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100 erste Tage an der Uni

Lernen ist blöd

Irgendwie ist Uni doch schwieriger als Schule – das ist das Fazit der letzten Tage. Nachdem ich am Donnerstag feststellte, dass die Methodenklausur schon in drei Wochen ist, wurde mir klar, dass ich dringend anfangen muss zu lernen.

Der Stoff ist zwar zum Großteil nicht schwer, aber sehr komplex, von daher hatte ich die Idee, dieselbe Methode wie für die Abiprüfung in Pädagogik anzuwenden, die mir immerhin 14 Punkte einbrachte. Ich muss dem Stoff erst einmal die Furcht nehmen, indem ich alles auf Karteikarten banne, was ich können muss. Dann muss ich einfach alles noch ein paar Mal wiederholen, bis es sitzt. So kann ich in die Klausur gehen und mit einer eins vor dem Komma wieder herauskommen. Soweit die Theorie. Die Praxis sah dann natürlich ganz anders aus.

Übers Wochenende wollte ich von Düsseldorf nach Hause fahren, ein bisschen lernen und noch etwas mit Freunden unternehmen. Im Gegensatz zu den Wochenenden davor (als ich eigentlich auch schon mit dem Lernen anfangen wollte) hatte ich sowohl mein Methoden-Notizbuch eingepackt – da man ohne Anmerkungen nicht alles von den Präsentationen verstehen kann – und die Garantie auf Internet in meinem Zimmer. Dafür klauten mir die öffentlichen Verkehrsmittel die Zeit. Normalerweise brauche ich ziemlich genau eine Stunde vom Wohnheim nach Hause, jetzt fiel anscheinend ein Bus aus, wodurch die nächste Verbindung erst eine halbe Stunde später und vor allem eine halbe Stunde länger angezeigt wurde. Dann verpasste ich an einer Umsteigestation auch noch meinen Anschlussbus… Meine Mutter konnte mich zum Glück mit dem Auto abholen, damit ich wenigstens noch pünktlich zum Treffen mit meinen Freunden kam, aber Zeit zum Lernen blieb leider nicht.

Am Samstag ging es weiter mit den Komplikationen. „Ich brauche einen funktionierenden Kuli! Und Karteikarten! Und ich habe beides nicht!“ Supermama, die ohnehin einkaufen wollte, rettete mir den Tag und brachte mir alles mit. Aber weit kam ich an jenem Abend trotzdem nicht. „Ich will das chronologisch machen und da muss ich dann wirklich alles verstehen, darum kann ich nicht weiter machen, bis ich weiß, warum es hier zwei verschiedene Formeln für die Standardabweichung gibt!“

Und auch am Sonntag ging es nur mühsam voran, weil ich zwischendurch immer wieder eine Freundin fragen oder das Internet konsultieren musste, wenn mir kleinere Sachen nicht klar waren. Mittlerweile habe ich die erste Präsentation halb durch – danach kommen noch ungefähr 20 weitere. Ich kann nur hoffen, dass es sich um Startschwierigkeiten handelt, die vielleicht daran liegen, dass ich zu Anfang nicht beim Tutorium war, sodass ich später schneller vorankomme.

Autor: Janna  |  Rubrik: studium  |  Jul 3, 2013
Autor: Janna
Rubrik: studium
Jul 3, 2013

100 erste Tage an der Uni

Von Kitty-Hooligans und Carnivoren

Vergangene Woche nach meinem Methoden-Tutorium war ich ausnahmsweise noch kurz in der Bibliothek, um mir endlich eine Kopierkarte zu besorgen – und überlegte kurz, ob ich mich in der Tür geirrt hatte. Sämtliche Wände und vor allem auch die Fenster waren mit Plakaten behängt. Nein, nicht mit solchen Zetteln, die man zuhauf an den schwarzen Brettern der Uni findet, in denen es zu vermietende Zimmer und Wohnungen, Nachhilfelehrer, Korrekturleser und Ähnliches geht, die Papiere an den Wänden und Fenstern waren Wahlplakate!

Ich war zuerst irritiert, die nächste Bundestagswahl ist schließlich erst im September. Und ob an einer meines Wissens nach nicht durch eine Partei gelenkten Uni Wahlplakate aufgehängt werden dürfen, halte ich für fragwürdig. Der nächste Blick zeigte: Das waren keine Wahlplakate. Zu unprofessionell – einfach nur buntes Papier mit schwarzem Aufdruck – und Parteinamen wie LHG, RCDS oder Kitty-Hooligans hatte ich auch noch nicht gehört. Zwei Studenten saßen an einem Tisch, vor sich eine Wahlurne und einen Sichtschutz mit der fetten Aufschrift „SP-Wahl“. Aha, irgendwas, das man an der Uni wählen kann, davon habe ich eh keine Ahnung, also lasse ich es lieber, dachte ich mir.

