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100 erste Tage an der Uni

Vielleicht doch zu viel?

Autor:
Bo

Rubrik:
studium

09.12.2015

In letzter Zeit hatte ich leider nicht ganz so viel Zeit, Texte für diesen Blog zu schreiben. Das Studium ist nämlich definitiv anstrengender als ich gedacht hatte. Momentan habe ich das Gefühl, dass mich alles etwas überrollt. Studium, Fachschaft, Weihnachtsstimmung und mein soziales Leben unter einen Hut zu bringen, fühlt sich unmöglich an!

Als auch noch die Verfassungsrechtsklausur auf den 17. Dezember gelegt wurde, statt auf Ende Januar, war irgendwie alles doof. Außerdem habe ich nächste Woche Geburtstag und muss noch einige Dinge organisieren. Am Samstag kommt eine Freundin, die ich beschäftigen sollte, und als ob das nicht schon reichen würde, habe ich mir auch noch eine Erkältung eingefangen.

Was mich aber wirklich verunsichert, ist, dass ich das Gefühl habe, nicht das richtige Studium gewählt zu haben. Das ist ein ganz unangenehmes, schweres Gefühl, das sich in meiner Bauchgrube ausdehnt. Ständig frage ich mich, ob ich die Inhalte tatsächlich sechs Jahre lang studieren kann und will. Jura ist ein Fach, das theoretisch jeder beherrscht, aber manche beherrschen es einfach besser. Ich brauche jedenfalls Stunden, um den Stoff zu lernen – und lerne dabei auch unheimlich viel über mich. Ich glaube, ich bin nicht der theoretische und abstrakte Typ. Auswendiglernen liegt mir zwar, aber das alleinige Wiedergeben ödet mich an. Auch habe ich einsehen müssen, dass ich nicht unbedingt immer nach Lösungen suchen will. Vielmehr interessiert es mich, Fragen zu stellen und nachzudenken.

Mein Kopf sagt mir, dass dem Jura-Studium mindestens zwei Semester geben sollte, während mein Herz mir sagt, dass ich mit diesem Studium nicht glücklich werden kann. Jedoch fühle ich mich so wohl in Heidelberg und mit meinen Kommilitonen, dass ich eigentlich gar nicht weg will. Natürlich weiß ich aber auch, dass ich meine Entscheidung nicht davon abhängig machen soll. Außerdem habe ich das Gefühl, mit diesem Problem ganz allein zu sein. Jeder in meinem Umfeld spricht von der angeblichen Elite-Uni und ist stolz darauf, an diesem Standort Jura studieren zu können. Dabei gibt es sicher einige, die das genauso empfinden wie ich, sich aber nicht trauen, offen darüber zu reden.

Was soll ich also tun? Und vor allem: Was soll ich sonst studieren? Mal sehen, ob dieses Gefühl verschwindet. Bis dahin heißt es aber: Ab in die Bibliothek!

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