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100 erste Tage an der Uni

Weihnachten International

Autor:
Katha

Rubrik:
studium

31.12.2015

Aachen ist ein wunderschönes Städtchen mit erstklassig erhaltenem Stadtkern und einem kleinen, aber durchaus beeindruckenden Dom und dem ihm in Sehenswürdigkeit fast ebenbürtigen Rathaus im Herzen der Stadt. Genau dort, wo sich für einige Wochen der Aachener Weihnachtsmarkt von Domplatz über den großen Katschhof bis hin zum Marktplatz vor dem Rathaus erstreckte. Ein wirklich schöner Anblick, den man, wie ich finde, gerade bei Dunkelheit einmal im Leben gesehen haben sollte. Mit seiner eher zurückhaltenden Beleuchtung zwischen den engen Gassen ringsum, auf dem alten Kopfsteinpflaster des Rathausplatzes hat der Aachener Weihnachtsmarkt eine ganz besondere, gemütliche Stimmung zu bieten, die man zwischen den ähnlich bekannten Straßburger oder Kölner Glühweinständen vergeblich sucht.

Einzig irritierend wirkt von Zeit zu Zeit die weibliche Lautsprecherstimme, die auf vier verschiedenen Sprachen freundlich rät, auf die eigenen Wertgegenstände zu achten. Natürlich auf Deutsch und Englisch, danach auf Französisch, warum auch nicht – und schließlich in einwandfreiem Niederländisch schallt der gleiche Hinweis nochmal über die kleinen Holzdächer. Das mag beim ersten Hören ziemlich komisch wirken, ist in Aachen aber genauso normal wie die niederländische Ansage in der Bahn oder die niederländische Polizeipräsenz auf dem weihnachtlichen Marktplatz. Denn tatsächlich ist es dort im Moment nicht ganz einfach, deutschsprachige Mitbürger zu finden. Französisch, Niederländisch, Englisch – alles kein Problem. Nur Deutsch findet man am Wochenende, sobald es dunkel wird, fast nirgends mehr. Jedes Mal, wenn ich einen fremdsprachigen Wortfetzen aufschnappe, freue ich mich, dass ich in einer Zeit und in einem Land lebe, in denen man sich über die einzelnen Kulturen hinaus problemlos versteht und gegenseitig besucht.

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