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100 erste Tage an der Uni

Ersti-Fahrt

Vor einigen Wochen habe ich über die erste Woche an der Uni berichtet. Zu dem Zeitpunkt war alles – die Wohnung, die Stadt, die Gesichter und vor allem die Universität ziemlich neu für mich und meine 1.800 Kommilitonen. Um uns den Einstieg etwas zu erleichtern, organisierte die Fachschaft – unsere studentische Vertretung an der Uni – eine zwanglose Woche mit Einführungsveranstaltungen, Kennenlernrunden und jeder Menge Zeit zum Fragen. Es wurde einiges an organisatorischem Aufwand betrieben, um uns Erstis den Anfang zu erleichtern. Selbstverständlich ist die Ersti-Woche nicht das Einzige, was die Fachschaft das über Jahr plant. Eine Menge Studierender denken sich ehrenamtlich neue Aktionen aus, um sich das Studentenleben gegenseitig zu vereinfachen. Sei es durch Ansprechpartner jeglicher Art, wie zum Beispiel das „quer-Team“, Anlaufstelle für Schwule, Lesben, Transvestiten, durch jede Menge interessanter kultureller Veranstaltungen oder einfach durch Partys mit dem vorrangigen Ziel, Spaß zu haben und einfach mal auszuspannen.

Eines der Angebote aus dieser breiten Palette, an dem ich auch teilgenommen habe, ist eine speziell für Studienanfänger gedachte „Klassenfahrt“ für ein Wochenende in eine Jugendherberge weit ab von jeglicher Zivilisation, in der Lärmpegel, Lebensrhythmus oder Kleidungsstil in jeglicher Form geduldet werden. So stellte es keinerlei Problem dar, wenn sich die ersten schlaftrunkenen Mitfahrenden erst gegen neun oder halb zehn im Jogginganzug zum Frühstück einfanden oder nachts um halb drei noch die Kapazitätsgrenzen des Subwoofers im Keller getestet wurden. Mit knapp 80 Leuten (circa 70 Erstis und 10 Fachschaftler) haben wir die Jugendherberge auch fast komplett belegt, sodass sich andere Gruppen nicht gestört fühlten. In diesem Rahmen fühlte sich unser lustiger Haufen so wohl, dass neben den nächtlichen Aktivitäten tatsächlich noch einiges an nützlichem Input in Form von Vorträgen seitens der Fachschaft oder Gruppendiskussionen zum Erfolg des Wochenendes beitrugen.

Insgesamt hatte ich ein tolles und informatives Wochenende, an dem ich viele neue Leute aus meinem Studiengang kennenlernen konnte. Der nette Nebeneffekt für die Fachschaft war dabei, dass sie uns vermitteln konnte, wie viel Spaß die ehrenamtliche Arbeit machen kann, wenn man sie richtig anpackt. Auch wenn ich vorher schon Interesse an der Mitarbeit in der Fachschaft hatte, bin ich jetzt restlos davon überzeugt, dass das eine sehr sinnvolle und spannende Art der Freizeitgestaltung ist.

Autor: Katha  |  Rubrik: studium  |  Nov 30, 2015
Autor: Katha
Rubrik: studium
Nov 30, 2015

100 erste Tage an der Uni

Stura

Wie ich bereits in meinen letzten Texten berichtet habe, bin ich Mitglied in der Jura-Fachschaft. Dort bin in Kontakt mit dem Studentischen Rat (Stura), der Vertreter verschiedener Fachbereiche vereint. Philosophie, Medizin, BWL und viele andere Fakultäten, aber auch die politischen Gruppen wie die Jusos (Jungsozialisten) oder der RCDS (Ring christlicher demokratischer Studenten) treffen verschiedene Entscheidungen, die die Studierenden und die Universität betreffen.

