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100 erste Tage an der Uni

Vom Winde verweht

„Du wohnst doch in Düsseldorf, wie sieht es denn da aus, jetzt, nach diesem schlimmen Sturm?“

„Ist bei euch viel kaputt gegangen?“

„Und, wo warst du, als ES passiert ist?“

Diese und ähnliche Fragen haben mich in der vergangenen Woche ziemlich oft erreicht. Ehrlich gesagt war ich von dem Unwetter in Nordrhein-Westfalen aber kaum betroffen. Während des Sturms war ich noch daheim bei meinen Eltern und dieser Ort wurde nicht ganz so heftig getroffen wie Düsseldorf. Während des heftigen Gewitters waren daher meine einzigen Unannehmlichkeiten, dass ich eine halbe Stunde lang nicht an meiner Hausarbeit schreiben konnte („Wenn jetzt der Blitz einschlägt, ist der Computer kaputt!“), dass ich das Staffelfinale meiner Lieblingsserie verpassen könnte („Wenn jetzt der Blitz einschlägt, ist der Fernseher kaputt!“) und dass meine Schwester in Düsseldorf unter einer Brücke am Rhein saß und ihre Nachrichten wenig beruhigend klangen („Wie hoch sind die Chancen auf dein Überleben?“ – „50:50, entweder überleben oder sterben. Ich hab euch alle lieb.“). Am nächsten Morgen hingegen schien die Sonne schon wieder so warm, dass man es nur in Top und kurzer Hose aushalten konnte, meine Schwester hatte das Unwetter überlebt – auch wenn meine Mutter sie mit dem Auto abholen musste, weil keine Bahnen mehr fuhren – und ich war guter Dinge, als ich bis auf einige Zweige und Blätter auf dem Boden keine Überreste des Sturms sehen konnte und auch der Bus überraschend pünktlich kam. An der Bahnhaltestelle wurde ich dann jedoch desillusioniert, als die Anzeigetafel kundgab, dass alle Züge bis auf weiteres ausfallen würden. Ich hätte natürlich den Bus nach Düsseldorf nehmen können, aber da schon morgens feststand, dass keine Straßen- und U-Bahnen fahren würden, war es mir zu riskant, dann womöglich irgendwo festzusitzen und nicht wegzukommen. Ich drehte also wieder um, entschuldigte mich per Mail bei den Dozenten des Tages und nutzte die Zeit für die Hausarbeit.

Autor: Janna  |  Rubrik: studium  |  Jun 20, 2014
Autor: Janna
Rubrik: studium
Jun 20, 2014

100 erste Tage an der Uni

Reading Week

Das, was es an anderen Unis schon länger gibt, hat das englische Seminar der Georg-August-Universität nun auch eingeführt: die „Reading Week“. Aber was bedeutet das eigentlich? Im Grunde heißt das nur, dass eine Woche lang keine Seminare und Vorlesungen stattfinden. Das gilt allerdings nur für Englischstudenten wie mich. Zunächst klingt das nach einer Woche Urlaub, aber die „Reading Week“ soll dazu dienen, Lern- und Lesestoff nachzuholen. Soweit ja eigentlich keine schlechte Idee, und wenn ich ehrlich bin, brauchte ich die paar freien Tage wirklich. Nicht nur, um mich ein bisschen zu erholen, sondern auch, weil das Semester schon wieder zur Hälfte um war und bereits zwei Wochen später die erste Klausur anstand: Syntax.

Die ersten beiden Tage der „Reading Week“ habe ich genutzt, um in unserem Lehrbuch ein gutes Stück aufzuholen. Außerdem hatte ich nebenbei auch noch ein bisschen Zeit für Sport und für mein großes Hobby, das Schreiben, gefunden.

Wie lautet als mein Fazit? „Reading Week“ – ja oder nein? Natürlich sieht das alles nach außen hin wie eine Woche Urlaub mitten im Semester aus, aber dazu ist die freie Zeit keinesfalls gedacht. Wer nur auf der faulen Haut liegt oder gar einen kleinen Trip nach Mallorca bucht, betrügt sich selber um die Extrazeit, die ihm geschenkt wird. Ich finde, die Reading Week ist keine schlechte Sache, allerdings sollte sie – im Fall der Uni Göttingen – vielleicht auch auf andere geisteswissenschaftliche Fächer ausgeweitet werden, da man auch in Fächern wie Germanistik oder Philosophie sicher sehr viel lesen muss. Von mir also ein klares Ja zur neuen „Reading Week“!

Autor: Noelle  |  Rubrik: studium  |  Jun 17, 2014
Autor: Noelle
Rubrik: studium
Jun 17, 2014

100 erste Tage an der Uni

Modulfragen (Teil 2)

Mediävistik habe ich ebenfalls in die engere Wahl gezogen. Beim Einführungstutorium im ersten Semester kündigte meine Tutorin an: „Alle denken immer, Mediävistik sei so scheiße, aber eigentlich ist das cool!“ Sie hatte recht. Es mag nicht jedermanns Sache sein, sich ein Semester lang mit Mittelhochdeutsch zu befassen – mir hat es Spaß gemacht, ich fand es wie Latein in verständlich – aber mit den richtigen Seminaren und den richtigen Dozenten kann es auf jeden Fall Spaß machen. Wer hätte gedacht, dass man Tristan und Isolde so gut diskutieren kann? Und klar, es ist ziemlich viel Drumherum, bis die beiden überhaupt einander begegnen, aber die angesprochenen Themen sind geradezu skandalös für die damalige Zeit. Und das trifft genau meinen Geschmack. Bei Mediävistik kommt es daher ebenfalls darauf an, was für Fachmodule angeboten werden.

Ähnlich sieht es mit Kommunikation der Schriftlichkeit und Mündlichkeit aus. Über mein Radio-Moderations-Seminar hatte ich ja bereits im letzten Jahr zwei begeisterte Blog-Artikel geschrieben, „Rede-Rhetorik“ und „Gesprächsführung“ waren auch nicht uninteressant – auch wenn ich gerade wieder prokrastinierend den Vergleich der Rhetorik von Adolf Hitler und dem NPD-Politiker Udo Pastörs für meine Hausarbeit vor mir herschiebe. Allerdings hat dieses Modul seinen Namen kürzlich zu „Theorie und Geschichte der mündlichen und schriftlichen Kommunikation“ geändert, was nicht nur langweiliger klingt, sondern auch langweiliger ist. Diejenigen meiner Kommilitonen, die das Modul erst in diesem Studienjahr gewählt haben, hatten deutlich uninteressantere und vor allem auch weniger praxisbezogene Seminare zur Auswahl als ich damals. Von daher bin ich auch hier unsicher, ob dieser Bereich sich als Fachmodul eignet.

Letztendlich wird es eine Entscheidung sein, die darauf fußt, welche Seminare angeboten werden – und bis Herbst ist ja zum Glück auch noch eine Weile Zeit.

Autor: Janna  |  Rubrik: studium  |  Jun 6, 2014
Autor: Janna
Rubrik: studium
Jun 6, 2014