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100 erste Tage an der Uni

Vorsicht Rutschgefahr

Laut Wikipedia besuchen über 26.000 Studenten derzeit die Georg-August-Universität in Göttingen. Das sind rund 20 Prozent der gesamten Einwohnerzahl Göttingens. Und da das Land Niedersachsen als eines der letzten zwar immer noch Studiengebühren verlangt, wir hier jedoch nicht mal eine Busfahrkarte finanziert bekommen, sind diese 26.000 Studenten auf das Fahrrad angewiesen – so wie ich.

Schon wenn man auf den Bahnhofsvorplatz tritt, bietet sich einem ein besonderes chaotischer Anblick: auf der rechten Seite tummelt sich ein Meer von Drahteseln, und wer dort keinen Platz mehr gefunden hat, kettet sein Fahrrad an einen Baum oder die letzte freie Straßenlaterne. Die meisten der Fahrräder haben ihre besten Zeiten deutlich hinter sich. Sie rosten an allen Ecken und Enden, und eigentlich konnte auch ich mich nicht daran erinnern, wann ich das letzte mal ein Rad mit Rücktrittbremse gefahren bin, wahrscheinlich im Grundschulalter oder so, doch nun bin ich froh darüber. Je älter der Gaul, umso besser. So kann man ihn wenigstens auch mal zehn Minuten ohne Schloss vor dem Supermarkt stehen lassen, ohne dass man Angst haben muss, dass der Nächste das als Entwendungsaufforderung versteht.

Ja, ich muss zugeben, obwohl ich im Vorfeld nicht sonderlich viel Lust auf die endlose Radlerei hatte, allmählich gewöhne ich mich daran. Diese tägliche sportliche Betätigung hat nämlich auch einen bedeutenden Nebeneffekt: Man kann locker mal zwei Kekse mehr essen, ohne ein schlechtes Gewissen haben zu müssen. Auch wenn das ab und an mal ein wenig Muskelkater bedeutet.

Heute musste ich jedoch schmerzhaft feststellen, dass es im Dezember langsam Zeit wird, sich auf eigene Kosten eine Busfahrkarte zuzulegen. In Gedanken schon ganz bei meinem Referat über die Minnekonzeption in Heinrich von Veldekes „Eneasroman“ rutschte ich beim Abbiegen auf das Unigelände plötzlich mit den Reifen weg und landete – bamm – auf dem Bürgersteig. Mein erster Gedanke in einer solchen Situation ist immer: totstellen – ja oder nein? Doch ich entschied mich dagegen, und obwohl ich liebend gerne im Erdboden versunken wäre, rappelte ich mich schnellstmöglich wieder auf. Freundlicherweise kamen mir auch sofort zwei junge Studenten zur Hilfe. Am liebsten hätte ich losgeheult, doch ich versicherte ihnen, dass alles okay sei, und humpelte schnell mit meinem leicht lädierten Fahrrad weiter. Das Studentenleben ist also nicht nur anstrengend und teuer, sondern auch echt gefährlich!

Autor: Noelle  |  Rubrik: studium  |  Dec 17, 2013
Autor: Noelle
Rubrik: studium
Dec 17, 2013

100 erste Tage an der Uni

Von der anderen Seite

Der wesentliche Unterschied der diesjährigen Erstifahrt zur letztjährigen: Geschneit hat es nicht. Aber halt! Es gab noch einen: Ich bin nicht als Erstsemesterin mitgefahren, sondern als Tutorin. Auf den ersten Blick mag das nicht so ausschlaggebend gewesen sein. Ich wurde mehrmals überrascht gefragt: „Was, du bist Tutorin? Ich dachte, du wärst auch Ersti. Und was, du bist jünger als ich?“

Was genau ist nun so anders daran, Tutorin zu sein? Nun, zuerst wäre da die Tatsache, dass man als Begleiter gewisse Privilegien gegenüber den Erstis genießt. Kurz: Die beiden Hütten mit eigenem Bad gehörten uns! Dadurch wurde eine gewisse Distanz zwischen die Erstis und uns gebracht. Vielleicht auch ein Grund, weswegen ich an diesem Wochenende weniger neue Bekanntschaften gemacht habe als im letzten Jahr.

