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100 erste Tage an der Uni

Oktoberfest down under

Meine beste Freundin und ich waren uns einig: Dieses Jahr wollten wir etwas Großes erleben, und was ist schon größer als das Oktoberfest in München? Jährlich strömen über sechs Millionen Besucher auf die Theresienwiese und diesmal waren wir zwei von ihnen.

Ausgestattet mit waschechten Dirndln machten wir uns also auf in Richtung Abenteuer. Dass wir auf dem Hinweg im ICE bis Nürnberg auf dem Fußboden sitzen mussten, konnte unsere Vorfreude nur leicht bremsen.

Am ersten Tag unseres Kurztrips hatten wir riesiges Glück mit dem Wetter. Wir versuchten zwar, in einem der Zelte, in die Tausende von Menschen passen, einen Platz zu ergattern, doch das stellte sich schnell als aussichtslos heraus. Häufig wurden die Zelte schon am Mittag dicht gemacht, weil darin kein Blatt mehr zu Boden fallen konnte. Am Ende konnten wir jedoch im Biergarten noch ein freies Plätzchen finden.

Der schönste Tag war allerdings der Freitag. Obwohl es ein wenig nieselte, setzten wir uns draußen auf eine freie Bank. Die Schotten am Nebentisch hielten mit ihren Gesängen den ganzen Biergarten auf Trab, weshalb die Sicherheitsleute sie bald freundlich darauf hinwiesen, doch lieber das Weite zu suchen. Nach einer Weile gesellten sich ein paar junge Australier zu uns, die etwas gesitteter an die Sache heran gingen. Auch sie waren in traditionellen Trachten gekleidet und die Lederhosen standen ihnen wirklich gut. Wir verstanden uns auf Anhieb super, redeten über Studium, Arbeit und Freizeit. Es war eine perfekte Gelegenheit, mein Englisch aufzufrischen. Wir verbrachten den ganzen Nachmittag miteinander und zogen sogar noch gemeinsam weiter.

Autor: Noelle  |  Rubrik: studium  |  Oct 23, 2013
Autor: Noelle
Rubrik: studium
Oct 23, 2013

100 erste Tage an der Uni

Hausarbeit: geschafft!

Der Oktober hat begonnen und damit ist das zweite Semester zu Ende. Und ich muss sagen, es war gerade in den letzten Tagen ziemlich hektisch. Die Tutoriumsunterlagen mussten abgegeben werden und dann musste ich ja auch noch eine Hausarbeit schreiben. Am letzten September-Wochenende habe ich mir nicht mehr als sieben Stunden Schlaf pro Nacht gegönnt und dann von morgens bis abends mit Primär- und Sekundärliteratur vor dem Laptop gesessen.

Wobei gerade die Literatur ein Problem darstellte: Fast alle Bücher, die ich brauchte, standen entweder in der Verbundbibliothek oder im Semesterapparat. Aus Semesterapparaten kann man aber nichts ausleihen, aus der Verbundbibliothek nur übers Wochenende. Und als die Semesterapparate aufgelöst wurden und die Bücher daraus zurück in die Regale gestellt wurden, war auch noch ein Buch verschollen …

Nachdem die letzte Nachtschicht vor der Abgabe um halb fünf morgens eine fertige Hausarbeit ergeben hatte, durfte mein Vater am Montagmorgen noch einmal kritisch lesen. Und das war echt deprimierend. Während mein Freund und eine Freundin als Gegenleser zwar ein paar Stellen anmerkten, aber insgesamt eher positiv angetan waren, hieß es jetzt bei jedem zweiten Satz: „Das ist blümerant.“ Den Schluss sollte ich sogar komplett neu schreiben. Und das nach nur drei Stunden Schlaf!

Der Druck und die Erstellung des Deckblatts waren dann nur noch Formalitäten, aber weil die Bücher aus der Verbundbibliothek pünktlich um halb zwölf wieder an der Uni sein mussten, wurde es etwas hektisch und ich merkte erst viel zu spät auf dem Weg, dass der Schnellhefter mit der Hausarbeit noch zu Hause lag. Also Bücher zurückbringen, wieder nach Hause fahren, Hausarbeit holen, wieder zur Uni fahren.

Und dann musste ich auch noch herausfinden, wo man eine Hausarbeit abgibt. Im Büro des Dozenten? Gute Idee, nur leider ist das Büro abgeschlossen und niemand da. Dann vielleicht im Mediävistik-Sekretariat? Kein schlechter Gedanke. Nachdem ich zweimal durch den Mediävistik-und-Sprachwissenschafts-Korridor geschlendert war, hatte ich die rettende Idee: In den Bibliotheken stehen Computer. Dort fand ich heraus, wo sich das Sekretariat befindet und endlich konnte ich die Arbeit abgeben. Jetzt kann das neue Semester beginnen!

Autor: Janna  |  Rubrik: studium  |  Oct 10, 2013
Autor: Janna
Rubrik: studium
Oct 10, 2013

100 erste Tage an der Uni

Willkommen in der Daily Soap

Endlich konnte ich mal Zeit in meiner neuen Göttinger Mädels-WG verbringen! Da ich die Einzige von uns mit funktionierendem Fernseher bin, saßen wir natürlich bald zu viert vor der Mattscheibe und gönnten uns einen faulen Nachmittag mit allen bekannten Frauensendungen. So kamen wir auch endlich mal wieder dazu, uns alle Seifenopern anzusehen. Schnell bemerkte ich jedoch: Das ist doch alles völlig unrealistisch! Die Menschen können doch gar nicht so intrigant und egoistisch sein! Oder etwa doch?

Seit ich wieder mehr Zeit in unserem kleinen Heimatort verbringe, beschleicht mich leider das Gefühl, dass an diesen ganzen verworrenen Techtelmechteln doch etwas dran sein könnte. Plötzlich präsentieren sich Leute als neues Traumpaar, von denen man im Leben nicht gedacht hätte, dass sie zusammen passen könnten. Außerdem verbreiten sich die dümmsten Gerüchte wie Grippe-Epedemien, obwohl ich keinen blassen Schimmer habe, wer sich solch idiotische Geschichten einfallen lassen könnte. Das macht mich zugleich wütend und traurig. Das war es doch, was ich an meiner Heimat so schätzte, die Ehrlichkeit und Vertrautheit.

Einem Punkt kommt das Ganze aber ganz besonders nicht zugute: Ich hatte ohnehin schon reichlich Bammel davor, an der Uni zunächst von neuem auf mich alleine gestellt zu sein. Denn obwohl mein Neuanfang viel Gutes beinhaltet, bedeutet er dennoch, dass ich wieder einmal keinen kenne. Zwar denke ich, dass ich relativ offen gegenüber Fremden bin, auf der anderen Seite graut es mir davor, neue Leute kennenzulernen. Diese verkrampften Gespräche oder das peinliche Schweigen, weil niemand etwas zu sagen weiß. Das kann doch wirklich niemand leiden. Aber in Bonn habe ich schließlich auch eine tolle Freundin kennengelernt. Wer sagt, dass das in Göttingen nicht genauso sein wird?

Autor: Noelle  |  Rubrik: studium  |  Oct 1, 2013
Autor: Noelle
Rubrik: studium
Oct 1, 2013