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100 erste Tage an der Uni

Prüfungsanmeldung

Autor:
Janna

Rubrik:
studium

19.06.2013

Die letzten drei Wochen schob ich die ganze Zeit mein schlechtes Gewissen vor mir her. Grund ist nur am Rande die Tatsache, dass ich seit Wochen keinen neuen Blogeintrag verfasst habe, sondern etwas viel Schlimmeres: Das Ende des Semesters naht und damit auch die Modulabschlussprüfungen. Eigentlich bin ich im Gegensatz zu vielen Mitstudenten noch verhältnismäßig gut dran, ich schreibe dieses Semester nur eine Klausur und zwei Hausarbeiten. Was mich allerdings die ganze Zeit bedrückte, war die Tatsache, dass jeder von diesen ominösen Prüfungsanmeldungen faselte und man nirgends davor sicher war. „Ja, ich hab mich jetzt für meine Klausur angemeldet“ – „Die Frist ist doch schon am Mittwoch um, oder?“ – „Um die Hausarbeiten sollte man sich früh kümmern, sonst bekommt man womöglich ein doofes Thema.“

Diese und ähnliche Sätze fallen überall, im Hörsaal, im Seminarraum und ganz besonders gerne im Aufzug, wenn man nicht Teil des Gesprächs ist und deshalb nicht schnell das Thema wechseln kann, sondern mehrere Etagen lang dazu gezwungen wird, mitzuhören.

Ich erinnere mich so gerne an die Unkompliziertheit der Schule. Die Termine für die Klausuren wurden am schwarzen Brett bekanntgegeben, wer im Kurs war, musste mitschreiben. Für die Facharbeit bekam man einen Zettel in die Hand gedrückt, den Rest erklärten die Stufenleiter in der nächsten Stufenversammlung.

Und jetzt? Woher bekommt man diese ominösen Prüfungsanmeldungsformulare? Und was schreibt man da drauf? Und kann ich mir mein Hausarbeitsthema frei aussuchen oder muss ich das mit meinen Dozenten besprechen?

Vergangene Woche habe ich aber zumindest grundlegende Fragen geklärt. Nach dem Tristan-und-Isolde-Seminar stellte ich mich todesmutig in die Schlange vorm Pult. Der Dozent musste über meinen Themenvorschlag (Vergleich der Minnetrankkonzeption in „Tristan und Isolde“ mit der Liebestrankkonzeption in „Harry Potter“) zwar schmunzeln, aber meinte dann, dass das prinzipiell möglich wäre. Ich solle nur in der nächsten Woche bei der Sprechstunde mit ihm den Fokus festlegen.

Auch in meinem anderen Modul ging alles so, wie ich wollte: „Herr E., ich möchte meine Hausarbeit bei Ihnen schreiben, aber eigentlich erst gegen Ende der Semesterferien, Anfang des neuen Semesters, ginge das?“ Herr E. nickte.

Die einzige Hürde, die noch zu schaffen war, hieß jetzt „Methoden der Sozialwissenschaften“. Nachdem ich letzte Woche ausnahmsweise früher die Vorlesung verlassen hatte, hörte ich von ein paar Studenten, dass am Ende der Vorlesung die Prüfungsanmeldungsformulare ausgegeben worden waren… Der Link zu den Online-Formularen hätte mich weiterbringen können, aber gerade jetzt versagte die Technik: In Düsseldorf hatte ich keinen Drucker, zu Hause kein Internet und der USB-Stick war unauffindbar. Was tun? Genau, nachfragen!

Im Soziologie-Sekretariat bekam ich das Anmeldeformular und glücklicherweise erklärte uns der Methoden-Prof in der nächsten Vorlesung, wie man ein solches Anmeldeformular richtig ausfüllt.

Die ersten Hürden sind also geschafft. Jetzt heißt es erst einmal lernen!

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