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100 erste Tage an der Uni

Wiederkehr

Eigentlich hatte ich nach meiner Abreise in Frankreich nicht den Plan, in naher Zukunft wieder zu kommen. Natürlich wollte ich meine liebgewonnenen Senioren wiedersehen, wollte aber genauso realistisch bleiben und kam deshalb zu der Einschätzung, dass ich mit dem Studium wohl erstmal genug zu tun haben würde.

Dank meiner deutschen Kollegen, die im letzten Jahr auch im Elsass ihren Freiwilligendienst geleistet haben, hat sich allerdings spontan eine Möglichkeit aufgetan, für ein Wochenende runterzufahren und nach dem Rechten zu schauen. Zusammen sind wir auf der Jagd nach günstigen Fernbusverbindungen relativ schnell fündig geworden, sodass wir unser Wiedersehen mit einem Besuch in unserer ehemaligen Einsatzstelle verbinden konnten.

Ich verbrachte ein tolles Wochenende in meiner alten Einrichtung. Ich hatte mir unwissentlich quasi das beste Datum ausgesucht, das ich hätte nehmen können, denn am Samstag fand eine Animation statt, obwohl alle Animateure normalerweise am Wochenende frei haben. Ich fühlte mich also sofort wieder heimisch in meinem alten Job und konnte darüber hinaus auch fast alle Senioren wiedersehen, die ich bis vor zwei Monaten selbst noch betreut hatte. Es tat unendlich gut, ihre Freude über meinen Besuch zu sehen und zu spüren, dass ich tatsächlich jederzeit wieder willkommen bin. Selbst einige Rentner mit Alzheimer fanden nach einiger Zeit die passende Erinnerung zu meinem Gesicht wieder und konnten teilweise selbst mit meinem Namen wieder etwas anfangen. Trotzdem habe ich natürlich auch einige Gesichter nicht wiedersehen können, denn in der Zwischenzeit waren zwei meiner Senioren gestorben. Aber wirklich überraschen konnte mich eine solche Nachricht eigentlich nicht. Trotzdem hätte ich mir natürlich gewünscht, alle alten Damen und Herren, mit denen ich täglich gearbeitet hatte, wiedersehen zu können.

Autor: Katha  |  Rubrik: studium  |  Dec 21, 2015
Autor: Katha
Rubrik: studium
Dec 21, 2015

100 erste Tage an der Uni

Ein vergleichender Rückblick

Nun wohne ich schon seit drei Monaten hier in Leipzig und so einiges ist ganz anders als in meinen ersten drei Monaten in Prag.

Tag 0

Prag: Ich reiste mit einem Rucksack, einem Koffer und einer Reisetasche mit dem Zug nach Prag. Im Abteil sagte ein älterer Herr zu mir, dass das ganz schön viel Gepäck wäre. Als ich ihm erklärte, dass es das Gepäck für ein Jahr ist, war er überrascht und fand auf einmal, dass es ganz schön wenig wäre.

Leipzig: Mein Wecker klingelte das letzte Mal in meinem Zimmer in Halle. Es ist 7 Uhr und der Tag des Umzuges. Ich lud mit meinem Vater das Auto mit Kartons voll. Dann ging es nach Leipzig und zusammen mit vielen lieben Helfern und einer meiner Mitbewohnerinnen waren wir den ganzen Tag nur am Räumen, Tragen und Bauen.

Woche 2

Prag: Mein Zimmer war bereits komplett eingerichtet und ich habe es mir schon ein bisschen schön gemacht. Ich war fast jeden Tag in der Stadt und habe mir Sehenswürdigkeiten angesehen. Dabei fühlte ich mich zuweilen ziemlich allein. Ich hatte gar keine Orientierung in der Stadt und stieg häufig an den falschen Metro-Stationen aus. Aber meine Arbeit war unglaublich spannend und machte mir Freude.

Leipzig: Mein Zimmer war noch immer voller Umzugskartons und Kisten mit diversen Utensilien. Die Küche stand immerhin halbwegs, aber der Gasherd war noch nicht angeschlossen und im Bad hatten wir noch keinen Duschvorhang. Leipzig erkundete ich nur langsam.

