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100 erste Tage an der Uni

Zwei-Klassen Sozialwissenschaft

Der Titel mag übertrieben sein und ich möchte mein Ergänzungsfach auf keinen Fall missen. Ich liebe die Seminare und Vorlesungen in Soziologie und das sage ich sogar, obwohl ich gerade für die Klausur in der letzten Vorlesungswoche lernen muss.
Was mir allerdings in letzter Zeit immer häufiger aufstößt, ist die Tatsache, dass offenbar in der Sozialwissenschaft ein Unterschied zwischen den „SoWis“ (also denjenigen, die den Kombi-Bachelor „Sozialwissenschaften“ studieren) und den „MeWis“, „PoWis“ und „Soziologen“, die jeweils nur eines der drei Fächer im SoWi-Bachelor (Medienwissenschaft, Politikwissenschaft und Soziologie) studieren, herrscht.
Als ich im dritten Semester ein laut Vorlesungsverzeichnis eindeutig auch für Soziologie-Ergänzungsfächler zugängliches Seminar belegen wollte, hieß es bei der ersten Sitzung von Seiten des Dozenten: „Eigentlich will ich keine Ergänzungsfächler hier drin haben. Und insgesamt eigentlich auch nur Leute, die im vierten Fachsemester oder höher sind.“ Warum dieser Sachverhalt nicht schon in der Seminarbeschreibung stand, bleibt mir unklar, Personen wie ich haben sich für dieses Seminar angemeldet und dafür womöglich andere Seminare ausgelassen, da kann man doch nicht einfach Leute ausschließen, weil sie „nur“ im Ergänzungsfach studieren.
Sind die Unterschiede denn wirklich so groß, fragt man sich an dieser Stelle wahrscheinlich, und soweit ich das beurteilen kann, ist dem nicht so: Sowohl die SoWi-BAs als auch die Soziologie-EFler müssen in Soziologie dieselben Kurse belegen. Der einzige Unterschied besteht darin, dass die SoWis im ersten Studienjahr „Erhebungsverfahren“ belegen, während wir E-Fächler „Methoden der Sozialwissenschaften“ haben. Der inhaltliche Unterschied ist dabei ungefähr der, dass man als SoWi etwas anwendungsbezogener ist und Telefonumfragen durchführen muss, während MeWis, PoWis und Soziologen „nur“ lernen, auf welche Fehlerquellen man jede Studie kritisch hinterfragen muss. Denn die E-Fächler arbeiten zwar mit Studien, erstellen diese jedoch nicht unbedingt selbst.

 

Autor: Janna  |  Rubrik: studium  |  Jul 15, 2014
Autor: Janna
Rubrik: studium
Jul 15, 2014

100 erste Tage an der Uni

Filmproduktion (Teil 2)

Wir haben also den Schauplatz hergerichtet, um das Ganze dramatischer zu gestalten. Ein Passant, der einen Stock betrachtet und diesen eigentlich seinem Hund zuwirft, wird als Experte dargestellt und so live, wie die Moderatorin tut, ist der Beitrag auch nicht. Um den Film lustiger zu gestalten, bauten wir noch ein paar schräge Charaktere ein. Die arrogante Moderatorin, die die ganze Zeit nach ihrer kaugummikauenden Visagistin ruft, den gelangweilten Kameramann, der als einziger die Ruhe selbst ist, und meine Rolle: Die Praktikantin, die die ganze Zeit nur am Handy hängt.

Am zweiten Tag begann dann die Umsetzung. Auch wenn wir einige Szenen grob geplant hatten, haben wir relativ frei gespielt. Es machte ziemlich viel Spaß und aus der einen oder anderen Situation entstanden weitere Gags, die sich prima einbauen ließen: Zum Beispiel die Regieassistentin, die – wie man aus der „Making-Of“-Kamera sieht – einen Ast über die Moderatorin hält, sodass es in der „richtigen“ Kamera aussieht, als würde sie unter einem Baum stehen. Uns war es wichtig, den Film nicht zu ernst zu nehmen. Er sollte weniger tiefgründig sein als die Filme, die wir bisher gesehen hatten.

