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100 erste Tage an der Uni

Procrastinatio acuta

Die vorlesungsfreie Zeit neigt sich dem Ende zu und all das, was ich in den letzten Wochen vor mir hergeschoben habe, macht sich plötzlich bemerkbar. Jetzt heißt es, schnell die letzten Essays, Hausarbeiten und Aufgabenblätter bearbeiten, damit alles fristgerecht erledigt werden kann. Und gerade in dieser letzten angespannten Zeit leiden gefühlt alle Studenten an derselben Krankheit: „procrastinatio acuta“.

Zum Krankheitsbild zählt vor allem die Vernachlässigung zu erledigender Aufgaben zu Gunsten angenehmerer Sachen. Symptome dieser Krankheit sind nicht klar definiert, erhöhter Konsum elektronischer Medien und fachfremder Literatur gehört jedoch meist dazu. Häufiger anzutreffen sind Phrasen wie „Eigentlich müsste ich gerade lernen, aber…“ oder „Ach scheiß drauf, Hauptsache bestanden“.

Besonders häufig sind von dieser Krankheit Studenten in der vorlesungsfreien Zeit sowie in Klausurenphasen betroffen, Schüler werden des Öfteren während des Abiturs befallen. Selbst berufstätige Personen sind offenbar nicht davor gefeit, gerade wenn sie bei ihrer Arbeit Abgabefristen einhalten müssen. Merkwürdigerweise sind die sonst besonders krankheitsanfälligen Risikogruppen kleine Kinder und alte Leute die einzigen, bei denen „procrastinatio acuta“ äußerst selten auftritt.

Einen sicheren Vorsorgeschutz gibt es bisher noch nicht, da noch nicht ganz sicher ist, wodurch „procrastinatio acuta“ hervorgerufen wird. Bekannt ist derzeit nur, dass es sich weder um einen Virus, noch um eine bakterielle Infektion handelt. Experten vermuten, dass es sich um eine Erkrankung des Gehirns handelt. Erste Tests mit elektronischen Stimulationen sind geplant, falls die Krankheit genauer lokalisiert werden kann.

Autor: Janna  |  Rubrik: studium  |  Apr 3, 2014
Autor: Janna
Rubrik: studium
Apr 3, 2014

100 erste Tage an der Uni

Große kleine Welt

Während ich diese Worte hier tippe, sitze ich im Bus zu meiner besten Freundin. Früher war „Bus zu meiner besten Freundin“ der meistfrequentierte Ortsbus, sechs Stationen weit, in weniger als 10 Minuten war ich da. Heute ist „Bus zu meiner besten Freundin“ ein Fernbus nach Leipzig, sieben Stunden und zehn Minuten Fahrzeit von Düsseldorf aus. Es ist nicht die erste weite Reise in diesem Jahr, im Januar bin ich mit meinem Freund und ein paar weiteren Freunden relativ spontan nach Hamburg gefahren, wo eine Freundin ihren 21. Geburtstag feierte.

Aber es zeigt mir mal wieder, dass die Welt nicht mehr so klein ist, wie sie früher mal war. Noch vor drei, vier Jahren haben alle meine Freunde in derselben Kleinstadt gewohnt. Mittlerweile sind auch diejenigen, die nach dem Abi ein Jahr Pause eingelegt haben, bei Studium oder Ausbildung angelangt und dafür nicht selten weggezogen.

Das Schlechte daran ist: Ich kann viele meiner Freunde nicht so oft sehen wie ich gern würde. Das Gute daran ist: Es eröffnen sich ganz neue Möglichkeiten. Früher war die Welt klein, regelmäßige Ausflüge nach Düsseldorf zum Shoppen zwar normal, aber letztendlich blieb der Horizont doch begrenzt. Jetzt hat man ganz neue Anreize, mal eben nach Leipzig oder Hamburg zu fahren. Mal abgesehen davon, dass der Preis für das Hotel wegfällt, ist es ein ganz anderes Erlebnis, eine Stadt zu entdecken, wenn man nicht als reiner Tourist dort ist, sondern einen Einheimischen begleitet.

Und was den Preis angeht? So teuer ist es dann doch gar nicht. Das Fernbusnetz in Deutschland ist überraschend günstig und überraschend gut ausgebaut. Für meine Fahrt von Düsseldorf nach Leipzig und wieder zurück habe ich 34 Euro bezahlt. Die Welt ist größer geworden und dadurch gleichzeitig auch kleiner, eine Strecke von 600 Kilometern ist kein unüberwindbares Hindernis mehr und gefühlt näher als bisher.

Autor: Janna  |  Rubrik: studium  |  Mar 24, 2014
Autor: Janna
Rubrik: studium
Mar 24, 2014

100 erste Tage an der Uni

(Sub)Optimales Zeitmanagement (Teil 2)

Nachdem ich drei Tage prokrastinierend vor dem Laptop gesessen hatte, nicht mehr hinbekommen als ein Word-Dokument anzulegen und eine Überschrift für meinen Essay zu finden, habe ich halbherzige Versuche unternommen, Personen aus meinem Umfeld dazu zu überreden, diese Aufgabe für mich zu übernehmen, was erwartungsgemäß nicht gefruchtet hatte. Mir wurde klar: Das geht so nicht! Auch wenn ich den Essay brauchte, um das Seminar erfolgreich zu beenden, würde ich die Prüfung ohne Lernen sowieso nicht bestehen. Also: Essay beiseite, Homeschooling-Bücher aufgeschlagen und gelernt. Die Zeit war zwar knapp, aber das Thema interessant und obwohl ich furchtbar nervös war, die erste Frage des Dozenten erst einmal nicht verstand und dann auch noch zwischendurch improvisieren musste, weil ich einen Aspekt wohl nicht gut genug durchdacht hatte, ging ich am Ende sehr zufrieden mit einer 1,3 nach Hause. An dem Tag war ich viel zu glücklich und erleichtert, um noch einen Gedanken an den Essay zu verschwenden. Filme gucken, mit Freunden treffen und einfach mal nichts tun standen nun auf dem Programm.

Genug Anreiz, den Essay zu schreiben, hätte ja eigentlich da sein sollen, die gute Note verfallen zu lassen, wäre schließlich ärgerlich gewesen. Also saß ich am nächsten Tag hochmotiviert vor meinem Laptop und surfte auf den Seiten von Stiftungen. Zwei davon sollte ich mir aussuchen und nach bestimmten Aspekten vergleichen, aber die Informationsbeschaffung war komplizierter als erwartet. Die erste Stiftung – Robert Bosch – hatte ich mir noch relativ schnell ausgesucht, weil die Stiftungswebsite viele Informationen bot und gerade die Hintergrundgeschichte des Stifters ein paar Zeilen zusätzlich brachte. Eine zweite Website zu finden war allerdings schwierig. Die nehm ich nicht, da find ich keine gute Formulierung für, hier sind nur die Zahlen für 2011, bei Robert Bosch sind es aber die Zahlen für 2012, man kann die ja nicht für zwei unterschiedliche Jahre vergleichen, hier steht gar nicht so richtig, was jetzt eigentlich im Fokus der Stiftung liegt… Irgendwann entschied ich mich dann aus Zeitnot für die Mercator-Stiftung.

Ob der Essay besonders gut war, halte ich für fraglich, den Anforderungen entspricht er hoffentlich trotzdem, sodass ich das Seminar abschließen kann.

Autor: Janna  |  Rubrik: studium  |  Mar 17, 2014
Autor: Janna
Rubrik: studium
Mar 17, 2014