Woche 6

Prag: Inzwischen war ich dem Chor der Karls-Universität beigetreten. Ich war begeistert! So viele spannende junge Menschen aus allen Ländern der Erde singen dort. Ich genoß es sehr, Englisch zu reden und es das erste Mal so richtig anwenden zu können. Ab und an traf ich mich auch mit anderen Leuten, die ich irgendwie über Kontakte kennenlernte, doch meistens sahen wir uns nur ein, zwei Mal.

Leipzig: Ich verbrachte viel Zeit in meiner Wohnung. Immer noch gab es viel zu tun, aber wir hatten auch oft Besuch. Ich kannte noch kaum Leipziger, auch mit meinen Kommilitonen hatte ich nicht viel zu tun.

Adventszeit

Prag: Ich kannte mich mittlerweile schon recht gut in der Stadt aus. Mit den Chorfreunden ging ich oft Biertrinken. Ich ging ins Theater oder in Ausstellungen und freute mich aber auch schon auf meinen Heimaturlaub über Weihnachten und Silvester. Ich war davon überzeugt, irgendwann im nächsten Jahr eine Idee zu haben, was ich studieren sollte.

Leipzig: Ich bin noch nicht so recht in der Stadt angekommen. Sehr schleppend knüpfe ich neue soziale Kontakte, das Theaterspielen hilft mir aber. In meiner Wohnung fühle ich mich sehr wohl. Ab und an fahre ich nach Halle um alte Freunde und die Familie zu sehen. Manchmal zweifle ich an meiner Studienwahl. Um auf andere Gedanken zu kommen, werde ich über Weihnachten und Silvester verreisen.

Autor: Ferdinand  |  Rubrik: studium  |  Dec 18, 2015
Autor: Ferdinand
Rubrik: studium
Dec 18, 2015

100 erste Tage an der Uni

Auf Jobsuche

Bewerbungen schreibe ich eigentlich ziemlich gerne. Das musste ich schon für ganz verschiedene Anlässe machen: Praktika, Mini-Jobs während der Schulzeit, für mein Auslandsjahr und auch für verschiedene Studienplätze, die mich interessierten (bei letzteren kamen meine Bewerbungen jedoch manchmal nicht ganz so gut an). In Leipzig gibt es nun einen neuen Grund, warum ich in die Tasten haue: Ich suche einen Job, um mir in meiner freien Zeit etwas dazuzuverdienen.

Zunächst fragte ich bei den vielen Theatern an, ob sie mich als „Kartenabreißer“ gebrauchen könnten – doch leider bekam ich keine positive Antwort. Eine Freundin erzählte mir, dass sie über die Jobbörse vom Studentenwerk zu ihrem Job als Mathe-Nachhilfelehrerin gekommen ist, also durchstöberte auch ich dieses Angebot. Auf der Website werden Studierende für alle – wirklich alle – Arten von Mini-Jobs gesucht: Weihnachtsmänner („bevorzugt korpulente, großgewachsene Herren“), Kellner, Reinigungskräfte, Babysitter oder Aushilfen im Bestattungsinstitut. Nachdem ich mich für drei Favoriten entschieden hatte, musste ich einen Account einrichten und diesen beim Studentenwerk aktivieren lassen. Nun werde ich an die Arbeitgeber vermittelt. Also eigentlich alles kinderleicht. Meine Auswahl ist: Kassierer beim Bäcker, Check-In-Kraft am Leipziger Flughafen und Nachtdienst in einer Senioreneinrichtung.

Im Bewerbungsgespräch für letzteres wurden mir die altbekannten Fragen gestellt: Was erwarten Sie sich von dem Beruf? Was wissen Sie bereits über uns? Wo denken Sie, sehen Freunde von Ihnen Ihre Stärken? Und was denken Sie, ist ihre größte Schwäche? Ich antwortete wahrheitsgemäß und kompetent und darf so nun auf meinen ersten Job neben dem Studium hoffen: als Nachtdienst in einer Senioren-WG im Leipziger Süden. Ich bin gespannt, was mich erwartet und freue mich jetzt schon darauf, bald schon wieder mit älteren Leuten zusammenarbeiten zu können.

Autor: Ferdinand  |  Rubrik: studium  |  Dec 16, 2015
Autor: Ferdinand
Rubrik: studium
Dec 16, 2015