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Studentenleben live

Wie im Kindergarten

Erstigruppen auf Facebook sind eine tolle Erfindung. Man kann Fragen stellen, die in der Regel zügig beantwortet werden, findet meistens die Leute, mit denen man ein Referat halten muss, und der Austausch über gute und schlechte Dozenten ist ebenfalls ein Thema.

Erstigruppen auf Facebook sind allerdings manchmal auch ein guter Grund, um die Hände fremdschämend über dem Kopf zusammenzuschlagen. So lautete eine Frage, die kürzlich gestellt wurde: „Hallo Leute, mir wurde mitgeteilt, dass ich die und die Lektüre bis zur nächsten Sitzung vorbereiten soll. Bedeutet vorbereiten komplett durchlesen? Oder die Lektüre einfach besorgen?“

Es ist eine Sache, noch immer nicht verstanden zu haben, wie das mit dem Wahlpflichtbereich, den Anwesenheitspflichten, den Tutorien oder den Beteiligungsnachweisen funktioniert. Aber eine solche Frage sollte doch eigentlich schon in der Schule klar gewesen sein. Einen Text zur nächsten Stunde vorzubereiten heißt nicht, ihn nur wieder mitzubringen. Gelesen sollte er sein, und bestenfalls noch bunt mit Textmarkern bearbeitet.

In der Erstigruppe von letztem Jahr, in der theoretisch nur Drittsemester wie ich sein sollten, geht es allerdings immer noch schlimmer. Die zahlreichen Fragen nach den E-Mail-Adressen von Dozenten (die sowohl auf der Uni-Website als auch im HISLSF, dem Online-Portal der Heinrich-Heine-Universität, leicht zu finden sind) kann man vielleicht noch damit entschuldigen, dass der eine oder andere Prof seine private E-Mail-Adresse herausgegeben hat, da er den Uni-Account nur selten frequentiert. Auch dass man vielleicht überliest, dass Anmeldungsfristen um Mitternacht beginnen und 24 Stunden später enden, wenn nicht anders angegeben, kann man vielleicht noch nachvollziehen. Dann aber gab es einen Post, der mich als geduldige Ersti-Tutorin, die auch ihren Kommilitonen im dritten Semester gerne noch Antworten gibt, schockierte.

Es begann mit der Frage, wo denn dieses oder jenes Seminar um diese und diese Uhrzeit standfände. Außer dem netten Studenten, der trocken „in der Uni“ antwortete, half ein anderer Kommilitone aus: „Gebäude 23.32 in dem und dem Raum“. Als nun eine andere Studentin fragte, wo denn dieses ominöse Gebäude 23.32 zu finden sei, zweifelte ich ernstlich an meiner Lesefähigkeit. Hat sie das tatsächlich geschrieben? Man muss dazu vielleicht sagen, dass man sich auf unserem Campus ganz gut zurechtfindet. 23 steht für die philosophische Fakultät, 32 für den Gebäudeteil, der am zentralsten Teil des Campus‘ liegt, dick und fett mit großen Zahlen auf dem Gebäude erkennbar ist, und den man nicht verfehlen kann – vor allem nicht, wenn man bereits seit einem Jahr hier studiert.

Wenn ich solche Beiträge lese, frage ich mich jedes Mal, wie man so unselbstständig sein kann. Wenn man eine Frage hat, sollte man doch zuerst versuchen, sich selbst zu helfen. Selbstständigkeit ist doch auch eine Qualifikation, die man an der Uni lernen sollte.

Autor: Janna  |  Rubrik: studium  |  Nov 20, 2013
Autor: Janna
Rubrik: studium
Nov 20, 2013

