interaktiv

100 erste Tage an der Uni

Eine Uni aus Einsen und Nullen

Autor:
Ferdinand

Rubrik:
studium

26.11.2015

Im 21. Jahrhundert an einer Universität zu studieren ist schon etwas ganz anderes, als es noch im letzten Jahrtausend war. In meiner Schullaufbahn habe ich schon ziemlich viel an Technisierung im Bildungswesen miterlebt. In der Grundschule gab es sie noch – die gute alte Kreidetafel. Dann kam ich ans Gymnasium und irgendwann während der Umbauarbeiten – es muss wohl in der 8. Klasse gewesen sein – wurden die Kreidetafeln systematisch ersetzt. Neue „Whiteboards“ mit Beamern hielten Einzug in die Klassenzimmer und sollten das Lernen revolutionieren.

An der Universität hat der Umgang mit Technik, wie mir nach und nach klar wird, noch eine ganz andere Ebene erreicht. Ich habe von der Universität, an der ich studiere – sei es während des Bewerberprozesses oder nun im laufenden Semester – nicht einen einzigen Brief erhalten. Die Studierenden werden per E-Mail auf dem Laufenden gehalten. Freilich nicht nur über die private E-Mail-Adresse, sondern nebenbei auch noch über die Adresse auf dem Uni-eigenen Server. Für das Anmelden in Modulen oder für Nebenfächer, ist der Begriff „Einschreiben“ heute längst überholt. Vielmehr ist es zu einem „Einklicken“ geworden. Alles passiert online auf der hauseigenen Einschreibeplattform. Daneben gibt es noch eine weitere Lernplattform, auf der die Dozenten ihre Materialien online stellen, Hausaufgaben geben oder andere Mitteilungen machen. Auch zur Kommunikation der Studenten untereinander soll das Portal dienen. In Zukunft sollen sogar die Noten auf dem heimischen Monitor erscheinen – in einer dritten Plattform, welche die anderen beiden in sich vereinen will. Für das alles gilt es freilich, sich Passwörter und Benutzernamen zu merken.

Auf der Lernplattform findet man die Berge von PowerPoint-Präsentationen, mit denen man zuvor in der Vorlesung schon konfrontiert wurde. Hier gibt es massenhaft Informationen, Stichpunkte, Verweise und Zitate, die den gemeinen Studierenden erhellen sollen. Die Präsentationen ermöglichen aber leider kein wirkliches Tafelbild mehr und ich kann Gedankenschritte nicht mehr nachvollziehen, sondern nur die Ergebnisse sehen. Das finde ich sehr schade.

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