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100 erste Tage an der Uni

Große kleine Welt

Während ich diese Worte hier tippe, sitze ich im Bus zu meiner besten Freundin. Früher war „Bus zu meiner besten Freundin“ der meistfrequentierte Ortsbus, sechs Stationen weit, in weniger als 10 Minuten war ich da. Heute ist „Bus zu meiner besten Freundin“ ein Fernbus nach Leipzig, sieben Stunden und zehn Minuten Fahrzeit von Düsseldorf aus. Es ist nicht die erste weite Reise in diesem Jahr, im Januar bin ich mit meinem Freund und ein paar weiteren Freunden relativ spontan nach Hamburg gefahren, wo eine Freundin ihren 21. Geburtstag feierte.

Aber es zeigt mir mal wieder, dass die Welt nicht mehr so klein ist, wie sie früher mal war. Noch vor drei, vier Jahren haben alle meine Freunde in derselben Kleinstadt gewohnt. Mittlerweile sind auch diejenigen, die nach dem Abi ein Jahr Pause eingelegt haben, bei Studium oder Ausbildung angelangt und dafür nicht selten weggezogen.

Das Schlechte daran ist: Ich kann viele meiner Freunde nicht so oft sehen wie ich gern würde. Das Gute daran ist: Es eröffnen sich ganz neue Möglichkeiten. Früher war die Welt klein, regelmäßige Ausflüge nach Düsseldorf zum Shoppen zwar normal, aber letztendlich blieb der Horizont doch begrenzt. Jetzt hat man ganz neue Anreize, mal eben nach Leipzig oder Hamburg zu fahren. Mal abgesehen davon, dass der Preis für das Hotel wegfällt, ist es ein ganz anderes Erlebnis, eine Stadt zu entdecken, wenn man nicht als reiner Tourist dort ist, sondern einen Einheimischen begleitet.

Und was den Preis angeht? So teuer ist es dann doch gar nicht. Das Fernbusnetz in Deutschland ist überraschend günstig und überraschend gut ausgebaut. Für meine Fahrt von Düsseldorf nach Leipzig und wieder zurück habe ich 34 Euro bezahlt. Die Welt ist größer geworden und dadurch gleichzeitig auch kleiner, eine Strecke von 600 Kilometern ist kein unüberwindbares Hindernis mehr und gefühlt näher als bisher.

Autor: Janna  |  Rubrik: studium  |  Mar 24, 2014
Autor: Janna
Rubrik: studium
Mar 24, 2014

100 erste Tage an der Uni

(Sub)Optimales Zeitmanagement (Teil 2)

Nachdem ich drei Tage prokrastinierend vor dem Laptop gesessen hatte, nicht mehr hinbekommen als ein Word-Dokument anzulegen und eine Überschrift für meinen Essay zu finden, habe ich halbherzige Versuche unternommen, Personen aus meinem Umfeld dazu zu überreden, diese Aufgabe für mich zu übernehmen, was erwartungsgemäß nicht gefruchtet hatte. Mir wurde klar: Das geht so nicht! Auch wenn ich den Essay brauchte, um das Seminar erfolgreich zu beenden, würde ich die Prüfung ohne Lernen sowieso nicht bestehen. Also: Essay beiseite, Homeschooling-Bücher aufgeschlagen und gelernt. Die Zeit war zwar knapp, aber das Thema interessant und obwohl ich furchtbar nervös war, die erste Frage des Dozenten erst einmal nicht verstand und dann auch noch zwischendurch improvisieren musste, weil ich einen Aspekt wohl nicht gut genug durchdacht hatte, ging ich am Ende sehr zufrieden mit einer 1,3 nach Hause. An dem Tag war ich viel zu glücklich und erleichtert, um noch einen Gedanken an den Essay zu verschwenden. Filme gucken, mit Freunden treffen und einfach mal nichts tun standen nun auf dem Programm.

