interaktiv

100 erste Tage an der Uni

Per Anhalter nach Bayern

Autor:
Ferdinand

Rubrik:
studium

05.10.2015

Da die Zeit bis zum Studienstart an sich gerade nicht so spannend ist, bin ich gerade ziemlich viel in Deutschland unterwegs. Nach meiner Rückkehr aus Tschechien, habe ich nun viel mehr Interesse daran, auch mein eigenes Land besser kennenzulernen und zu bereisen.

So trieb es mich in der letzten Zeit in Frankfurter Kunstmuseen und in hessische Fachwerkhausstraßenzüge auf dem Lande. Auch in Magdeburg habe ich jüngst Freunde besucht. Letztes Wochenende verschlug es mich nach Unterfranken in eine kleine Ortschaft in der Nähe von Würzburg, wo auf einer alten Mühle ein Wiedersehen mit den lieben Freunden aus Tschechien stattfand. Ich entschied ich mich dieses Mal dazu, gemeinsam mit meiner zukünftigen WG-Mitbewohnerin per Anhalter zu fahren.

Und das klappte in der Tat richtig gut! Um 9.30 Uhr legten wir in Halle ab und hatten dabei sehr spannende Fahrer! Eine Fernstudentin zum Beispiel, die einen Bürojob hat, aber nebenbei noch Erziehungswissenschaften und Psychologie studiert. Ein angehender Berufssoldat erzählte uns von seiner Ausbildung und seiner Einstellung zum Militär, die sich von der unsrigen doch unterscheidet. Als uns eine Frau mit tschechischen Wurzeln ein paar Kilometer mitnahm, konnte ich sogar meine Tschechisch-Kenntnisse anwenden. Nach fünfeinhalb Stunden betraten wir schließlich Würzburger Boden. Auf den Rat unserer letzten Fahrerin hin besuchten wir zunächst die Alte Main Brücke. Als wir nach dem Weg fragten, schien es mir, als würden in Würzburg nur Russen leben, doch dann zeigte sich, dass das gerollte "R" einfach nur ein fester Bestandteil des fränkischen Dialekts ist.

Nachdem wir zwei Abende gesungen, getrunken, geredet, gelacht, geweint haben, ging es am Sonntag wieder zurück. Wir warteten keine zwei Minuten, bis uns eine dreiköpfige Familie in ihrem Kombi mitnahm. Später standen wir aber auf einmal mitten auf der Autobahn. Man zeigte uns Vögel, hupte uns zu, aber manche lächelten auch. Wir zerknüllten unser "Erfurt"-Schild und schrieben in großen Buchstaben "WEG HIER!" auf das Schild. Nach elenden 45 Minuten schließlich hielt ein VW Bus, der extra die nächste Abfahrt genommen hat und noch einmal zurückgefahren war, um uns einzusammeln. Wir waren sehr erleichtert und froh, als wir auf einmal direkt an unserem Wunschziel, mitten in Halle, ankamen.

Diesen Artikel teilen