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100 erste Tage an der Uni

Ein Handbuch zum Studieren

Meine ersten Wochen in Leipzig und damit auch die ersten Uni-Wochen vergingen wie im Flug. Mittlerweile habe ich nun immerhin einen groben Überblick, wann welche Veranstaltung in welchem Seminargebäude stattfindet und welche Dozenten mich unterrichten. Ich genieße den zerklüfteten Dienstag genauso wie den spät beginnenden Mittwoch oder natürlich den freien Freitag. Einiges läuft bei mir aber gerade auch nicht so perfekt. Deshalb hier nun das ferdinandsche Handbuch für einen erfolgreichen Uni-Start mit Tipps, die ich mal besser schon eher gehört und befolgt hätte: Iss!

Iss, aber tu es nicht um 12.45 Uhr in der Hauptmensa, wenn alle etwas essen wollen und man vor lauter Studierenden die Nudeltheke nicht mehr sieht. Mach das einfach nicht. Verschiebe deinen Hunger, lege dir einen alternativen Essensstundenplan zu oder schmiere dir ein Brot.

Lies!

Gehe in die Bibliothek und leihe dir die Literatur aus, die dir der Professor empfiehlt. Das macht er ja nicht ohne Grund, da wird schon was dran sein!

Lerne Menschen kennen!

Singe im Chor, gehe zur Kneipentour, spreche deinen Sitznachbarn an! Klar, es ist einfacher, dein ganzes Leben nur mit den netten Leuten aus deiner WG zu verbringen. Aber deine Vorlesungen sind voller Menschen, die gerade auch neu in der Stadt sind und jemanden kennenlernen wollen!

Kümmere dich!

Du sitzt in einem Seminar mit Master-Studenten und verstehst kein Wort von dem, was vorne erzählt wird? Da kann doch irgendetwas nicht stimmen! Statt zu schwänzen gehe lieber zur Studienfachberatung und lass dir helfen! Dazu sind diese Stellen schließlich da!

Schlaf!

So gut die lokalen Attraktionen auch sein mögen, achte darauf, genug zu schlafen! Durchhängen in der Uni kommt nicht nur schlecht vor den Professoren, sondern wird irgendwann auch nervig und ungesund.

Genieß es!

Denn studieren ist toll!

Autor: Ferdinand  |  Rubrik: studium  |  Nov 4, 2015
Autor: Ferdinand
Rubrik: studium
Nov 4, 2015

100 erste Tage an der Uni

Ersti-Woche

Der erste Tag an der Uni war für sich genommen schon eine ziemlich spannende und lustige Sache. Mit den darauffolgenden Tagen wurde aus diesem einen großartigen Tag eine ganze fantastische Woche.

Dank des schnellen Autos meiner Eltern und erfolgreicher Parkplatzsuche lief ich mit etwa 15 Minuten Verspätung zur Uni – und direkt in die wartende Menge von knapp 2.000 angehenden, aber ahnungslosen Ingenieuren hinein. Knapp fünf Minuten später hatten dann aber auch alle Erstis ihren Platz im Hörsaal gefunden.

Wir hörten eine kurze motivierende Rede vom Rektor, und schon ging die Platzsuche aufs Neue los. Diesmal wurden die Maschinenbauer von den Wirtschafts- und Rohstoffingenieuren getrennt. Mit immer noch etwa 1.200 Kommilitonen war der größte Hörsaal der Uni mit 1.043 Plätzen ziemlich deutlich überfüllt. Trotzdem ließ die Stimmung es nicht einmal ansatzweise zu, dass schlechte Laune aufkommen konnte. Schon als wir den Saal betraten, schallte uns eine ohrenbetäubende Wand aus hipper Musik entgegen. Was wir (die Erstis) bis dahin noch nicht wussten: Wir sollten nach den Eingangsworten des Rektors von unserer Fachschaft, also der Studentenvertretung des Faches Maschinenbau, begrüßt werden. Dementsprechend schwang wider Erwarten kein Professor lange Reden, sondern unsere Kommilitonen der höheren Semester hießen uns auf ihre Art herzlich willkommen. Mit ein paar lustigen Filmen, einem kurzen Theaterstück und ständigem Skandieren unsinniger, aber traditionsreicher Maschinenbau-Sprüche schufen die Studentenvertreter der Fachschaft sofort ein unglaubliches Zusammengehörigkeitsgefühl.

