interaktiv

100 erste Tage an der Uni

Affekthandlung

Autor:
Katha

Rubrik:
studium

09.11.2015

Trotz der wunderbaren Betreuung in der vorangegangenen Woche fiel es mir und den meisten anderen noch immer etwas schwer, sich in den unzähligen Online-Portalen der Uni zurechtzufinden. In den ersten Tagen verpassten wir die eine oder andere organisatorische Information, weil wir schlicht noch nicht auf dem dafür vorgesehenen Portal nachgeschaut hatten oder noch nicht einmal etwas von dessen Existenz wussten. Glücklicherweise funktionierte der Buschfunk unter den Studenten meistens so gut, dass jeder rechtzeitig über Änderungen Bescheid wusste.

Nur einmal hätten uns weder die Online-Portale noch der gute Buschfunk den Weg zur Uni erspart: Natürlich saßen direkt am ersten Tag nach Semesterbeginn pünktlich um 16.15 Uhr zur ersten Vorlesung fast alle Erstis im dementsprechend völlig überfüllten Audimax. Alle, bis auf die Professorin. Knapp eine Stunde später bekamen wir per E-Mail die Information, dass die Vorlesung verschoben werden müsste. Immerhin hatte die ganze Zeit über unverwüstbar gute Stimmung geherrscht, sodass niemand wirklich verärgert nach Hause gehen musste.

Ähnlich entspannt gestalteten sich auch die folgenden Tage. Da man schlecht Übungen ansetzten kann, zu denen die Studierenden noch gar keine Vorlesung gehört haben, fielen auch etwa zwei Drittel der Übungen in dieser Woche aus. Dadurch blieb mir mehr Zeit, um mich mit den Online-Portalen zu befassen, mein neues Zimmer endlich wohnlich einzurichten und den Kleiderschrank einzuräumen.

Nebenbei meldete ich mich noch für einen Hip-Hop-Kurs aus dem Uni-Sportangebot an. Als am Dienstagnachmittag die Angebote online gingen, hatte man exakt zehn Minuten, um sich erfolgreich beim Angebot seiner Wahl anmelden zu können. Danach brach der Server zusammen und zwanzig Minuten später waren nur noch die etwas spezielleren und kostenpflichtigen Angebote noch nicht überlaufen. Aus meiner Befürchtung heraus, ganz Aachen sei mit sportwütigen Studierenden überfüllt, schrieb ich mich schnell beim Fortgeschrittenenkurs Hip-Hop ein – und das als Anfängerin! Diese Affekthandlung bereute ich zumindest teilweise, als ich mit ungeeignetem Schuhwerk und ohne Erfahrung, dafür aber mit rotem Kopf in die Halle spurtete. Glücklicherweise stellte sich heraus, dass ich nicht die einzige im Kurs war, die bei der Anmeldung einfach nicht schnell genug für den Anfängerkurs war.

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