interaktiv

100 erste Tage an der Uni

Ein vergleichender Rückblick

Autor:
Ferdinand

Rubrik:
studium

18.12.2015

Nun wohne ich schon seit drei Monaten hier in Leipzig und so einiges ist ganz anders als in meinen ersten drei Monaten in Prag.

Tag 0

Prag: Ich reiste mit einem Rucksack, einem Koffer und einer Reisetasche mit dem Zug nach Prag. Im Abteil sagte ein älterer Herr zu mir, dass das ganz schön viel Gepäck wäre. Als ich ihm erklärte, dass es das Gepäck für ein Jahr ist, war er überrascht und fand auf einmal, dass es ganz schön wenig wäre.

Leipzig: Mein Wecker klingelte das letzte Mal in meinem Zimmer in Halle. Es ist 7 Uhr und der Tag des Umzuges. Ich lud mit meinem Vater das Auto mit Kartons voll. Dann ging es nach Leipzig und zusammen mit vielen lieben Helfern und einer meiner Mitbewohnerinnen waren wir den ganzen Tag nur am Räumen, Tragen und Bauen.

Woche 2

Prag: Mein Zimmer war bereits komplett eingerichtet und ich habe es mir schon ein bisschen schön gemacht. Ich war fast jeden Tag in der Stadt und habe mir Sehenswürdigkeiten angesehen. Dabei fühlte ich mich zuweilen ziemlich allein. Ich hatte gar keine Orientierung in der Stadt und stieg häufig an den falschen Metro-Stationen aus. Aber meine Arbeit war unglaublich spannend und machte mir Freude.

Leipzig: Mein Zimmer war noch immer voller Umzugskartons und Kisten mit diversen Utensilien. Die Küche stand immerhin halbwegs, aber der Gasherd war noch nicht angeschlossen und im Bad hatten wir noch keinen Duschvorhang. Leipzig erkundete ich nur langsam.

Woche 6

Prag: Inzwischen war ich dem Chor der Karls-Universität beigetreten. Ich war begeistert! So viele spannende junge Menschen aus allen Ländern der Erde singen dort. Ich genoß es sehr, Englisch zu reden und es das erste Mal so richtig anwenden zu können. Ab und an traf ich mich auch mit anderen Leuten, die ich irgendwie über Kontakte kennenlernte, doch meistens sahen wir uns nur ein, zwei Mal.

Leipzig: Ich verbrachte viel Zeit in meiner Wohnung. Immer noch gab es viel zu tun, aber wir hatten auch oft Besuch. Ich kannte noch kaum Leipziger, auch mit meinen Kommilitonen hatte ich nicht viel zu tun.

Adventszeit

Prag: Ich kannte mich mittlerweile schon recht gut in der Stadt aus. Mit den Chorfreunden ging ich oft Biertrinken. Ich ging ins Theater oder in Ausstellungen und freute mich aber auch schon auf meinen Heimaturlaub über Weihnachten und Silvester. Ich war davon überzeugt, irgendwann im nächsten Jahr eine Idee zu haben, was ich studieren sollte.

Leipzig: Ich bin noch nicht so recht in der Stadt angekommen. Sehr schleppend knüpfe ich neue soziale Kontakte, das Theaterspielen hilft mir aber. In meiner Wohnung fühle ich mich sehr wohl. Ab und an fahre ich nach Halle um alte Freunde und die Familie zu sehen. Manchmal zweifle ich an meiner Studienwahl. Um auf andere Gedanken zu kommen, werde ich über Weihnachten und Silvester verreisen.

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