interaktiv

100 erste Tage an der Uni

Denksport

Autor:
Noelle

Rubrik:
studium

12.07.2013

Es ist Mittwoch, 12 Uhr mittags. Ich sitze im Coffeeshop meines Vertrauens über meinen Laptop gebeugt und versuche angestrengt, einen Überblick über den Stoff der historischen Linguistik zu gewinnen. Zu diesem Zeitpunkt weiß ich noch nicht, dass ich noch fünf weitere Stunden hier sitzen und es trotzdem nicht schaffen werde, alle Sitzungen der vergangenen Wochen noch einmal durchzugehen.

Heute weiß ich es besser. Es ist Donnerstag und ich bin zur gleichen Zeit am gleichen Ort und obwohl ich nicht einmal ansatzweise an mein Lernziel herangekommen bin, fühlt sich mein Kopf an, als wäre er bis zum Rand mit Stacheldraht gefüllt. Das Feld der historischen Linguistik habe ich zumindest schon mal hinter mich gebracht – zumindest teilweise. Davon, die ganzen Regeln und Gesetze auswendig zu können, bin ich immer noch meilenweit entfernt. Fehlen nur noch fünf andere Seminare und drei Vorlesungen, die darauf warten, von mir genauer unter die Lupe genommen zu werden.

In diesem Moment frage ich mich ernsthaft, wie ich das alles schaffen soll. Vor mir liegen drei Horrorprüfungen und nebenbei muss ich auch noch irgendwie eine Hausarbeit zustande bringen – meine allererste, wohl bemerkt. Einen zweiten Versuch gibt es diesmal nicht, denn mein Ziel ist es ja, der Uni Bonn zum Wintersemester 2013/14 endgültig den Rücken zu kehren und in Göttingen einen Neustart zu wagen.

Wie um alles in der Welt soll ich also den ganzen Stoff in mein viel zu kleines Hirn bekommen? Und wieso fühle ich mich nach vollen acht Stunden Schlaf, als hätte ich drei Tage durchgemacht? Aber den Kopf in den Sand zu stecken, hilft leider nichts.

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