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100 erste Tage an der Uni

Hallo 2013

Kaum zu glauben: Schon wieder ist ein Jahr um! Die Apokalypse ist zwar nicht eingetreten, trotzdem war 2012 ein Jahr voller Veränderungen für mich, die wahrscheinlich meine ganze Zukunft bestimmen werden. Ich musste mich für einen Studiengang und eine Uni entscheiden, was für mich auch den Abschied von meinem Zuhause bedeutete. Jetzt kann ich nicht einfach mal meine beste Freundin auf einen Tee und einen Film besuchen, wenn ich Lust dazu habe. Umso schöner ist es, die Weihnachtsfeiertage und den Start ins neue Jahr hier gemeinsam mit meiner Familie und meinen Freunden zu feiern. Und ich muss doch zugeben, dass die Entfernung ihre positiven Seiten hat. Ich habe einfach gelernt, das vertraute Familienleben wieder zu schätzen und das ist ein sehr schönes Gefühl.

Bald ist auch mein erstes Semester vorbei. Wie schnell die Zeit doch vergeht! Es kommt mir vor, als hätte es letzte Woche erst angefangen. Ob ich mich überhaupt eingewöhnt haben werde, bevor es schon wieder rum ist? Drei Jahre sind schließlich auch nicht die Welt.

Zunächst muss ich allerdings die drei Prüfungen bestehen, die mir in wenigen Wochen bevorstehen. Ehrlich gesagt, hatte ich mir das alles doch ein wenig anders vorgestellt. Plötzlich führt keiner mehr Buch über gemachte oder nicht gemachte Hausaufgaben – meistens gibt es nicht mal welche! Und, ich gestehe: Ich vermisse es, Hausaufgaben machen zu müssen! Zumindest manchmal, denn „S. 30, Nr. 5a+b” ist immer noch angenehmer, als von einer Masse an Informationen erschlagen zu werden, die man sich ganz alleine erarbeiten muss. Sogar in der Oberstufe musste ich meistens nur einen Tag vorher für die Klausuren lernen, und jetzt? Ich fühle mich überfordert.

Also, liebes Jahr 2013: Ich weiß nicht, ob es okay für dich ist, wenn man dir gleich eine ganze Liste mit Wünschen und Hoffnungen präsentiert. Einen Versuch ist es jedoch wert, finde ich. Ich wünsche mir, ohne einen Nervenzusammenbruch durch die ersten Prüfungen meines Studiums zu kommen. Ein paar halbwegs annehmbare Noten wären natürlich auch nicht schlecht. Außerdem sitzt mir immer noch diese eine Sache im Nacken: eine neue Wohnung. Und ich glaube, die fehlt mir noch, um endgültig anzukommen – im Studium, im Jahr 2013 und in meinem neuen Leben.

Autor: Noelle  |  Rubrik: studium  |  Jan 14, 2013
Autor: Noelle
Rubrik: studium
Jan 14, 2013

100 erste Tage an der Uni

Was ist eigentlich da oben an der Decke?

Mein Seminar für das Modul „Kommunikation der Mündlichkeit und Schriftlichkeit“ heißt „Rede-Rhetorik“ und dreht sich – wie könnte es auch anders sein – um Reden. Um den Beteiligungsnachweis zu erhalten, mussten wir dabei eine Rede vor dem gesamten Kurs halten. Ich hatte mir aus einer Liste mit möglichen Redethemen die Rhetorik im Nationalsozialismus und den Vergleich zum heutigen Rhetorikverständnis ausgesucht, weil mich das Thema direkt angesprochen hatte und ich fest davon überzeugt war, genug Infomaterial im Internet zu finden.

Mein Rede-Termin war erst Mitte Dezember, sodass ich eigentlich genug Zeit gehabt hätte, mich lange und ausführlich darauf vorzubereiten. Aber wie so oft habe ich die Recherche immer wieder vor mir hergeschoben, bis ich schließlich am Tag vorher abends vor dem Computer saß und Stichpunkte von Wikipedia abschrieb… Dazu muss ich allerdings auch sagen, dass es zu dem Thema kaum Informationen im Internet gab und Wikipedia deutlich ausführlicher berichtet hat als die paar Hausarbeiten und Aufsätze, die ich gefunden habe. Und für die Bibliothek war es nun zu spät.

