immer besser auf die Reihe und als ich nachts um halb vier totmüde ins Stockbett falle, bin ich wirklich froh, auf Erstifahrt mitgefahren zu sein!

Autor: Janna  |  Rubrik: studium  |  Dec 18, 2012
Autor: Janna
Rubrik: studium
Dec 18, 2012

100 erste Tage an der Uni

Schokolade in der Vorlesung

Zu den Veranstaltungen, die ich belegt habe, gehört unter anderem auch das Tutorium „Studieren lernen“, das von einem Professor und verschiedenen Studenten der Germanistikfachschaft geleitet wird. In Gruppen zu etwa 30 Leuten bekommen wir jede Woche anderthalb Stunden lang erklärt, wie man Protokolle und Essays schreibt oder wie man als spezieller Lerntyp am besten arbeitet.

Vor kurzem hatten wir das Thema „Referate halten“. Dafür wurden wir in Zweier- und Dreiergruppen aufgeteilt und bekamen Zettel, auf denen unsere Referatsthemen standen – die allerdings nicht ganz so trocken waren, wie man es erwartet hätte. Die erste Gruppe beschäftigte sich beispielsweise mit der Frage, warum die Hörspielkassette unsere Welt retten wird, weitere Themen waren die Bielefeld-Verschwörung, ob die Uni einen Streichelzoo nötig habe oder Winnie Puuhs Honigkonsum. Das Thema meiner Gruppe lautete „Ein Leben ohne Mops ist möglich, aber sinnlos“. Das Loriot-Zitat haben wir daraufhin in unserem Referat scherzhaft überprüft und Gründe gesammelt, die dafür sprechen, dass ein Leben mit Mops sinnvoller ist als eines ohne. Lob bekamen wir vor allem für unsere freie Vortragsweise und die Tatsache, dass wir zum ganzen Hörsaal gesprochen haben, und nicht nur zu einzelnen Personen. Unsere Tutorinnen waren generell mit sämtlichen Studenten aus unserer Tutoriumsgruppe mehr als zufrieden und konnten gar nicht aufhören, unsere Referate in den Himmel zu loben. Motivation hoch hundert!

Und genauso motivierend sind die zum Tutorium gehörenden Vorlesungen, die es dreimal im Semester gibt. Während der Dozent von wissenschaftlichem Lernen erzählte, ließ er immer wieder die Bilder von Persönlichkeiten wie Albert Einstein, den Gebrüdern Grimm oder auch Adolph Knigge in die Präsentation einfließen und wer sich als erstes meldete, um den passenden Namen zu dem Bild zu nennen, bekam Süßigkeiten geschenkt.

Durch ein bisschen Glück und die Tatsache, dass ich keine Scheu hatte, mich zu melden, hatte ich deswegen am Ende der Veranstaltungen genug Süßigkeiten, um im folgenden Soziologie-Grundkurs noch ein bisschen was an Mitstudenten zu verschenken.

Und so motiviert macht die Uni wirklich Spaß!

Autor: Janna  |  Rubrik: studium  |  Dec 5, 2012
Autor: Janna
Rubrik: studium
Dec 5, 2012