interaktiv

100 erste Tage an der Uni

Die Kunst des Prokrastinierens

Autor:
Janna

Rubrik:
studium

19.08.2013

Ich sitze gerade in der Bibliothek und sollte eigentlich arbeiten, um mir ein bisschen Literaturgrundlage für meine Tristan-und-Isolde-Hausarbeit zuzulegen. Aber irgendwie schaffe ich es doch immer, mich abzulenken. Der Plan sah eigentlich vor, heute extra früher aufzustehen, um noch einen guten Arbeitsplatz zu finden.

Doch bevor es in die Bib ging, hatte ich das dringende Bedürfnis, mein Frühstück nachzuholen, was mit einem Obst-Joghurt-Müsli-Becher im Uni-Café endete und das definitiv länger dauerte als notwendig. Dann musste ich vorher noch unbedingt aufs Klo, meine Kopierkarte aufladen, ein bisschen Morgengymnastik machen. Schade, dass ich hier kein Internet habe, sonst könnte ich auch noch eben gucken, was es bei Facebook Neues gibt oder ob ich womöglich eine furchtbar wichtige Mail bekommen habe.

Drei Seiten des wirklich relativ kurzen Kapitels habe ich bereits durchgelesen, aber jetzt greift wieder die Müdigkeit nach mir. Mein Nagellack sieht echt hässlich aus, und hey, wie wäre es mit noch einer Runde Mine Sweeper?

Eigentlich hatte ich gehofft, dass ich die miese Arbeitshaltung aus der Schule mit dem Lernmarathon für die Methodenklausur (den ich für die 1,3 wirklich gerne auf mich genommen habe) endlich hinter mir gelassen hätte, aber leider scheint dem nicht so zu sein. Vielleicht lieg meine Unkonzentriertheit ja auch daran, dass ich zu wenig geschlafen habe, dass es regnet, oder daran, dass es in der Bibliothek so still ist. Vielleicht bin ich so demotiviert, weil ich nicht genau weiß, ob ich wirklich das gesamte Kapitel inhaltlich in mein Word-Dokument komprimieren sollte, oder ob nur einzelne Sätze davon wichtig sind. Vielleicht hätte ich mehr trinken oder eine bequemere Hose anziehen sollen, vielleicht hilft es mir, wenn ich jetzt eine kreative Pause mache und einen neuen Blogeintrag schreibe?

Moment, da fällt mir ein – vielleicht wäre es schlauer, erst einmal die beiden Quellen zu suchen, mit denen ich „Tristan und Isolde“ vergleichen will und danach erst die Sekundärliteratur zu durchforsten, um besser nach „unwichtig“ und „wichtig“ für meine Hausarbeit sortieren zu können? Aber vorher knacke ich noch eben schnell meinen Pinball-Highscore.

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