Genug Anreiz, den Essay zu schreiben, hätte ja eigentlich da sein sollen, die gute Note verfallen zu lassen, wäre schließlich ärgerlich gewesen. Also saß ich am nächsten Tag hochmotiviert vor meinem Laptop und surfte auf den Seiten von Stiftungen. Zwei davon sollte ich mir aussuchen und nach bestimmten Aspekten vergleichen, aber die Informationsbeschaffung war komplizierter als erwartet. Die erste Stiftung – Robert Bosch – hatte ich mir noch relativ schnell ausgesucht, weil die Stiftungswebsite viele Informationen bot und gerade die Hintergrundgeschichte des Stifters ein paar Zeilen zusätzlich brachte. Eine zweite Website zu finden war allerdings schwierig. Die nehm ich nicht, da find ich keine gute Formulierung für, hier sind nur die Zahlen für 2011, bei Robert Bosch sind es aber die Zahlen für 2012, man kann die ja nicht für zwei unterschiedliche Jahre vergleichen, hier steht gar nicht so richtig, was jetzt eigentlich im Fokus der Stiftung liegt… Irgendwann entschied ich mich dann aus Zeitnot für die Mercator-Stiftung.

Ob der Essay besonders gut war, halte ich für fraglich, den Anforderungen entspricht er hoffentlich trotzdem, sodass ich das Seminar abschließen kann.

Autor: Janna  |  Rubrik: studium  |  Mar 17, 2014
Autor: Janna
Rubrik: studium
Mar 17, 2014

100 erste Tage an der Uni

(Sub)Optimales Zeitmanagement

Ich muss ganz ehrlich gestehen, dass ich in Sachen Zeitmanagement nicht das beste Vorbild bin. Eigentlich ist das sogar noch ziemlich euphemistisch ausgedrückt, ein „niemand, aber wirklich niemand sollte sich an mir orientieren“ wäre wohl passender. Ich erledige Sachen grundsätzlich auf den letzten Drücker, meine Hausarbeit vergangenes Jahr war um halb fünf Uhr morgens am Abgabetag fertig geschrieben und alle Essays, Protokolle und sonstige Aufgaben, die für Beteiligungsnachweise nötig waren, habe ich immer erst in der letzten Woche der Semesterferien in Angriff genommen – und das auch nur unter viel Gejammer und Ausrufen wie „ich kann das nicht“ und „warum habe ich nicht früher angefangen?“

Die letzte Februarwoche dieses Jahres war jedoch offensichtlich der Beweis dafür, dass mein Zeitmanagement doch funktioniert. Am Mittwoch hatte ich die erste mündliche Prüfung meiner Studienzeit. Die Prüfungsanmeldung war pünktlich abgegeben, das Thema (Homeschooling) mit dem Dozenten besprochen, die Ferien fingen an … und damit die nicht-vergessen-Phase. „Ja, ich muss mich ja noch auf meine Prüfung vorbereiten, ich geh demnächst mal in die Bib“ war wohl einer der häufigsten Sätze, die meine Mitmenschen von mir zu hören bekamen – ohne dass ich konkrete Pläne für einen Bibliotheksbesuch hatte, die Zeit bis zur Prüfung war ja noch lang. Etwas mehr Druck bekam ich, als mich eine Mail aus dem Sekretariat des betreffenden Dozenten erreichte: „Uns liegt die erste Hausaufgabe nicht vor, die zum Erwerb eines Beteiligungsnachweises vorliegen muss. Bitte reichen Sie die Fehlende bis zum 28.02.14 elektronisch ein.“

Jetzt war ein neuer Spruch mein Mantra: „Ich will ja mit dem Lernen anfangen, aber ich mag vorher noch diese blöde Hausaufgabe machen. Ein Essay über ‚Stiftungen im Vergleich‘, das ist so langweilig, ich kann mich überhaupt nicht motivieren, da irgendetwas für zu tun.“

Mit dieser Haltung brachte ich anderthalb weitere Wochen herum, bis ich feststellte, dass die Prüfung wirklich näher rückte und ich langsam wenigstens mit der Literaturrecherche anfangen sollte – ein Handout mit meiner Sekundärliteratur war schließlich eine Woche vor der Prüfung fällig. Zum Glück hatte ich die tolle Idee, einfach die Literaturliste der Homeschooling-Wikipediaseite in den ULB-Katalog einzugeben und fand so ausreichend Bücher, von denen immerhin nur eins entliehen war. Ich habe das Handout erstellt und pünktlich abgegeben und so kam das Wochenende vor der Prüfung.

Autor: Janna  |  Rubrik: studium  |  Mar 11, 2014
Autor: Janna
Rubrik: studium
Mar 11, 2014