Der dritte Seminartag eine Woche später war zwar regnerisch, aber das störte uns wenig, die Dreharbeiten waren schließlich abgeschlossen. Während Hannah in einem Raum das Material schnitt, nahmen Aida, Sabrina, Johanna und ich in einem anderen Raum Musik für eine Zeitraffersequenz und den Abspann auf. Vorher und zwischendurch haben wir immer mal wieder beim Schneiden zugeguckt und beraten. „Nehmen wir diesen Take oder doch den anderen?“ – „Kann man hier nicht schneiden?“ – „Die Zwischensequenz passt vielleicht besser an den Anfang.“

Um fünf Uhr war der Film endlich fertig und auch wenn wir das Bildmaterial mittlerweile auswendig kannten, mussten wir bei der finalen Vorführung immer noch lachen. Ob das nur daran lag, dass wir beim Dreh dabei waren und die Gedanken dahinter kannten, oder der Film wirklich lustig ist, wird sich dann wohl zeigen, wenn ich ihn mir in ein paar Wochen auf DVD abholen und mit meiner Familie und meinen Freunden anschauen kann.

Autor: Janna  |  Rubrik: studium  |  Jul 9, 2014
Autor: Janna
Rubrik: studium
Jul 9, 2014

100 erste Tage an der Uni

Filmproduktion (Teil 1)

KUBUS. Diese Buchstabenfolge steht nicht nur für Würfel, sondern vor allem für ein Modul, das ich im Rahmen des Wahlpflichtbereichs gewählt habe: Karriere und Beruf und Studium. Das Modul besteht aus vier Teilen: Praxisfelderseminar, Workshop, ein Praktikum über zwei Wochen und Praxisforum. Das Praxisfelderseminar, bei dem man im Hörsaal sitzt und Leuten zuhört, die von ihrem Werdegang berichten, den sie mit einem Studium der Geisteswissenschaften hingelegt haben, habe ich bereits im Wintersemester hinter mich gebracht. Das Praktikum werde ich voraussichtlich in den übernächsten Semesterferien erledigen und das Praxisforum, bei dem man abschließend seinen beruflichen Werdegang genauer plant und am Ende hoffentlich weiß, was man später genau machen möchte, werde ich im sechsten Semester belegen.

In diesem Semester habe ich nun den Workshop belegt: Filmproduktion. Drei Tage an zwei aufeinanderfolgenden Wochenenden von zehn bis 18 Uhr in der Uni zu sein, um zwei Credit Points und einen selbstgedrehten Film zu erhalten, klang nach einem guten Deal. Mir war vorher zwar etwas mulmig, weil eine Freundin den Workshop schon einmal besucht und mit ihrem Team nicht besonders viel Spaß hatte, aber die Sorgen waren unbegründet: Zwei Jungs und sechs andere Mädchen saßen mit mir im Seminarraum und alle waren ziemlich motiviert. Die Vorgaben fielen sehr frei aus: „Dreht einen Film!“ Alles andere war uns überlassen.

Nach der Sichtung von ein paar Filmen aus den letzten Semestern zur Einstimmung und Inspiration wurde erst einmal diskutiert. „So ein festes Skript ist nicht so gut, man konnte ja gerade sehen, dass das schnell auswendig gelernt wirkt.“ – „Vielleicht sollten wir nur mit Voiceover arbeiten?“

Eine Weile überlegten wir, den Sturm über Deutschland als aktuelles Thema zu nutzen und den Kontrast zwischen den Menschen darzustellen, die ziemlich schnell vergessen haben, was hier los war, und einer Person, die einen Angehörigen oder Freund verloren hat. Wir haben diese Idee aber schnell wieder verworfen: „Aber das ist doch schon alles weg, es gibt keine umgekippten Bäume und abgerissenen Zweige mehr, die haben doch alles schon abtransportiert!“ –„Hm, dann müssen wir eben den Drehplatz ein bisschen herrichten!“

Und aus diesem Gedanken entsteht letztendlich der Plot für unseren Film: Ein komödiantisches Making-of einer Reportage, in der von vorne bis hinten geschummelt wird.

Autor: Janna  |  Rubrik: studium  |  Jul 4, 2014
Autor: Janna
Rubrik: studium
Jul 4, 2014