interaktiv

100 erste Tage an der Uni

Zu viele Möglichkeiten

Autor:
Janna

Rubrik:
studium

06.05.2014

Neulich kam ich mit meiner Familie auf das Thema Großeltern zu sprechen. „Oma wollte früher Kinderärztin werden. Aber als der Krieg vorbei war, wurden die Studienplätze lieber an die heimkehrenden Männer vergeben. Darum hat sie dann als Gemeindeschwester gearbeitet. Als wir geboren wurden, war sie eigentlich nur noch Hausfrau“, erzählte meine Mutter.

Diese Aussage hat mir gezeigt, was für ein Glück ich eigentlich habe, im Jahr 2014 zu leben. Auch wenn ich glaube, dass meine Oma mit ihrem bisherigen Leben zufrieden ist und es nicht bereut, keine Kinderärztin geworden zu sein, ist es gut, dass ich in einer Zeit geboren wurde, in der Frauen zumindest per Gesetz nicht benachteiligt werden und jeder studieren kann, was er oder sie möchte.

In gewisser Weise beneide ich meine Oma allerdings auch: Ihr erster Plan hat nicht funktioniert, also wurde Plan B verwiklicht und ist damit glücklich geworden. Bei mir ist es so, dass ich zwar darauf hinsteuere, das Germanistikstudium abzuschließen, dann ins Lektorat gehe. Allerdings weiß ich überhaupt nicht, ob das der beste Weg für mich ist. Genau so gut klingt die Fernsehbranche und die Option, nach dem Bachelor die Uni zu wechseln und Gymnasiallehramt für Deutsch und Mathe in Betracht zu ziehen.

In einem Buch habe ich neulich gelesen, dass das Problem unserer Generation die vielen Möglichkeiten sind und wir uns deswegen nicht festlegen wollen. Am Ende vergeben wir deswegen Chancen.

Ich werde wohl noch ein paar Mal die Studienberatung konsultieren und auch eine ehemalige Klassenkameradin, die gerade auf Lehramt studiert, nach ihren Erfahrungen und Einschätzungen fragen. Dazu dann noch ein paar Praktika, um mal zu sehen, welcher Bereich mir letztendlich am besten gefällt. Wer weiß, ob mir das Lektorat wirklich gut liegt? Auch wenn die Film- und Fernsehbranche interessant ist, weiß ich ja noch nicht, ob ich dort wirklich Fuß fassen kann. Und auch wenn der Lehrerberuf die wohl sicherste Option ist, weiß ich nicht, ob es ein Beruf ist, der mir Spaß macht. Aber irgendwie werde ich schon den richtigen Weg finden.

Diesen Artikel teilen

Diese Webseite verwendet Cookies und das Webanalyse-Tool Matomo. Das hilft uns, dir ein gutes Nutzungserlebnis zu bieten und unsere Website zu verbessern. Wenn du durch die Seiten surfst, erklärst du dich hiermit einverstanden. Hier erfährst du mehr über die Nutzung deiner Daten und Möglichkeiten zum Widerspruch.