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100 erste Tage an der Uni

Vom Winde verweht

Autor:
Janna

Rubrik:
studium

20.06.2014

„Du wohnst doch in Düsseldorf, wie sieht es denn da aus, jetzt, nach diesem schlimmen Sturm?“

„Ist bei euch viel kaputt gegangen?“

„Und, wo warst du, als ES passiert ist?“

Diese und ähnliche Fragen haben mich in der vergangenen Woche ziemlich oft erreicht. Ehrlich gesagt war ich von dem Unwetter in Nordrhein-Westfalen aber kaum betroffen. Während des Sturms war ich noch daheim bei meinen Eltern und dieser Ort wurde nicht ganz so heftig getroffen wie Düsseldorf. Während des heftigen Gewitters waren daher meine einzigen Unannehmlichkeiten, dass ich eine halbe Stunde lang nicht an meiner Hausarbeit schreiben konnte („Wenn jetzt der Blitz einschlägt, ist der Computer kaputt!“), dass ich das Staffelfinale meiner Lieblingsserie verpassen könnte („Wenn jetzt der Blitz einschlägt, ist der Fernseher kaputt!“) und dass meine Schwester in Düsseldorf unter einer Brücke am Rhein saß und ihre Nachrichten wenig beruhigend klangen („Wie hoch sind die Chancen auf dein Überleben?“ – „50:50, entweder überleben oder sterben. Ich hab euch alle lieb.“). Am nächsten Morgen hingegen schien die Sonne schon wieder so warm, dass man es nur in Top und kurzer Hose aushalten konnte, meine Schwester hatte das Unwetter überlebt – auch wenn meine Mutter sie mit dem Auto abholen musste, weil keine Bahnen mehr fuhren – und ich war guter Dinge, als ich bis auf einige Zweige und Blätter auf dem Boden keine Überreste des Sturms sehen konnte und auch der Bus überraschend pünktlich kam. An der Bahnhaltestelle wurde ich dann jedoch desillusioniert, als die Anzeigetafel kundgab, dass alle Züge bis auf weiteres ausfallen würden. Ich hätte natürlich den Bus nach Düsseldorf nehmen können, aber da schon morgens feststand, dass keine Straßen- und U-Bahnen fahren würden, war es mir zu riskant, dann womöglich irgendwo festzusitzen und nicht wegzukommen. Ich drehte also wieder um, entschuldigte mich per Mail bei den Dozenten des Tages und nutzte die Zeit für die Hausarbeit.

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