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100 erste Tage an der Uni

Filmproduktion (Teil 2)

Wir haben also den Schauplatz hergerichtet, um das Ganze dramatischer zu gestalten. Ein Passant, der einen Stock betrachtet und diesen eigentlich seinem Hund zuwirft, wird als Experte dargestellt und so live, wie die Moderatorin tut, ist der Beitrag auch nicht. Um den Film lustiger zu gestalten, bauten wir noch ein paar schräge Charaktere ein. Die arrogante Moderatorin, die die ganze Zeit nach ihrer kaugummikauenden Visagistin ruft, den gelangweilten Kameramann, der als einziger die Ruhe selbst ist, und meine Rolle: Die Praktikantin, die die ganze Zeit nur am Handy hängt.

Am zweiten Tag begann dann die Umsetzung. Auch wenn wir einige Szenen grob geplant hatten, haben wir relativ frei gespielt. Es machte ziemlich viel Spaß und aus der einen oder anderen Situation entstanden weitere Gags, die sich prima einbauen ließen: Zum Beispiel die Regieassistentin, die – wie man aus der „Making-Of“-Kamera sieht – einen Ast über die Moderatorin hält, sodass es in der „richtigen“ Kamera aussieht, als würde sie unter einem Baum stehen. Uns war es wichtig, den Film nicht zu ernst zu nehmen. Er sollte weniger tiefgründig sein als die Filme, die wir bisher gesehen hatten.

Der dritte Seminartag eine Woche später war zwar regnerisch, aber das störte uns wenig, die Dreharbeiten waren schließlich abgeschlossen. Während Hannah in einem Raum das Material schnitt, nahmen Aida, Sabrina, Johanna und ich in einem anderen Raum Musik für eine Zeitraffersequenz und den Abspann auf. Vorher und zwischendurch haben wir immer mal wieder beim Schneiden zugeguckt und beraten. „Nehmen wir diesen Take oder doch den anderen?“ – „Kann man hier nicht schneiden?“ – „Die Zwischensequenz passt vielleicht besser an den Anfang.“

Um fünf Uhr war der Film endlich fertig und auch wenn wir das Bildmaterial mittlerweile auswendig kannten, mussten wir bei der finalen Vorführung immer noch lachen. Ob das nur daran lag, dass wir beim Dreh dabei waren und die Gedanken dahinter kannten, oder der Film wirklich lustig ist, wird sich dann wohl zeigen, wenn ich ihn mir in ein paar Wochen auf DVD abholen und mit meiner Familie und meinen Freunden anschauen kann.

Autor: Janna  |  Rubrik: studium  |  Jul 9, 2014
Autor: Janna
Rubrik: studium
Jul 9, 2014

100 erste Tage an der Uni

Filmproduktion (Teil 1)

KUBUS. Diese Buchstabenfolge steht nicht nur für Würfel, sondern vor allem für ein Modul, das ich im Rahmen des Wahlpflichtbereichs gewählt habe: Karriere und Beruf und Studium. Das Modul besteht aus vier Teilen: Praxisfelderseminar, Workshop, ein Praktikum über zwei Wochen und Praxisforum. Das Praxisfelderseminar, bei dem man im Hörsaal sitzt und Leuten zuhört, die von ihrem Werdegang berichten, den sie mit einem Studium der Geisteswissenschaften hingelegt haben, habe ich bereits im Wintersemester hinter mich gebracht. Das Praktikum werde ich voraussichtlich in den übernächsten Semesterferien erledigen und das Praxisforum, bei dem man abschließend seinen beruflichen Werdegang genauer plant und am Ende hoffentlich weiß, was man später genau machen möchte, werde ich im sechsten Semester belegen.

In diesem Semester habe ich nun den Workshop belegt: Filmproduktion. Drei Tage an zwei aufeinanderfolgenden Wochenenden von zehn bis 18 Uhr in der Uni zu sein, um zwei Credit Points und einen selbstgedrehten Film zu erhalten, klang nach einem guten Deal. Mir war vorher zwar etwas mulmig, weil eine Freundin den Workshop schon einmal besucht und mit ihrem Team nicht besonders viel Spaß hatte, aber die Sorgen waren unbegründet: Zwei Jungs und sechs andere Mädchen saßen mit mir im Seminarraum und alle waren ziemlich motiviert. Die Vorgaben fielen sehr frei aus: „Dreht einen Film!“ Alles andere war uns überlassen.

