interaktiv

100 erste Tage an der Uni

Distanzdenken

Autor:
Katha

Rubrik:
studium

16.12.2015

Nach einem grandiosen Wochenende mit meinen Freunden aus der Heimat in meinem neuen Zuhause kann ich resümieren, dass wir uns alle mit der neuen Wohnsituation ziemlich gut angefreundet haben. Denn obwohl wir uns alle in alle Himmelsrichtungen verstreut haben, schaffen wir es immer noch regelmäßig, gemeinsam Spaß zu haben. Wie es auf dem Dorf üblich ist, hatte natürlich keiner von uns den kurzfristigen oder mittelfristigen Plan bei seinen Eltern wohnen zu bleiben. Dort gibt es keine Uni, kein Studentenleben und keine neuen Erfahrungen. Alles gute Gründe, die uns diskussionslos zu der Entscheidung bewegten, umzuziehen. Und zwar genau dorthin, wo uns die besten Ausbildungschancen hinzogen. Das heißt in meinem Freundeskreis: nach Aachen, Freiburg, Köln, Düsseldorf, Hamburg, Münster oder gar nach Lörrach, ganz im Süden Deutschlands. Und trotzdem schaffen wir es regelmäßig, diese geographischen Distanzen bewusst zu unterschätzen, um doch wieder ein gemeinsames Wochenende zu verbringen.

Dabei profitieren gerade meine Freunde und ich in Nordrhein-Westfalen (NRW) ganz stark vom studentischen NRW-Ticket. Mit Bus und Bahn quer durch das zweitgrößte Bundesland Deutschlands zu fahren nimmt durch manche Bahnverspätung zwar meist noch mehr Zeit in Anspruch, als eh schon kalkuliert werden müsste, ist aber eine wunderbare Option, die Fahrt in die Heimat zu einer finanzierbaren Angelegenheit zu machen.

Nach den paar Wochen, die wir jetzt schon in unseren neuen Heimatstädten verbracht haben, überwiegt inzwischen also ein ganz neues Distanzdenken. Drei Stunden nach Hause und drei Stunden wieder zurück: gar kein Problem für einen Tag unter der Woche. Wir können die Zeit im Zug ja immerhin zum Schlafen nutzen.

Ich kann also zugegebenermaßen etwas überrascht und zufrieden feststellen, dass sich mein Freundeskreis entgegen meiner Vermutung überhaupt nicht auseinandergelebt hat. Und das kann ich jedem, der sein Abitur gerade hinter sich hat, nur wünschen. Wenn man weniger in Kilometerabständen denkt, und viel mehr an den Mehrwert, den eine lange Freundschaft mit sich bringt, ist es gar nicht so schwer, etwas so Wertvolles aufrecht zu erhalten.

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