Der Probevortrag am selben Abend vor meinem Freund verlief leider nicht wie erhofft („Hör auf zu lachen, du bist blöd, ich mach nicht mehr weiter!“) und bei der halblaut vorgetragenen Rede am nächsten Morgen an der Bushaltestelle hatte ich plötzlich leider Zuschauer, sodass ich sie nicht ganz so beenden konnte, wie ich es vorhatte. Meine Nerven lagen blank. Zwei Rednerinnen kamen vor mir dran, dann war ich an der Reihe. Nach ein paar einleitenden Sätzen war ich wirklich im Thema drin und es war überhaupt nicht mehr schlimm, ich habe mich sicher gefühlt und konnte so referieren, wie ich wollte. Auch das Feedback danach war ziemlich positiv, ich kam laut Hörerschaft sehr sympathisch rüber und konnte mein Interesse am Thema auf das Publikum übertragen.

Lustigerweise war der einzige wirkliche Kritikpunkt etwas, das mich im letzten Jahr schon verfolgt hat: Das An-die-Decke-gucken. In der Abizeitung stand auf meiner Vorstellungsseite bei den Wir-über-uns-Kommentaren etwa zwanzigmal in verschiedenen Variationen die Frage „Was ist eigentlich da oben an der Decke?“ Bis zur Bekanntgabe der Kommentare war es mir nie aufgefallen, danach muss ich es allerdings wohl unterbewusst mehr oder weniger eingestellt haben, denn eine Freundin meinte ein paar Monate später zu mir „Du hast dir die Kommentare aber wirklich zu Herzen genommen, oder? Ich meine, du guckst nämlich nicht mehr an die Decke.“

In der Redesituation war das An-die-Decke-gucken allerdings wohl wieder da, mein Dozent gab mir als Tipp mit, beim Nachdenken lieber eine Pause zu machen als an die Decke zu gucken, dann würde sich das legen. Insgesamt bin ich ziemlich stolz auf mich, nicht unbedingt nur wegen des positiven Feedbacks, sondern hauptsächlich, weil ich endlich etwas geleistet habe.

Autor: Janna  |  Rubrik: studium  |  Jan 7, 2013
Autor: Janna
Rubrik: studium
Jan 7, 2013

100 erste Tage an der Uni

Auf nach Koblenz

Eineinhalb Wochen vor Semesterbeginn war es so weit: Ich zog von zu Hause aus. Zwar war ich schon ein halbes Jahr in Neuseeland gewesen, doch war das mit diesem Auszug nicht zu vergleichen. Nun sollte mein eigenes Leben beginnen.

Koblenz hatte ich schon zwei Monate früher das erste Mal gesehen, als ich mit meiner Mutter und meinen Großeltern die Bundesgartenschau besuchte. Zunächst war ich ein bisschen enttäuscht vom Stadtbild. Ich sah viele moderne Gebäude bzw. auch einige aus den 1980ern, und entdeckte kaum Altstadt. Ich konnte mich nicht richtig entscheiden, was ich davon halten sollte. Wir fuhren auch zur Uni und zum angrenzenden Wohnheim „Auf dem Hellen Weyer“. Die Uni Koblenz sieht ein bisschen wie mein ehemaliges Gymnasium in Marbach aus, denn die Gebäude sind zum Teil grünlich angestrichen und es ist ein kleiner Campus. Dass die Uni nicht so groß ist, finde ich aber eigentlich schön, denn so entsteht eine vertraute Atmosphäre, man kennt die Leute eher und man kommt nicht in Zeitdruck, wenn man zwischen den Vorlesungen das Gebäude wechseln muss, wie meine Cousine in Frankfurt.

Am 6. Oktober 2011 zog ich dann in das Wohnheim ein. Das Wohnheimzimmer ist zum Glück möbliert und so passte mein ganzes Leben in unseren kleinen Opel (ich allerdings nicht mehr, ich musste den Zug nehmen). Viereinhalb Stunden sind es mit Bus und Bahn von meinem Heimatort zur Uni, insgesamt etwa 260 Kilometer. Mit dem Auto dauert es nur zweieinhalb Stunden. Die Bahnstrecke ist wunderschön, denn sie liegt direkt am Rhein und man sieht auf den letzten Kilometern etliche Burgen, weshalb die Strecke auch zum UNESCO-Welterbe „Oberes Mittelrheintal“ gehört.

Autor: Miriam  |  Rubrik: studium  |  Jan 4, 2013
Autor: Miriam
Rubrik: studium
Jan 4, 2013