Nach der Sichtung von ein paar Filmen aus den letzten Semestern zur Einstimmung und Inspiration wurde erst einmal diskutiert. „So ein festes Skript ist nicht so gut, man konnte ja gerade sehen, dass das schnell auswendig gelernt wirkt.“ – „Vielleicht sollten wir nur mit Voiceover arbeiten?“

Eine Weile überlegten wir, den Sturm über Deutschland als aktuelles Thema zu nutzen und den Kontrast zwischen den Menschen darzustellen, die ziemlich schnell vergessen haben, was hier los war, und einer Person, die einen Angehörigen oder Freund verloren hat. Wir haben diese Idee aber schnell wieder verworfen: „Aber das ist doch schon alles weg, es gibt keine umgekippten Bäume und abgerissenen Zweige mehr, die haben doch alles schon abtransportiert!“ –„Hm, dann müssen wir eben den Drehplatz ein bisschen herrichten!“

Und aus diesem Gedanken entsteht letztendlich der Plot für unseren Film: Ein komödiantisches Making-of einer Reportage, in der von vorne bis hinten geschummelt wird.

Autor: Janna  |  Rubrik: studium  |  Jul 4, 2014
Autor: Janna
Rubrik: studium
Jul 4, 2014

100 erste Tage an der Uni

Zukunftsaussichten

Nächstes Jahr Ende Februar bin ich bereits fertig mit meinem Bachelorstudium. Wenn ich so darüber nachdenke, finde ich das echt krass. Eben habe ich noch die Schulbank gedrückt und mein Abi geschrieben, jetzt soll es auch mit der Uni schon wieder vorbei sein?

Nun ja, irgendwie bin ich sogar ganz froh, den Bachelor so schnell hinter mich bringen zu können. Zum einen, weil man dann das gute Gefühl hat, etwas geschafft und abgeschlossen zu haben. Und zum anderen, weil ich mich dann erst einmal auf eine neue Aufgabe konzentrieren kann.

Wenn alles so klappt, wie ich es mir vorgenommen habe, dann wäre diese „neue Aufgabe“ ein sechsmonatiges Praktikum beim Carlsen Verlag in Hamburg. Vor ein paar Jahren hatte ich schon einmal das Glück, mir den Verlag aus der Nähe angucken zu dürfen. Und das konnte mein ohnehin schon vorhandenes Interesse für das Verlagswesen noch weiter bestärken. Von der Pressearbeit über die Gestaltung eines Buches bis hin zur Lektoratsarbeit finde ich so gut wie jeden Bereich eines Verlagshauses interessant. Außerdem hätte ich so die Chance, einen Einblick in den Berufsalltag der Bücherbranche zu bekommen. Ich hoffe, dass mich dies meinem späteren Berufsziel ein gutes Stück näher bringt.

Danach könnte ich mir vorstellen, vielleicht noch ein zweites Praktikum im dtv Verlag dranzuhängen. Der hat nämlich seinen Sitz in München, sodass ich für die Zeit bei meiner Tante unterkommen könnte. Ansonsten könnte ich mir das vermutlich auch gar nicht leisten, denn genau wie Hamburg ist München sehr, sehr teuer. Ein Vorteil wäre hierbei auch, dass dtv Praktika im Lektorat schon ab einer Dauer von sechs Wochen anbietet. Das bedeutet, dass ich so etwas auch mal in den Semesterferien einschieben könnte. Und wenn ich dann meinen Master beginne, fände ich es super, wenn ich noch ein Auslandssemester machen könnte. Im Internet habe ich nämlich gelesen, dass Germanistik auch an britischen Universitäten angeboten wird, und das würde meine zwei Studienfächer echt toll verbinden.

So gut das nun auch alles klingt, solch eine „Praxiszeit“ würde auch eine große Umstellung bedeuten – auch wenn es nur für sechs Monate wäre. Momentan fühle ich mich ziemlich wohl in meiner WG, außerdem verbringe ich viel Zeit mit meiner Familie und meinen Freunden. Das wäre dann erst einmal nicht mehr so. Außerdem stelle ich mir vor, wie es sein würde, wenn jemand anderes in meinem WG-Zimmer wohnen würde. Wird dieser jemand sich genauso gut mit meinen Mitbewohnerinnen verstehen? Und werden meine drei Mädels mich in dieser Zeit vermissen?

Autor: Noelle  |  Rubrik: studium  |  Jul 2, 2014
Autor: Noelle
Rubrik: studium
Jul 2, 2014