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100 erste Tage an der Uni

Kamelle

Kamelle! Kamelle! Nachdem alle Klausuren geschrieben waren, kam auch ich als frischgebackene Kölnerin nicht um Karneval herum. Ich glaube, am liebsten wäre ich davor geflohen, aber leider fiel alles mit dem Beginn der Semesterferien und somit auch dem kurzen Besuch meiner Mutter zusammen. So schlugen wir zwei Nordhessinnen uns tapfer am Karnevalssonntag durch die Kölner Innenstadt. Prompt stießen wir auf den ersten Karnevalsumzug und spätestens bei dem Mix aus Kapellenmusik und Süßigkeiten waren auch wir begeistert. Später trauten wir uns sogar noch auf den Heumarkt – und trafen ein zweites Mal auf den Umzug! Im Brauhaus Sion war es dann proppenvoll. Ununterbrochen wurden wir von kölschen Partyliedern beschallt und klein, wie die Welt ja bekanntlich ist, trafen wir sogar noch auf alte Bekannte.

Das wirkliche Karnevalserlebnis stand uns jedoch erst noch bevor: Am Rosenmontag trauten wir uns wegen des großen Umzugs nicht in die Innenstadt, und so beschlossen wir nach Bonn zu fahren, damit ich dort meiner Mutter meine Uni zeigen konnte. Schon aus der Bahn heraus sahen wir jedoch den Bonner Rosenmontagszug und so war klar, dass wir uns vor dieser neuen Erfahrung nicht würden drücken können. Wir positionierten uns am alten Rathaus , und nachdem wir die ersten zwei Bonbons gefangen hatten, wurden uns auch noch zwei Taschen in die Hand gedrückt. Darin konnten wir dann jeder gefühlte zehn Kilo Schnuckewerk sammeln, außerdem Marmelade, Taschentücher, farbige Nudeln und das Beste: chinesische Essstäbchen im Hello-Kitty-Design!

Alles in allem hatten wir richtig Spaß und unsere Kamellebeutel werden uns wohl noch lange an unseren ersten Karneval im Rheinland erinnern. In diesem Sinne: Kölle Alaaf!

Autor: Noelle  |  Rubrik: studium  |  Feb 14, 2013
Autor: Noelle
Rubrik: studium
Feb 14, 2013

100 erste Tage an der Uni

Traue keiner Statistik ...

Letzten Donnerstag war es schließlich so weit: mein letzter Versuch im Rahmen des physikalischen Grundpraktikums stand an. In zehn Versuchen hatte ich zuvor bereits die Dichte von Wasser und Kochsalzlösungen bestimmt, Innenwiderstände von Ampere-Metern gemessen, Brennweiten und Auflösungsvermögen berechnet. Schließlich ging es daran, die Kondensationswärme von Wasser herauszufinden. Doch was soll ich sagen: In diesem Versuch ist dann einiges schief gelaufen. Anstelle der rund 2.250 Kilojoule ließen meine Messwerte keine andere Berechnung der Kondensationswärme von Wasser als etwa 3.100 Kilojoule zu, was immerhin einer Abweichung von knapp 50 Prozent entspricht... Und nun der letzte, von mir sehnlichst erwartet Versuch: die Bestimmung der Lichtgeschwindigkeit – in Luft, Wasser und anderen Medien.

In Luft beträgt sie bei 20 Grad laut Tabellen circa 299.710 Kilometer in der Sekunde. Der Wert, den ich maß, betrug ungefähr 303.000 Kilometer pro Sekunde. Das entspricht einer Abweichung von etwa einem Prozent. Ich bin zufrieden.

Voller Euphorie ob des nahen Endes der Praktikumszeit (zwar waren die Versuche für ein Spielkind wie mich spaßig, doch das ständige Protokoll-Schreiben war auf Dauer doch recht lästig) machte ich mich – für mich total untypisch – direkt an die Auswertung des Versuchs. Bis nachts um drei saß ich daran, sodass ich es bereits einen Tag später abgeben konnte. Damit war mein Physikstudium beendet.

Mitgenommen habe ich trotz des letztendlich geringen Aufwands einiges: Die 242 Seiten voller eigens angefertigter Versuchsprotokolle boten mir einen sehr guten Einblick in Laborarbeit. Außerdem habe ich gelernt, wie man eigentlich falsche Ergebnisse durch geschicktes Argumentieren, Runden und Zusammenfassen irgendwie doch noch passend macht. Das Sprichwort „traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast“ kann ich demnach verifizieren. Und das, obwohl ich mich die ganze Zeit über im Rahmen des Erlaubten bewegte.

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  Feb 7, 2013
Autor: Johannes
Rubrik: studium
Feb 7, 2013

100 erste Tage an der Uni

Oder doch Medizin?

Medizin. Lange war das mein Plan gewesen, eigentlich von der ersten bis einschließlich zehnten Klasse, doch irgendwie hatte mich in der Oberstufe dann Physik mehr gepackt und ich hatte mich über gar nichts anderes informiert. Also wurde es ein Physikstudium. Mit fortschreitendem Studium allerdings wuchsen die Zweifel. Ein, zwei Blicke wurden zur Seite geworfen, bis ich schließlich einen Großteil der Zeit darauf verwendete, mich über alle möglichen Studiengänge zu informieren. Zugegeben, etwas spät, diese Einsicht.

Dann eines Tages, packte mich der Gedanke: „Oder vielleicht doch lieber Medizin?“ Sobald mich diese Idee einmal erfasst hatte, ließ sie mich auch nicht mehr los, spukte ständig in meinem Kopf herum. Die ziemlich breit gefächerte naturwissenschaftliche Basis sowie die Aussicht, Menschen tatsächlich helfen zu können, erschienen mir immer attraktiver. Außerdem die – vielleicht etwas engstirnige – Ansicht, als Mediziner wenigstens noch mit anderen Menschen in Kontakt zu kommen, während man als Physiker letztlich vor wissenschaftlichen Rechenprogrammen sitzt und Daten auswertet. Von meiner Familie wurde ich bestärkt, kein Wunder, mit einem Arzt als Vater. Auch der komplette Rest meiner Verwandtschaft arbeitet irgendwie in medizinischen Einrichtungen, wobei das Spektrum hier sehr breit gefächert ist.

Also beschloss ich die Sache: Kurz vor Bewerbungsschluss sendete auch ich meine Unterlagen an hochschulstart.de, ehemals ZVS. Das ist nötig, da die Medizin-Studienplätze zentral vergeben werden.

Das bange Warten kommt nun, zum 12. Februar weiß ich frühestens, ob mein Abi-Schnitt noch für eine Auswahl durch die Abiturbestenquote ausreicht. Da dies allerdings knapp wird, ist es wahrscheinlicher, dass ich erst im März einen Bescheid erhalte, wenn es ganz hart wird sogar erst Anfang April. Wohin es dann geht, steht noch in den Sternen. Ich werde aber wohl sehr spontan eine Wohnung finden müssen, nachdem die Vorlesungen bereits Mitte April beginnen. Aber sich da jetzt schon zu stressen hilft auch nichts. Von daher sehe ich dem Ganzen gelassen entgegen und hoffe einfach auf das Beste.

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  Jan 29, 2013
Autor: Johannes
Rubrik: studium
Jan 29, 2013