Logo Bundesagentur für Arbeit
Logo Bundesagentur für Arbeit
  • Drucken
  • Versenden
  • PDF (Öffnet sich in neuem Fenster)

Kategorien

100 erste Tage an der Uni

Sprichst du cojc?

Studieren ist schön und gut. Dennoch nimmt mein Reisetrieb nicht ab und so ich nutze ich immer gerne jede Chance, mir das Wissen von Seminaren wie „Kulturstudien Böhmischer Länder“ und „Tschechische Phonetik I“ ganz praktisch selbst zu erarbeiten. Jüngst trieb es mich also wieder einmal zu einem deutsch-tschechischen Abenteuer auf der anderen Seite der Grenze – zur Cojclandska Konferenz 2015!

Das Theaternetzwerk „cojc“, wurde vom Theaterpädagogischen Institut Bayern „DAS Ei“ und dem tschechischen Kulturverein „A BASTA!“ ins Leben gerufen, und betreibt seit dem Jahr 2002 Jugendarbeit – vor allem im bayerisch-böhmischen Grenzgebiet. Mit einem ganz besonderen Mittel: „Mit divadlem theater hýbat grenzen hranicemi bewegen“, lautet der Slogan. Bei den Projekten des Theaternetzwerks bekommt Sprache eine ganz neue Bedeutung, denn auf der Bühne wird nicht Deutsch oder Tschechisch gesprochen, sondern cojc (sprich: „tscheutsch“, ein Wortspiel aus „cesky“ und „deutsch“). Es geht weniger um Grammatik und Rechtschreibung, sondern vielmehr um Spaß. Und das klappt meistens ziemlich gut! Schon im Mai hatte ich an einem Projekt teilgenommen. Beim „magnet“ erarbeiteten 50 junge Tschechen und 50 junge Deutsche ein gemeinsames Theaterstück und brachten es in Pilsen, der europäischen Kulturhauptstadt 2015, zur Aufführung.

Außerdem organisiert das Theaternetzwerk noch viele weitere Projekte. Beim „CheckCzech!“, einem Sprachkurs für Deutsche, die die Sprache der r's, c's und z's lernen wollen, konnte ich meine Tschechischkenntnisse voranbringen, im „Zug der Kultur“ von Regensburg nach Prag wurden die Fahrgäste, ohne es zu merken, Zuschauer von verstecktem Theater und außerdem werden Fortbildungen für Lehrer und Pädagogen organisiert.

Die Cojclandska Konferenz fand in As statt, einem kleinen, böhmischen Dorf nahe der bayerischen Grenze. Zunächst gab es einen Workshop zur Sprachvermittlung. Wie kann man eine Sprache lehren, so dass es allen Spaß macht? Durch das Theater natürlich! Den Rest des Wochenendes ging es vor allem darum, die Ziele des Theatervereins für 2016 zu definieren und Projekte für eine Sommerakademie im August zu gestalten, was anstrengend war, aber freilich auch Spaß machte.

Am Sonntag, nach vielen schönen Momenten mit lieben Menschen, brachte mich die Vogtlandbahn wieder zurück nach Hause. Auf meiner Fahrt begegnete ich vielen graubehaarten, deutschen Rentnern, die wohl zum sonntäglichen Heilwasser trinken den Ort Franzensbad besuchten oder auf Wandertour waren. Ihre Parfumwolken brannten in meiner Nase, aber der draußen vorbeirauschende Herbstwald im Abendlicht machte das wieder wett. Deutschland? Tschechien? Wo bin ich eigentlich gerade?

Autor: Ferdinand  |  Rubrik: studium  |  Nov 10, 2015
Autor: Ferdinand
Rubrik: studium
Nov 10, 2015

100 erste Tage an der Uni

Affekthandlung

Trotz der wunderbaren Betreuung in der vorangegangenen Woche fiel es mir und den meisten anderen noch immer etwas schwer, sich in den unzähligen Online-Portalen der Uni zurechtzufinden. In den ersten Tagen verpassten wir die eine oder andere organisatorische Information, weil wir schlicht noch nicht auf dem dafür vorgesehenen Portal nachgeschaut hatten oder noch nicht einmal etwas von dessen Existenz wussten. Glücklicherweise funktionierte der Buschfunk unter den Studenten meistens so gut, dass jeder rechtzeitig über Änderungen Bescheid wusste.

