interaktiv

100 erste Tage an der Uni

Ich als Radiomoderatorin

Autor:
Janna

Rubrik:
studium

13.05.2013

Der Donnerstag beginnt wieder mit Theorie, diesmal über Anmoderationen. Das Wort gehörte vorher noch nicht wirklich zu meinem aktiven Wortschatz, aber eigentlich ist klar, was gemeint ist: Eine Anmoderation ist die Überleitung zu einem Beitrag im Radio. Dabei wird meist auch kurz erklärt, worum es geht, damit der Hörer vorbereitet ist.

Mit den Anmoderationen haben wir dann auch die Basics gelernt, die man für eine Radiosendung braucht. Dann heißt es im größeren Rahmen produktiv werden. Wir sollen uns in Gruppen zusammenfinden und eine eigene Sendung erstellen. Genug Themenvorschläge sind schnell gesammelt, aber leider nicht nur genug, sondern zu viele. „Wir können keine acht Gruppen machen, das schaffen wir zeitlich überhaupt nicht“, meint die Dozentin und als später immer noch keine wirkliche Lösung gefunden ist: „Ich gehe jetzt raus und in fünf Minuten habt ihr euch zu fünf Arbeitsgruppen zusammengeschlossen.“

Diese Methode funktioniert überraschend gut und neben Gruppen, die sich mit Fußball, Scientology, Nordkorea und Nachtschichtarbeit befassen, sitze ich mit zwei Jungs und fünf anderen Mädchen in der Kino-Gruppe. Was für eine Zielgruppe wir ansprechen wollen, ist schnell geklärt („Wie EinsLive. Also 14- bis 35-jährige“), wann wir senden wollen auch („Mittwochnachmittag wäre doch ganz gut, oder? Donnerstags kommen ja die Filme in die Kinos und unser Kino-Beitrag klärt dann darüber auf, was gut ist und was nicht.“) und sogar ein Name für unseren Radiosender ist schnell gefunden. („Was haltet ihr von LautStark FM?“). Nach einiger Zeit haben wir uns dann auch darauf geeinigt, dass die Sendung „Top oder Flop“ heißen soll und jeweils einen Top- und einen Flop-Film der Woche vorgestellt wird. Dann wird es schwierig: Was genau bringen wir alles ein? Und wer übernimmt was?

Auf die erste Frage ist die Lösung noch halbwegs zügig gefunden. Wir brauchen mindestens zwei Moderatoren, Jingles, ein Statement von einem Regisseur, ein Interview mit einem Schauspieler und einen Kinoexperten, der die Top- und Flop-Filme vorstellt. Aber damit fängt die Zeitvergeudung an. Wir halten uns an wirklich winzigen Details auf. „Was für einen Film nehmen wir denn?“ – „Zu welchem Film interviewen wir denn den Regisseur?“ – „Wir haben nicht genug Rollen, sodass jeder etwas übernehmen kann.“ – „Wir könnten eine ausländische Schauspielerin nehmen, dann kann jemand noch die Übersetzerin machen.“ – „Kann jemand von euch so gut Englisch, dass man ihr die Amerikanerin abnimmt?“ – „Also ich kann ganz gut Spanisch vorlesen.“ – „Dann brauchen wir einen Film, in dem eine Spanierin vorkommt…“

Die Diskussion ist anstrengender als erwartet. Aber irgendwann sind die Rollen vergeben und auch für das Problem, dass drei Moderatoren für eine Sendung vielleicht etwas viel sind, gibt es eine Lösung: „Hendrik und ich sind quasi die Standard-Moderatoren vom Mittwochnachmittag, ich mache die Anmoderation, dann leitet Hendrik später zu Dion über, der irgendein Moderator von LautStark FM ist und das Interview mit Liza führt, und dann am Ende mache ich die Abmoderation, okay?“ Mit meiner Idee sind die anderen einverstanden und dann heißt es erst einmal: Texte schreiben.

Eine halbe Stunde später sind wir fertig und stellen unsere Ergebnisse vor. Ehemals so groß wirkende Probleme werden jetzt einfach behoben („Ist doch egal, dass es in Iron Man 3 um was ganz anderes geht, dann ist da halt nicht dieser Mandarin, sondern eine Lateinamerikanerin die Gegenspielerin von Tony Stark“). Die Durchlaufproben klappen so gut, dass wir an dem Tag schon ein paar Teile der Sendung aufnehmen können.

Am nächsten Tag geht es leider etwas hektischer zu, weil auch die anderen Gruppen ins Studio müssen, aber wir kommen noch dazu, unsere Sendung fertig zu stellen und zu präsentieren. Der Beitrag unserer Kinoexpertin ist leider ein bisschen lang und dadurch etwas eintönig geworden, aber sonst bekommen wir fast nur Lob und gerade die Idee, ein Interview mit Übersetzerin einzubauen, findet großen Anklang.

Insgesamt hat mir das Seminar auf jeden Fall Spaß gemacht, schreibe ich auf den Feedback-Bogen. Ich kann es nur weiter empfehlen und spiele für ein paar Tage mit dem Gedanken, vielleicht doch Radiomoderatorin zu werden.

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