Zudem habe ich mich als Tutorin deutlich verantwortlicher gefühlt denn als Ersti. Dem Putzen am letzten Tag hatte ich mich letztes Jahr so weit wie möglich entzogen.

Vorm Wischen und Kloputzen konnte ich mich dieses Jahr auch weitestgehend drücken, aber dafür war ich früher wach als viele andere, habe Bierbänke zusammengeklappt, Böden gefegt, Flaschen sortiert, Müll eingesammelt und den Küchenputzern jedes gewünschte Gerät so schnell wie möglich besorgt.

Und während es mir im letzten Jahr absolut egal war, wer wo wann seiner Nikotinsucht nachging, wurde ich diesmal wirklich sauer, als eine Tutorin (!) meinte, unbedingt in der Hütte rauchen zu müssen. Mal abgesehen davon, dass man auf Nichtraucher Rücksicht nehmen sollte, stand in der Hausordnung ausdrücklich etwas von Rauchverbot in den Räumen. Sich als Person, die eigentlich Verantwortung tragen sollte, so zu verhalten, finde ich nicht gerade professionell.

Trotzdem war die Erstifahrt ein toller Erfolg. Ich verstehe mich mit den anderen Tutoren noch besser als vorher, habe auch unter den Erstis ein paar neue Leute kennengelernt und Spaß gemacht hat es auch. Wenn ich nächstes Jahr erneut Tutorin sein darf, fahre ich auf jeden Fall wieder mit!

Autor: Janna  |  Rubrik: studium  |  Dec 9, 2013
Autor: Janna
Rubrik: studium
Dec 9, 2013

100 erste Tage an der Uni

Mir geht es gut!

Hätte mich vor nicht allzu langer Zeit jemand gefragt, wie ich mir mein Leben idealerweise vorstelle, mir wären vermutlich hundert Dinge eingefallen, die besser hätten sein können. Wenn das Abi erst mal geschafft ist … Wenn wir erst mal eine neue Wohnung haben … Ich habe mal gelesen, dass man sein Glück nicht an Bedingungen knüpfen soll und jetzt weiß ich, dass da etwas dran ist. Wenn man immer darauf wartet, dass alles besser wird, merkt man gar nicht, dass das Leben unwiderruflich an einem vorbei zieht.

Okay, wahrscheinlich werde ich mich für Pseudoweisheiten wie diese verfluchen, wenn ich das nächste Mal keine Lösung für ein Problem finde und mich von allem überfordert fühle. Manchmal ist es ja auch irgendwie tröstlich, auf etwas zu warten, von dem man hofft, dass es einem helfen wird. Sozusagen auf den Strohhalm, an dem man sich aus der aussichtslosen Situation herausziehen kann,.

Aber eigentlich will ich über so etwas gar nicht nachdenken, denn momentan sind da keine Bedingungen und auch keine Strohhalme, die mir helfen könnten. Bei mir ist alles gut. Das behaupten zu können, fühlt sich unendlich gut an, besonders nach dem ganzen Stress in den vergangenen Monaten. Ich hätte mir niemals träumen lassen, dass das Leben in meiner Mädels-WG so cool sein würde und meine Woche ist so vollgestopft, dass meistens gar keine Zeit für negative Gedanken bleibt. Anfang des Monats habe ich begonnen, nebenbei in einem Kaufhaus zu arbeiten und der Job war ein wahrer Glückstreffer! Wenn dann noch Zeit bleibt, verabrede ich mich mit Freunden oder meiner Cousine fürs Unikino oder ich fahre nach Hause. Es ist schön zu sehen, wie alle sich freuen, wenn ich zu Besuch komme, und es hat unsagbar viele Vorteile, dass mein Heimatort jetzt nur noch eine halbe Stunde entfernt liegt.

Autor: Noelle  |  Rubrik: studium  |  Dec 5, 2013
Autor: Noelle
Rubrik: studium
Dec 5, 2013