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100 erste Tage an der Uni

Positiv bleiben

Was uns nicht umbringt, macht uns stärker. Diesen Spruch habt ihr sicher alle schon mal zu hören bekommen. Und wer auch immer ihn erfunden hat, ich bewundere dessen grenzenlosen Optimismus. Ich schätze, davon sollte ich momentan eine großzügige Scheibe abschneiden. Gestern habe ich mein möbliertes Studentenzimmer in Bonn-Endenich bezogen. Wobei – das Einzige, was ich bezogen habe, ist das Bett, denn ansonsten werde ich aus dem Koffer leben wie ein Superstar auf Welttournee. Ich kann mich glücklich schätzen, eine so tolle Freundin an der Uni gefunden zu haben. Diese holte mich nämlich direkt vom Bahnhof ab und wagte sich zusammen mit mir auf das noch unbekannte Territorium. Ohne sie hätte ich vermutlich ganz schön die Hosen voll gehabt.

Das erste Hindernis bestand darin, dass der Vermieter in der Zwischenzeit die Zimmertür nicht aufgeschlossen hatte und so standen wir erstmal wie bestellt und nicht abgeholt im Flur herum. Bei der Gelegenheit konnte ich jedoch gleich einen meiner beiden Mitbewohner auf Zeit kennen lernen, denn – was ich erst gestern erfuhr – ich werde mir die nächsten Wochen mit zwei jungen Männern Küche und Bad teilen. Der eine kommt aus Süddeutschland, der andere aus Kolumbien.

Das Beste an meiner neuen Wohnsituation ist jedoch die Tatsache, dass ich ohne Fernseher und W-LAN viel Zeit für mein etwas eingeschlafenes Sozialleben haben werde. Nach sechs Stunden Uni sitze ich zum Beispiel gerade vor Starbucks und genieße die seltenen Sonnenstrahlen, bevor ich gleich mit meiner Freundin „mensen“ gehe.

Ich finde, in Sachen Optimismus mache ich mich doch gar nicht so schlecht. Meine größte Motivation ist und bleibt jedoch die Aussicht auf meinen Wechsel nach Göttingen. Eben in diesem Moment besichtigen meine Mutter und zwei meiner zukünftigen Mitbewohnerinnen Wohnung Nummer zwei. 130 Quadratmeter, sechs Zimmer und nicht einmal 300 Euro Warmmiete pro Person. Die Eckdaten klingen schon mal mehr als verlockend. Hoffentlich halten die vier Wände auch das, was sie versprechen. Und bis dahin: positiv bleiben!

Autor: Noelle  |  Rubrik: studium  |  Jun 21, 2013
Autor: Noelle
Rubrik: studium
Jun 21, 2013

100 erste Tage an der Uni

Prüfungsanmeldung

Die letzten drei Wochen schob ich die ganze Zeit mein schlechtes Gewissen vor mir her. Grund ist nur am Rande die Tatsache, dass ich seit Wochen keinen neuen Blogeintrag verfasst habe, sondern etwas viel Schlimmeres: Das Ende des Semesters naht und damit auch die Modulabschlussprüfungen. Eigentlich bin ich im Gegensatz zu vielen Mitstudenten noch verhältnismäßig gut dran, ich schreibe dieses Semester nur eine Klausur und zwei Hausarbeiten. Was mich allerdings die ganze Zeit bedrückte, war die Tatsache, dass jeder von diesen ominösen Prüfungsanmeldungen faselte und man nirgends davor sicher war. „Ja, ich hab mich jetzt für meine Klausur angemeldet“ – „Die Frist ist doch schon am Mittwoch um, oder?“ – „Um die Hausarbeiten sollte man sich früh kümmern, sonst bekommt man womöglich ein doofes Thema.“

Diese und ähnliche Sätze fallen überall, im Hörsaal, im Seminarraum und ganz besonders gerne im Aufzug, wenn man nicht Teil des Gesprächs ist und deshalb nicht schnell das Thema wechseln kann, sondern mehrere Etagen lang dazu gezwungen wird, mitzuhören.

Ich erinnere mich so gerne an die Unkompliziertheit der Schule. Die Termine für die Klausuren wurden am schwarzen Brett bekanntgegeben, wer im Kurs war, musste mitschreiben. Für die Facharbeit bekam man einen Zettel in die Hand gedrückt, den Rest erklärten die Stufenleiter in der nächsten Stufenversammlung.

Und jetzt? Woher bekommt man diese ominösen Prüfungsanmeldungsformulare? Und was schreibt man da drauf? Und kann ich mir mein Hausarbeitsthema frei aussuchen oder muss ich das mit meinen Dozenten besprechen?

