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100 erste Tage an der Uni

Modulfragen (Teil 2)

Mediävistik habe ich ebenfalls in die engere Wahl gezogen. Beim Einführungstutorium im ersten Semester kündigte meine Tutorin an: „Alle denken immer, Mediävistik sei so scheiße, aber eigentlich ist das cool!“ Sie hatte recht. Es mag nicht jedermanns Sache sein, sich ein Semester lang mit Mittelhochdeutsch zu befassen – mir hat es Spaß gemacht, ich fand es wie Latein in verständlich – aber mit den richtigen Seminaren und den richtigen Dozenten kann es auf jeden Fall Spaß machen. Wer hätte gedacht, dass man Tristan und Isolde so gut diskutieren kann? Und klar, es ist ziemlich viel Drumherum, bis die beiden überhaupt einander begegnen, aber die angesprochenen Themen sind geradezu skandalös für die damalige Zeit. Und das trifft genau meinen Geschmack. Bei Mediävistik kommt es daher ebenfalls darauf an, was für Fachmodule angeboten werden.

Ähnlich sieht es mit Kommunikation der Schriftlichkeit und Mündlichkeit aus. Über mein Radio-Moderations-Seminar hatte ich ja bereits im letzten Jahr zwei begeisterte Blog-Artikel geschrieben, „Rede-Rhetorik“ und „Gesprächsführung“ waren auch nicht uninteressant – auch wenn ich gerade wieder prokrastinierend den Vergleich der Rhetorik von Adolf Hitler und dem NPD-Politiker Udo Pastörs für meine Hausarbeit vor mir herschiebe. Allerdings hat dieses Modul seinen Namen kürzlich zu „Theorie und Geschichte der mündlichen und schriftlichen Kommunikation“ geändert, was nicht nur langweiliger klingt, sondern auch langweiliger ist. Diejenigen meiner Kommilitonen, die das Modul erst in diesem Studienjahr gewählt haben, hatten deutlich uninteressantere und vor allem auch weniger praxisbezogene Seminare zur Auswahl als ich damals. Von daher bin ich auch hier unsicher, ob dieser Bereich sich als Fachmodul eignet.

Letztendlich wird es eine Entscheidung sein, die darauf fußt, welche Seminare angeboten werden – und bis Herbst ist ja zum Glück auch noch eine Weile Zeit.

Autor: Janna  |  Rubrik: studium  |  Jun 6, 2014
Autor: Janna
Rubrik: studium
Jun 6, 2014

100 erste Tage an der Uni

Modulfrage

Das vierte Semester hat zwar gerade erst angefangen, aber die Frage, was nach dem Abschluss der Basismodule kommt, steht schon im Raum. Zur Erklärung: Das Germanistik-Kernfach-Studium ist so aufgebaut, dass man in den ersten beiden Studienjahren jeweils zwei Basismodule belegt und anschließend zwei Fachmodule für das dritte Studienjahr wählt, um in einem davon auch seine Bachelorarbeit zu schreiben. Nach diesem Semester muss ich mich also für zwei der vier Module entscheiden – und das ist ganz schön knifflig.

Was ich sicherlich nicht als Fachmodul nehmen werde, ist Sprachwissenschaft. Die Dozenten, die ich dort hatte, waren und sind zwar alle ziemlich cool, aber abgesehen von Soziolinguistik finde ich die Themen unglaublich langweilig.

Neuere deutsche Literaturwissenschaft ist da viel interessanter. Im Gegensatz zu den anderen Einführungsvorlesungen war ich hier sowohl physisch als auch psychisch mehr als die Hälfte der Zeit anwesend, das Einführungsseminar „Robinsonaden“ lädt zu einem sehr interessanten Hausarbeitsthema ein und meine aktuellen Seminare „Popliteratur“ und „Kriminalgenre“ gefallen mir sehrn. Aber zu neuerer deutscher Literatur gehören leider nicht nur die literarischen Werke der letzten 50 bis 100 Jahre, sondern leider auch alles andere, was als neuhochdeutsch gilt. Kleist, Goethe und Schiller lassen sich weder so leicht lesen wie Autoren jüngerer Zeit, noch sind sie inhaltlich so interessant wie die Artusromane des Mittelalters, die ich ins Herz geschlossen habe. Ob ich „NDL“ daher als Fachmodule wähle, weiß ich noch nicht genau.

Autor: Janna  |  Rubrik: studium  |  May 23, 2014
Autor: Janna
Rubrik: studium
May 23, 2014

100 erste Tage an der Uni

Zu viele Möglichkeiten

Neulich kam ich mit meiner Familie auf das Thema Großeltern zu sprechen. „Oma wollte früher Kinderärztin werden. Aber als der Krieg vorbei war, wurden die Studienplätze lieber an die heimkehrenden Männer vergeben. Darum hat sie dann als Gemeindeschwester gearbeitet. Als wir geboren wurden, war sie eigentlich nur noch Hausfrau“, erzählte meine Mutter.

Diese Aussage hat mir gezeigt, was für ein Glück ich eigentlich habe, im Jahr 2014 zu leben. Auch wenn ich glaube, dass meine Oma mit ihrem bisherigen Leben zufrieden ist und es nicht bereut, keine Kinderärztin geworden zu sein, ist es gut, dass ich in einer Zeit geboren wurde, in der Frauen zumindest per Gesetz nicht benachteiligt werden und jeder studieren kann, was er oder sie möchte.

In gewisser Weise beneide ich meine Oma allerdings auch: Ihr erster Plan hat nicht funktioniert, also wurde Plan B verwiklicht und ist damit glücklich geworden. Bei mir ist es so, dass ich zwar darauf hinsteuere, das Germanistikstudium abzuschließen, dann ins Lektorat gehe. Allerdings weiß ich überhaupt nicht, ob das der beste Weg für mich ist. Genau so gut klingt die Fernsehbranche und die Option, nach dem Bachelor die Uni zu wechseln und Gymnasiallehramt für Deutsch und Mathe in Betracht zu ziehen.

In einem Buch habe ich neulich gelesen, dass das Problem unserer Generation die vielen Möglichkeiten sind und wir uns deswegen nicht festlegen wollen. Am Ende vergeben wir deswegen Chancen.

Ich werde wohl noch ein paar Mal die Studienberatung konsultieren und auch eine ehemalige Klassenkameradin, die gerade auf Lehramt studiert, nach ihren Erfahrungen und Einschätzungen fragen. Dazu dann noch ein paar Praktika, um mal zu sehen, welcher Bereich mir letztendlich am besten gefällt. Wer weiß, ob mir das Lektorat wirklich gut liegt? Auch wenn die Film- und Fernsehbranche interessant ist, weiß ich ja noch nicht, ob ich dort wirklich Fuß fassen kann. Und auch wenn der Lehrerberuf die wohl sicherste Option ist, weiß ich nicht, ob es ein Beruf ist, der mir Spaß macht. Aber irgendwie werde ich schon den richtigen Weg finden.

Autor: Janna  |  Rubrik: studium  |  May 6, 2014
Autor: Janna
Rubrik: studium
May 6, 2014