Meine Erfahrungen mit dem Stura waren sehr interessant. Zuerst einmal kam ich mit Menschen aus der Fachschaft zusammen und wir sprachen gemeinsam die Punkte durch, über die in der Sitzung geredet werden sollte und wie unsere Position dazu ist. Die Sitzung fing um acht Uhr abends an, und da ich schon gehört hatte, dass sie relativ lang dauern würde, war ich bewaffnet mit Süßigkeiten und Getränken. Die Juristen waren in großer Zahl anwesend, während andere Fakultäten deutlich weniger Vertreter vor Ort hatten. Zu Beginn der Diskussion kamen schnell viele unterschiedliche Vorstellungen zusammen und wir mussten uns an einen Tisch setzen und einen Konsens finden. Die Vergabe der Hochschulgelder war ein hochbrisantes Thema und auch deutlich nach Mitternacht kamen wir zu keiner wirklichen Lösung. Es wurden Arbeitskreise gegründet, neue Bedingungen gestellt und immer wieder neue Ideen aufgeworfen, welche dann wieder diskutiert wurden. Zwischendurch wurden auch neue Stura-Vorsitzende gewählt, da der bisherige Vorsitzende aus privaten Gründen kurzfristig sein Amt aufgegeben hatte.

Um zwei Uhr morgens waren wir schließlich mit den zu besprechenden Punkten fertig.

Mein bisheriger Eindruck ist, dass es sehr wichtig ist, eine solche Austauschmöglichkeit für alle Fakultäten zu schaffen. Leider werden bei solchen Veranstaltungen viele Menschen sehr schnell emotional und viele Diskussionen drehen sich meiner Meinung nach irgendwann nur noch um sich selbst. Dennoch habe ich mich entschieden, mich weiter im Stura zu engagieren, um über den Tellerrand hinaus zu blicken und mehr Kontakt zu Nicht-Juristen zu finden.

Autor: Bo  |  Rubrik: studium  |  Nov 26, 2015
Autor: Bo
Rubrik: studium
Nov 26, 2015

100 erste Tage an der Uni

Eine Uni aus Einsen und Nullen

Im 21. Jahrhundert an einer Universität zu studieren ist schon etwas ganz anderes, als es noch im letzten Jahrtausend war. In meiner Schullaufbahn habe ich schon ziemlich viel an Technisierung im Bildungswesen miterlebt. In der Grundschule gab es sie noch – die gute alte Kreidetafel. Dann kam ich ans Gymnasium und irgendwann während der Umbauarbeiten – es muss wohl in der 8. Klasse gewesen sein – wurden die Kreidetafeln systematisch ersetzt. Neue „Whiteboards“ mit Beamern hielten Einzug in die Klassenzimmer und sollten das Lernen revolutionieren.

An der Universität hat der Umgang mit Technik, wie mir nach und nach klar wird, noch eine ganz andere Ebene erreicht. Ich habe von der Universität, an der ich studiere – sei es während des Bewerberprozesses oder nun im laufenden Semester – nicht einen einzigen Brief erhalten. Die Studierenden werden per E-Mail auf dem Laufenden gehalten. Freilich nicht nur über die private E-Mail-Adresse, sondern nebenbei auch noch über die Adresse auf dem Uni-eigenen Server. Für das Anmelden in Modulen oder für Nebenfächer, ist der Begriff „Einschreiben“ heute längst überholt. Vielmehr ist es zu einem „Einklicken“ geworden. Alles passiert online auf der hauseigenen Einschreibeplattform. Daneben gibt es noch eine weitere Lernplattform, auf der die Dozenten ihre Materialien online stellen, Hausaufgaben geben oder andere Mitteilungen machen. Auch zur Kommunikation der Studenten untereinander soll das Portal dienen. In Zukunft sollen sogar die Noten auf dem heimischen Monitor erscheinen – in einer dritten Plattform, welche die anderen beiden in sich vereinen will. Für das alles gilt es freilich, sich Passwörter und Benutzernamen zu merken.

Auf der Lernplattform findet man die Berge von PowerPoint-Präsentationen, mit denen man zuvor in der Vorlesung schon konfrontiert wurde. Hier gibt es massenhaft Informationen, Stichpunkte, Verweise und Zitate, die den gemeinen Studierenden erhellen sollen. Die Präsentationen ermöglichen aber leider kein wirkliches Tafelbild mehr und ich kann Gedankenschritte nicht mehr nachvollziehen, sondern nur die Ergebnisse sehen. Das finde ich sehr schade.

Autor: Ferdinand  |  Rubrik: studium  |  Nov 26, 2015
Autor: Ferdinand
Rubrik: studium
Nov 26, 2015