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100 erste Tage an der Uni

Zukunftsaussichten

Nächstes Jahr Ende Februar bin ich bereits fertig mit meinem Bachelorstudium. Wenn ich so darüber nachdenke, finde ich das echt krass. Eben habe ich noch die Schulbank gedrückt und mein Abi geschrieben, jetzt soll es auch mit der Uni schon wieder vorbei sein?

Nun ja, irgendwie bin ich sogar ganz froh, den Bachelor so schnell hinter mich bringen zu können. Zum einen, weil man dann das gute Gefühl hat, etwas geschafft und abgeschlossen zu haben. Und zum anderen, weil ich mich dann erst einmal auf eine neue Aufgabe konzentrieren kann.

Wenn alles so klappt, wie ich es mir vorgenommen habe, dann wäre diese „neue Aufgabe“ ein sechsmonatiges Praktikum beim Carlsen Verlag in Hamburg. Vor ein paar Jahren hatte ich schon einmal das Glück, mir den Verlag aus der Nähe angucken zu dürfen. Und das konnte mein ohnehin schon vorhandenes Interesse für das Verlagswesen noch weiter bestärken. Von der Pressearbeit über die Gestaltung eines Buches bis hin zur Lektoratsarbeit finde ich so gut wie jeden Bereich eines Verlagshauses interessant. Außerdem hätte ich so die Chance, einen Einblick in den Berufsalltag der Bücherbranche zu bekommen. Ich hoffe, dass mich dies meinem späteren Berufsziel ein gutes Stück näher bringt.

Danach könnte ich mir vorstellen, vielleicht noch ein zweites Praktikum im dtv Verlag dranzuhängen. Der hat nämlich seinen Sitz in München, sodass ich für die Zeit bei meiner Tante unterkommen könnte. Ansonsten könnte ich mir das vermutlich auch gar nicht leisten, denn genau wie Hamburg ist München sehr, sehr teuer. Ein Vorteil wäre hierbei auch, dass dtv Praktika im Lektorat schon ab einer Dauer von sechs Wochen anbietet. Das bedeutet, dass ich so etwas auch mal in den Semesterferien einschieben könnte. Und wenn ich dann meinen Master beginne, fände ich es super, wenn ich noch ein Auslandssemester machen könnte. Im Internet habe ich nämlich gelesen, dass Germanistik auch an britischen Universitäten angeboten wird, und das würde meine zwei Studienfächer echt toll verbinden.

So gut das nun auch alles klingt, solch eine „Praxiszeit“ würde auch eine große Umstellung bedeuten – auch wenn es nur für sechs Monate wäre. Momentan fühle ich mich ziemlich wohl in meiner WG, außerdem verbringe ich viel Zeit mit meiner Familie und meinen Freunden. Das wäre dann erst einmal nicht mehr so. Außerdem stelle ich mir vor, wie es sein würde, wenn jemand anderes in meinem WG-Zimmer wohnen würde. Wird dieser jemand sich genauso gut mit meinen Mitbewohnerinnen verstehen? Und werden meine drei Mädels mich in dieser Zeit vermissen?

Autor: Noelle  |  Rubrik: studium  |  Jul 2, 2014
Autor: Noelle
Rubrik: studium
Jul 2, 2014

100 erste Tage an der Uni

Vom Winde verweht

„Du wohnst doch in Düsseldorf, wie sieht es denn da aus, jetzt, nach diesem schlimmen Sturm?“