Um das nach der Einführungsveranstaltung nicht wieder zu verlieren, wurden wir am Ausgang in Kleingruppen eingeteilt und bekamen in diesen Kleingruppen jeweils zwei Tutoren an die Seite gestellt. Um einige nette Bekannte, einige Tipps und Tricks und einen unglaublich positiven Eindruck von der Uni reicher, fiel ich nach dem Nachmittags- und Abendprogramm unserer Kleingruppe ziemlich zufrieden ins Bett.

Die nächsten Tage liefen alle ähnlich spaßig und interessant ab. Angepasst an den studentischen Rhythmus ging kaum ein Tagesprogramm vor 10 Uhr los und war immer mit dem Ziel gestaltet, den Erstis den Einstieg und das Kennenlernen von neuen Leuten so leicht wie möglich zu machen. Insgesamt verbrachten wir so eine super organisierte und beeindruckend gut betreute erste Woche auf dem Campus. So macht Student-sein Spaß!

Autor: Katha  |  Rubrik: studium  |  Nov 2, 2015
Autor: Katha
Rubrik: studium
Nov 2, 2015

100 erste Tage an der Uni

Ahoj again

Es war ein schöner melancholischer Herbsttag und ich war wieder auf dem Weg in die Tschechische Republik. Es lässt mich einfach nicht mehr los: Dieses Land, diese Menschen und diese Erlebnisse dort.

Beim Umstieg auf dem Dresdner Hauptbahnhof traf ich einen alten Freund aus Pilsener Tagen. Auch er war bei der neunten Amtszeit des Deutsch-tschechischen Jugendforums dabei. Das JuFo ist der jüngere Ableger des Deutsch-tschechischen Gesprächsforms, einem recht wichtigen politischen Organ für die Beziehung der beiden Länder. 15 junge Menschen aus Tschechien und 15 aus Deutschland arbeiten zwei Jahre lang an einem Oberthema. Sie tauschen sich aus, organisieren Projekte und präsentieren schließlich ihre Ergebnisse der Öffentlichkeit. Das Oberthema für diese Amtszeit lautet: Wo ist mein zuhause.

In Zubrnice, einem 300 Einwohner zählenden, böhmischen Dorf, trafen wir nun das erste Mal alle aufeinander. Tschechen mit vietnamesischen Wurzeln, die 19 Stunden lang aus Saarbrücken angereist waren, Bilinguale, Bayern, die noch nie etwas mit Tschechien zu tun hatten, Prager, die Germanistik studierten. Und auch frisch gebackene Leipziger, die ein Jahr lang in Tschechien lebten und nun Westslawistik studieren.

Es war ein bisschen wie auf einer großen Familienfeier, wo man die anderen an der Tafel nicht kennt, aber sich dennoch mit ihnen verbunden fühlt. Sechsmal am Tag gingen wir zusammen essen: Zum Frühstück, zum Vormittagskaffe, zum Mittagessen, zum Nachmittagstee, zum Abendbrot und zum Feierabendtrunk. Die Dorfgemeinschaft war aufgeregt und fragte sich, warum so viele junge Menschen ständig durch ihr Dorf wanderten. Zwischen den Kneipenbesuchen diskutierten wir, machten uns Gedanken, genossen den Anblick des Herbstwaldes mit den Nebelschwaden aus der Ferne, lernten die Namen der anderen und hörten uns eine Rede vom tschechischen Generalkonsul in Dresden oder einen Vortrag von Jaroslav Sonka an, einem bekannten tschechischen Politologen und Publizisten.

Als wir am Sonntag schließlich alle wieder in die verschiedensten Himmelsrichtungen zurückreisen mussten, war doch ein bisschen Melancholie dabei. Doch dazu gab es gar keinen Anlass, denn wir wussten alle, dass wir uns schon sehr bald auf dem nächsten Plenartreffen wiedersehen werden.

Autor: Ferdinand  |  Rubrik: studium  |  Oct 31, 2015
Autor: Ferdinand
Rubrik: studium
Oct 31, 2015