interaktiv

100 erste Tage an der Uni

Ein Sofa auf dem Balkon

Autor:
Ferdinand

Rubrik:
studium

12.10.2015

Was für ein tolles Gefühl. Die letzten Kisten sind die Treppen hochgewuchtet, wir winken den Umzugshelfern hinterher und essen Pizza. Es ist der erste Abend in unserer Wohnung. Das fühlt sich komisch an. Seit diesem ersten WG-Abend hat sich schon wieder einiges geändert. Mein Hochbett ist nach viel Frust und Arbeit sicher in der Wand verplombt. Dübel dafür im Baumarkt zu kaufen, war ein Erlebnis. Wie lange war ich wohl nicht mehr in einem Baumarkt? Zwei Jahre? Drei? Oder doch fünf? Der Rest meiner Möbel – das sind derzeit noch nicht sehr viele – ist mittlerweile auch aufgebaut. Insgesamt wirkt die Bude mit jedem Tag wohnlicher – freilich auch und eigentlich vor allem dank der Hilfe von Familienmitgliedern, die handwerklich begabter sind als meine Mitbewohner und ich. Seit Neuestem steht so nun auch endlich unsere Küche. Und auch die Waschmaschine ist angeschlossen.

Auf der Pirsch nach günstigen und schönen Möbeln verschlug es uns zuletzt auf einen der zahlreichen Leipziger Flohmärkte. Dort haben wir so viel gekauft, dass nicht einmal alles in unser Auto passte. Als wir am Abend noch einmal hin fuhren, um eine Küchenbank nachzuholen, bat man uns, auch das danebenstehende Sofa mit einzuladen. Ein geschenktes Sofa, das man uns am Mittag noch für 170 Euro verkaufen wollte, nehmen wir natürlich gern. Das gute Stück hat nun seinen Platz auf dem Balkon gefunden.

So ein Umzug ist schon aufregend und das, obwohl doch eigentlich gar nicht so viel passiert. In meinen ersten Tagen in Leipzig habe ich die Straße, in der wir wohnen, nicht einmal verlassen. Nur zum Supermarkt habe ich es noch geschafft. Ansonsten verbrauchte ich meine Tage mit putzen, dem Hin- und Herschieben von Möbeln und der Suche nach irgendwelchen Dingen, die im Chaos verschwunden sind.

Mittlerweile habe ich es zumindest einmal in die berühmte Karl-Liebknecht-Straße geschafft, die für ihre unzähligen Kneipen und Restaurants berühmt ist. Dass ich Leipzig noch kaum kennenlernen konnte, macht mir eigentlich nichts aus. Ich weiß ja, dass ich noch ganz viel Zeit habe, um die Stadt zu erkunden. Dass ich irgendwann einen noch schnelleren Weg mit dem Rad ins Zentrum finden und die Straßenbahnlinien auswendig kennen werde. Und ich weiß, dass es eine gute Zeit wird.

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