Später, beim Treffen zu einer Gruppenarbeit fand ich einige Flyer. SP stand offensichtlich für „Studierenden-Parlament“, einem Vertretungsorgan der Studenten. Das Studierendenparlament wählt zum Beispiel den AStA-Vorstand und entscheidet mit, wohin die Studienbeiträge der Studenten fließen.

Eine der „Parteien“ hatte als ersten Punkt – der ja vermutlich der wichtigste sein soll – die Verhinderung eines „grünen Tages“ (also fleischfreies Essen an einem Tag pro Woche oder Monat) in den Mensen und im Campus-Café auf der Liste. Auch wenn ich vielen anderen Punkten der Liste zustimmen würde, fand ich das als Hauptziel nun wirklich lächerlich.

Der andere Flyer machte mich noch skeptischer: Die ersten Punkte betrafen die Semesterbeiträge; diese „Partei“ forderte eine drastische Senkung und die Möglichkeit, dieser „Zwangsmitgliedschaft“ austreten zu können. Angesichts dieser Punkte fragte ich mich wirklich, was für Leute diese „Partei“ wohl wählen. Natürlich ist es für manche Studenten mit knappem BAföG ein Problem, den Semesterbeitrag zu bezahlen. Aber dafür sollte man keine allgemeine Aussteigemöglichkeit haben, sondern lieber überlegen, bei Nachweis der Unbezahlbarkeit des Semesterbeitrags eine Ausnahme zuzulassen. Schließlich müsste man für ein vergleichbares Ticket je nach Tarif regulär mehr als das fünffache bezahlen.

Letztendlich habe ich dann doch gewählt, nachdem ich mir ein orangenes Infoheftchen von einem Wahlstand mitnehmen durfte, in dem stand, dass nicht alle Kandidaten ein so komisches Parteiprogramm haben.

Autor: Janna  |  Rubrik: studium  |  Jun 28, 2013
Autor: Janna
Rubrik: studium
Jun 28, 2013

100 erste Tage an der Uni

Multikulti

Fast vier Wochen lebe ich nun schon in meiner Zweck-WG in Bonn. Wahnsinn, wie schnell die Zeit vergeht. Vorher hatte ich mir nicht einmal vorstellen können, auch nur eine Nacht in dem möblierten Zimmer ohne TV- und Internetanschluss zu verbringen, aber jetzt vergeht die Zeit doch wie im Flug.

Mit meinen beiden Mitbewohnern habe ich kaum ein Wort gewechselt. Einmal war ich kurz davor, mich dem Kolumbianer Sebastian vorzustellen, doch als ich dann sah, dass er in etwas wie weißer Feinrippunterwäsche in der Küche am Herd stand, entschied ich mich doch noch einmal um.

Nach etwa einer Woche beschlich mich dann jedoch das Gefühl, es könnte sich ein neuer Mitbewohner eingeschlichen haben - oder besser gesagt eine neue Mitbewohnerin, denn die langen schwarzen Haare, die fortan überall im Bad zu finden waren, und die Jeans Größe XS, die zum Trocknen über der Wanne hing, gehörten wohl kaum zu einem der Männer. Und es dauerte nicht lange, bis sich mein Verdacht bestätigte, denn eines Tages schloss ich auf dem Rückweg von der Uni die Wohnungstür auf und vor mir stand eine kleine Asiatin namens Lydia.

Lydia (ich hoffe, ihr Name ist richtig geschrieben) erzählte mir, sie komme aus Hongkong und habe dort gerade ihren Abschluss in Marketing gemacht. Ihren Freund, einer meiner Mitbewohner, hatte sie in Indien kennengelernt.

Zunächst konnte ich nichts anderes denken als: Wow! So viel Multikulti bin ich aus meiner kleinen Heimatstadt nicht gewöhnt. Doch dass Lydia so offen und sympathisch auf mich zuging, tröstete mich gewissermaßen über die spärliche Kommunikation zwischen mir und den anderen WG-Genossen hinweg. Auch dass ich endlich mal wieder mein ziemlich verstaubtes Englisch benutzen konnte, war ein kleines Abenteuer für sich. Denn obwohl ich ja „English Studies“ studiere, aber ich außer Fachbegriffen irgendwo zwischen „Bühler’s Organon Model“ und „homodiegetic Focalization“ nicht mehr wirklich viel im Kopf …

Autor: Noelle  |  Rubrik: studium  |  Jun 27, 2013
Autor: Noelle
Rubrik: studium
Jun 27, 2013