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100 erste Tage an der Uni

Germanisten im Schnee

Autor:
Janna

Rubrik:
studium

27.12.2012

Am Samstagmorgen wache ich viel zu früh auf, die anderen in meinem Zimmer schlafen noch, ich schleiche mich müde aus dem Bett und noch im Schlafanzug die Treppe herunter, um aufs Klo zu gehen und danach weiterzuschlafen. Aber so weit kommt es gar nicht, denn… Es schneit! Schnell ziehe ich mich an und freue mich dann unten in der Küche bei Tee und Toast mit den anderen paar Leuten, die schon wach sind, über die weißen Flocken. Der Schneefall hält leider nicht allzu lange an und als die anderen nach und nach zum Frühstücken eintrudeln, sieht man kaum noch etwas davon.

Der Tag läuft generell eher etwas langweilig an und als Jana mich am Spätnachmittag fragt, ob ich Lust hätte, mit ein paar anderen zu einer Bowlingbahn zu fahren, um Fußball zu gucken, sage ich dankbar zu. Es ist eiskalt und dunkel draußen und der Weg zur Bushaltestelle erweist sich als schwieriger als gedacht – wir wissen nämlich nicht, wo sich diese befindet! Nachdem wir mehrere hundert Meter die Straße hinuntergelaufen sind, die Ortsgrenze passiert haben und trotzdem nur zwei Haltestellen in die falsche Richtung gefunden haben, erfahren wir endlich von einem Passanten, dass der Bus hier nur in eine Richtung fährt. Wir gucken Fußball, essen Pommes, trinken KiBa. Als wir – nach Wartezeit bei Eiseskälte – abends nach Hause kommen, hat es wieder angefangen zu schneien. Also nur kurz rein, Taschen wegbringen und wieder nach draußen und eine Schneeballschlacht starten.

Allerdings stellen wir bald fest, dass im anderen Gebäudeteil des Jugendgästehauses andere Studenten sind, BWLer, die sich durch unsere Schneebälle schnell rauslocken lassen. Und die klar im Nachteil sind, da sie zum Teil nur T-Shirts und kurze Hosen tragen.

„Macht die Langzeitarbeitslosen fertig!“, kommt von vorne, „Nieder mit den Snobs!“, geben wir zurück und werfen munter mit weiteren Klassenkampfklischees und Schneebällen um uns, bis sich die BWLer irgenwann zurückziehen. Diese Schlacht haben wir gewonnen.

Nach einem ruhigen Abend auf der Heizung und einer wieder viel zu kurzen Nacht, ging es dann auch wieder nach Hause. Die Erstifahrt ging leider viel zu schnell vorbei…

Die BWLer konnte ich übrigens noch vom Fenster aus beobachten, wie sie versuchten, die immer noch zugeschneite Einfahrt hochzufahren. Teilweise hatten die Autos noch keine Winterreifen drauf und mussten von vier Leuten geschoben werden. Ich würde mal sagen, mit dem Winter sollte man sich genau so wenig anlegen wie mit uns Germanisten!

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