Vergangene Woche habe ich aber zumindest grundlegende Fragen geklärt. Nach dem Tristan-und-Isolde-Seminar stellte ich mich todesmutig in die Schlange vorm Pult. Der Dozent musste über meinen Themenvorschlag (Vergleich der Minnetrankkonzeption in „Tristan und Isolde“ mit der Liebestrankkonzeption in „Harry Potter“) zwar schmunzeln, aber meinte dann, dass das prinzipiell möglich wäre. Ich solle nur in der nächsten Woche bei der Sprechstunde mit ihm den Fokus festlegen.

Auch in meinem anderen Modul ging alles so, wie ich wollte: „Herr E., ich möchte meine Hausarbeit bei Ihnen schreiben, aber eigentlich erst gegen Ende der Semesterferien, Anfang des neuen Semesters, ginge das?“ Herr E. nickte.

Die einzige Hürde, die noch zu schaffen war, hieß jetzt „Methoden der Sozialwissenschaften“. Nachdem ich letzte Woche ausnahmsweise früher die Vorlesung verlassen hatte, hörte ich von ein paar Studenten, dass am Ende der Vorlesung die Prüfungsanmeldungsformulare ausgegeben worden waren… Der Link zu den Online-Formularen hätte mich weiterbringen können, aber gerade jetzt versagte die Technik: In Düsseldorf hatte ich keinen Drucker, zu Hause kein Internet und der USB-Stick war unauffindbar. Was tun? Genau, nachfragen!

Im Soziologie-Sekretariat bekam ich das Anmeldeformular und glücklicherweise erklärte uns der Methoden-Prof in der nächsten Vorlesung, wie man ein solches Anmeldeformular richtig ausfüllt.

Die ersten Hürden sind also geschafft. Jetzt heißt es erst einmal lernen!

Autor: Janna  |  Rubrik: studium  |  Jun 19, 2013
Autor: Janna
Rubrik: studium
Jun 19, 2013

100 erste Tage an der Uni

Jounalistin? Ich? Niemals!

Das dachte ich eigentlich bisher. Die Zeitungsbranche ist so ungefähr der einzige Medienbereich, der mich überhaupt nicht interessiert. Wenn überhaupt, könnte ich mir vorstellen, bei einer Frauenzeitschrift zu arbeiten, aber eine Zeitung, die sich hauptsächlich ums Informieren bemüht? Das ist doch langweilig!

Trotzdem war in der letzten Ausgabe der Unizeitung ein Artikel von mir zu finden. Wie es dazu kam? Nun, dafür muss ich etwas weiter ausholen. Zu Anfang des Semesters postete jemand in die Facebookgruppe der Germanistik-Erstis 2012 einen Aufruf, dass Ex-Erstis gesucht würden, die man für die Unizeitung „Campus Delicti“ interviewen wollte. Wie es nur allzu oft bei Freiwilligen-Aktionen der Fall ist, blieb dieser Aufruf zunächst unbeachtet, sodass ich mir ein Herz fasste und die Posterin fragte, ob der Aufruf noch aktuell sei. Eine Woche später wurde ich in einem Café interviewt, wie mein erstes Semester so gelaufen sei, und, redefreudig wie ich bin, erzählte ich nicht nur von meinem ersten Semester, sondern auch noch mein halbes restliches Leben, bis die Reporterin der „Campus Delicti“ einhakte: „Du hast bei einem Y-Titty-Video mitgespielt?“ „Ja, gegen Ende der Semesterferien habe ich mich mit einer Freundin spontan dafür gemeldet, als die Komparsinnen gesucht haben.“

Und ehe ich mich versah, wurde ich dazu rekrutiert, doch einen Artikel über dieses Erlebnis mit den meistabonnierten Youtubern Deutschlands zu schreiben. Vor dem geöffneten Word-Dokument war das dann doch irgendwie schwieriger als gedacht. Wie schreibt man nochmal einen Artikel? Ach hm, ich versuche einfach, so ähnlich zu schreiben wie bei meinen Blogs. Das klappte ganz gut, ein Foto vom Dreh war auch schnell gefunden und mit einer Mail an Y-Titty hatte ich dann auch die Abdruckerlaubnis. Am übernächsten Donnerstag lag dann die „Campus Delicti“ mit meinem Artikel aus, was sich schon irgendwie ziemlich cool angefühlt hat.

Trotzdem bleibe ich dabei: Journalistin möchte ich nicht werden. Als Gastschreiberin für die Unizeitung werde ich vielleicht doch noch das eine oder andere Mal einen Artikel zur Veröffentlichung bringen. Aber diese Ausflüge werden eher rar gesät sein.

Autor: Janna  |  Rubrik: studium  |  May 29, 2013
Autor: Janna
Rubrik: studium
May 29, 2013