100 erste Tag an der Uni

Man lernt fürs Leben

Bevor man uns auf die neuen Erstsemester losließ, sollten alle Tutoren an einem Wochenende zusammenkommen, sich kennenlernen und die Basics zum Umgang mit den Studis lernen. Neben verschiedenen Vorstellungsarten ging es an dem Wochenende aber auch um das Programm und die Ziele der Orientierungstutorien. Besonders ist mir dabei ein Denkanstoß hängen geblieben: Man studiert nicht nur, um Wissen anzuhäufen. Man studiert vor allem, um sich weiterzuentwickeln, um zu lernen, aber nicht nur im wissenschaftlichen Sinne, sondern über sich selbst und fürs Leben. Während ich früher trotz des Mottos „Man lernt nicht für die Schule, sondern für‘s Leben“ zumindest hin und wieder eher die guten Noten als meine persönliche Weiterentwicklung im Kopf hatte, ist mir in der Uni dieses Vorgehen bisher weniger geläufig. Natürlich gibt es Seminare, die man mehr mag und andere, die man weniger leiden kann. Aber dadurch, dass man aus einer relativ großen Menge an Seminaren wählen kann, findet man mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit auch Angebote, die einem Spaß machen, die einen interessieren und aus denen man viel mitnimmt. Und genau das möchte ich auch den Erstis aus meinem Tutorium mit auf den Weg geben: Dass die Uni nicht zum Anhäufen von Wissen, sondern zum Lernen fürs Leben ist!

Autor: Janna  |  Rubrik: studium  |  Nov 4, 2013
Autor: Janna
Rubrik: studium
Nov 4, 2013

100 erste Tage an der Uni

Schlüsselspiel

Nein, es handelt sich bei dem Titel nicht um das Schlüsselklimpern vor der Haustür nach einem gelungenen Rendezvous, das laut „Hitch, der Date-Doktor“ anzeigt, dass ein Kuss erwünscht, erwartet oder erlaubt wird. Es handelt sich auch nicht um einen Teil eines Harry-Potter-Computerspiels, in dem man einen Schlüssel finden oder fangen muss. Nein, das Schlüsselspiel ist das wohl beliebteste Kennenlern-Spiel der Fachschaft Germanistik. Man erklärt anhand seines Schlüsselbunds, wer man ist. Bei mir sähe das zum Beispiel so aus: „Das hier sind die drei Schlüssel fürs Wohnheim: Haustür, Briefkasten und Wohnungstür. Seit Februar wohne ich dort und bin echt zufrieden damit. Das hier ist mein Haustürschlüssel für zu Hause, wo ich am Wochenende eigentlich immer bin. Dann habe ich hier noch einen Schlüsselanhänger, den meine beste Freundin und ich uns in der siebten Klasse auf Klassenfahrt gekauft haben, das ist ein Chip für Einkaufswagen. Meiner zeigt das Sternzeichen Waage, weil ich am 14. Oktober Geburtstag habe. Und das hier ist ein gepresster Cent mit der Freiheitsstatue drauf, eine Erinnerung an den USA-Urlaub 2010, der wirklich toll war und wo ich auf jeden Fall nochmal hin möchte.“

Aber was ist überhaupt der Sinn dahinter? Ich renne schließlich nicht über den Campus und erzähle jedem, der nicht bei drei auf dem Baum ist, was mein Schlüsselbund über mich aussagt. Nun, wie schon erwähnt, gebe ich in diesem Semester ein Orientierungs-Tutorium. An einem Wochenende Anfang Oktober fand eine Schulung statt, in der wir nach einer kurzen Namensrunde direkt zu Praxisübungen übergingen und uns in Kleingruppen unsere Schlüsselbunde erklärten.

Außerdem mussten wir Problemsituationen nachstellen, die jeweils von zwei Tutoren im Team gelöst werden sollten. Ich war heilfroh, dass ich nicht vorne vor den anderen stehen musste, viel lustiger war es ohnehin, sich in der Gruppe zu streiten, überhaupt nichts zu fragen oder überwissbegierig zu sein und als „nervöser Ersti“ vollkommen panisch tausend Fragen auf einmal zu stellen. Wie man mit solchen Situationen umgeht, weiß ich jetzt und auch sonst habe ich das Gefühl, dass ich insgesamt sehr gut auf das Tutorium vorbereitet bin. Sicherheit gibt mir auch die Tatsache, dass mein Tutoriumspartner Robin nicht zum ersten Mal dabei ist, sondern schon mehrere Male ein Orientierungs-Tutorium gegeben und somit Erfahrung damit hat – auch in Sachen Schlüsselspiel.

Autor: Janna  |  Rubrik: studium  |  Oct 25, 2013
Autor: Janna
Rubrik: studium
Oct 25, 2013