„Ist bei euch viel kaputt gegangen?“

„Und, wo warst du, als ES passiert ist?“

Diese und ähnliche Fragen haben mich in der vergangenen Woche ziemlich oft erreicht. Ehrlich gesagt war ich von dem Unwetter in Nordrhein-Westfalen aber kaum betroffen. Während des Sturms war ich noch daheim bei meinen Eltern und dieser Ort wurde nicht ganz so heftig getroffen wie Düsseldorf. Während des heftigen Gewitters waren daher meine einzigen Unannehmlichkeiten, dass ich eine halbe Stunde lang nicht an meiner Hausarbeit schreiben konnte („Wenn jetzt der Blitz einschlägt, ist der Computer kaputt!“), dass ich das Staffelfinale meiner Lieblingsserie verpassen könnte („Wenn jetzt der Blitz einschlägt, ist der Fernseher kaputt!“) und dass meine Schwester in Düsseldorf unter einer Brücke am Rhein saß und ihre Nachrichten wenig beruhigend klangen („Wie hoch sind die Chancen auf dein Überleben?“ – „50:50, entweder überleben oder sterben. Ich hab euch alle lieb.“). Am nächsten Morgen hingegen schien die Sonne schon wieder so warm, dass man es nur in Top und kurzer Hose aushalten konnte, meine Schwester hatte das Unwetter überlebt – auch wenn meine Mutter sie mit dem Auto abholen musste, weil keine Bahnen mehr fuhren – und ich war guter Dinge, als ich bis auf einige Zweige und Blätter auf dem Boden keine Überreste des Sturms sehen konnte und auch der Bus überraschend pünktlich kam. An der Bahnhaltestelle wurde ich dann jedoch desillusioniert, als die Anzeigetafel kundgab, dass alle Züge bis auf weiteres ausfallen würden. Ich hätte natürlich den Bus nach Düsseldorf nehmen können, aber da schon morgens feststand, dass keine Straßen- und U-Bahnen fahren würden, war es mir zu riskant, dann womöglich irgendwo festzusitzen und nicht wegzukommen. Ich drehte also wieder um, entschuldigte mich per Mail bei den Dozenten des Tages und nutzte die Zeit für die Hausarbeit.

Autor: Janna  |  Rubrik: studium  |  Jun 20, 2014
Autor: Janna
Rubrik: studium
Jun 20, 2014

100 erste Tage an der Uni

Reading Week

Das, was es an anderen Unis schon länger gibt, hat das englische Seminar der Georg-August-Universität nun auch eingeführt: die „Reading Week“. Aber was bedeutet das eigentlich? Im Grunde heißt das nur, dass eine Woche lang keine Seminare und Vorlesungen stattfinden. Das gilt allerdings nur für Englischstudenten wie mich. Zunächst klingt das nach einer Woche Urlaub, aber die „Reading Week“ soll dazu dienen, Lern- und Lesestoff nachzuholen. Soweit ja eigentlich keine schlechte Idee, und wenn ich ehrlich bin, brauchte ich die paar freien Tage wirklich. Nicht nur, um mich ein bisschen zu erholen, sondern auch, weil das Semester schon wieder zur Hälfte um war und bereits zwei Wochen später die erste Klausur anstand: Syntax.

Die ersten beiden Tage der „Reading Week“ habe ich genutzt, um in unserem Lehrbuch ein gutes Stück aufzuholen. Außerdem hatte ich nebenbei auch noch ein bisschen Zeit für Sport und für mein großes Hobby, das Schreiben, gefunden.

Wie lautet als mein Fazit? „Reading Week“ – ja oder nein? Natürlich sieht das alles nach außen hin wie eine Woche Urlaub mitten im Semester aus, aber dazu ist die freie Zeit keinesfalls gedacht. Wer nur auf der faulen Haut liegt oder gar einen kleinen Trip nach Mallorca bucht, betrügt sich selber um die Extrazeit, die ihm geschenkt wird. Ich finde, die Reading Week ist keine schlechte Sache, allerdings sollte sie – im Fall der Uni Göttingen – vielleicht auch auf andere geisteswissenschaftliche Fächer ausgeweitet werden, da man auch in Fächern wie Germanistik oder Philosophie sicher sehr viel lesen muss. Von mir also ein klares Ja zur neuen „Reading Week“!

Autor: Noelle  |  Rubrik: studium  |  Jun 17, 2014
Autor: Noelle
Rubrik: studium
Jun 17, 2014