Nur einmal hätten uns weder die Online-Portale noch der gute Buschfunk den Weg zur Uni erspart: Natürlich saßen direkt am ersten Tag nach Semesterbeginn pünktlich um 16.15 Uhr zur ersten Vorlesung fast alle Erstis im dementsprechend völlig überfüllten Audimax. Alle, bis auf die Professorin. Knapp eine Stunde später bekamen wir per E-Mail die Information, dass die Vorlesung verschoben werden müsste. Immerhin hatte die ganze Zeit über unverwüstbar gute Stimmung geherrscht, sodass niemand wirklich verärgert nach Hause gehen musste.

Ähnlich entspannt gestalteten sich auch die folgenden Tage. Da man schlecht Übungen ansetzten kann, zu denen die Studierenden noch gar keine Vorlesung gehört haben, fielen auch etwa zwei Drittel der Übungen in dieser Woche aus. Dadurch blieb mir mehr Zeit, um mich mit den Online-Portalen zu befassen, mein neues Zimmer endlich wohnlich einzurichten und den Kleiderschrank einzuräumen.

Nebenbei meldete ich mich noch für einen Hip-Hop-Kurs aus dem Uni-Sportangebot an. Als am Dienstagnachmittag die Angebote online gingen, hatte man exakt zehn Minuten, um sich erfolgreich beim Angebot seiner Wahl anmelden zu können. Danach brach der Server zusammen und zwanzig Minuten später waren nur noch die etwas spezielleren und kostenpflichtigen Angebote noch nicht überlaufen. Aus meiner Befürchtung heraus, ganz Aachen sei mit sportwütigen Studierenden überfüllt, schrieb ich mich schnell beim Fortgeschrittenenkurs Hip-Hop ein – und das als Anfängerin! Diese Affekthandlung bereute ich zumindest teilweise, als ich mit ungeeignetem Schuhwerk und ohne Erfahrung, dafür aber mit rotem Kopf in die Halle spurtete. Glücklicherweise stellte sich heraus, dass ich nicht die einzige im Kurs war, die bei der Anmeldung einfach nicht schnell genug für den Anfängerkurs war.

Autor: Katha  |  Rubrik: studium  |  Nov 9, 2015
Autor: Katha
Rubrik: studium
Nov 9, 2015

100 erste Tage an der Uni

Das Studentenleben

Mittlerweile ist es ganz normal für mich, jeden Morgen zu den Vorlesungen zu gehen, im Hörsaal zu sitzen, stundenlang die Stimme des Professors zu hören und alles auf mich wirken zu lassen. Ja, es stimmt, Uni und Schule sind völlig unterschiedlich.

Momentan sind alle meine Kommilitonen noch so motiviert, dass sie immer anwesend sind. Sie alle schreiben fleißig Notizen und versuchen, so viel wie möglich zu verstehen. Es sieht sehr lustig aus, wenn fast 300 Menschen in einem großen Vorlesungssaal gleichzeitig über ihren Notizen brüten und vorne steht ein einziger Mensch und referiert. Mir gefällt das Studium sehr. Der Plan, Medizin zu studieren, ist mir fremd geworden. Natürlich verstehe ich noch nicht alles, aber es macht mir immer mehr Freude mit der juristischen Sprache umzugehen und Dinge aus anderen Blickwinkeln zu betrachten. Immer mehr Kommilitonen kommen mir nun nicht mehr unbekannt vor.

Bei der Fachschaft habe ich begonnen zu arbeiten. Meine erste Aufgabe ist dort der Bürodienst. Dort im Büro haben andere Studierende die Möglichkeit, sich besonders gelungene Klausuren und Hausarbeiten auszuleihen und zu kopieren. Meine Aufgabe ist es, diese herauszugeben und dafür zu sorgen, sie anschließend wieder richtig abzulegen. Nebenbei beantworte ich allgemeine Fragen oder verweise auf andere Ansprechpartner. Die Fachschaftssitzung ist jeden Mittwoch. Im Anschluss gehen alle noch zusammen Mitternachts-Spaghetti essen.

Ich werde hier sehr an die Hand genommen und bald werde ich auch einen Paten von der Fachschaft bekommen. Darauf freue ich mich schon, denn mein Pate wird mich das ganze erste Semester lang begleiten und mir bestimmt den einen oder anderen Tipp geben können.

Autor: Bo  |  Rubrik: studium  |  Nov 5, 2015
Autor: Bo
Rubrik: studium
Nov 5, 2015