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100 erste Tage an der Uni

Postkarte aus Krakau

Krakau, 27.12.2015

Liebe Leserinnen und Leser,

Krakau ist die Wucht. Ich bin begeistert von der Schönheit dieser Stadt, die mich in so manchen Straßen an mein Prag erinnert. Es ist eine wahre Zeitreise!

Wir übernachten bei einem verrückten, kleinen, jungen Mann, der jüngst von Krakau nach China getrampt ist. Unser neuer Kumpel aus Frankreich, den wir im Zug kennengelernt haben, kennt sich schon in der Stadt aus und hat uns heute das jüdische Viertel gezeigt. Sehr eindrucksvoll.

Die bisherigen Highlights der Reise waren, auf einem Kirchturm in Breslau zu stehen und die umliegenden Kirchen zu zählen, die Reise dorthin per Anhalter als solche und natürlich das Weihnachtsfest in einem kleinen Bergdorf im Süden Polens.

Morgen geht es nun mit dem Nachtbus zunächst weiter nach Winnizia in der Ukraine, wo wir eine Freundin besuchen werden. Ich bin gespannt, was uns dort erwartet.

Bis bald

Euer Ferdinand

Autor: Ferdinand  |  Rubrik: studium  |  Jan 15, 2016
Autor: Ferdinand
Rubrik: studium
Jan 15, 2016

100 erste Tage an der Uni

Weihnachten in Polen

Zwei Wochen bin ich nun durch Polen und die Ukraine gereist. Ich habe Berge erklommen, Borschtsch gegessen und Vodka getrunken. Wie Heiligabend in der Fremde war? Grandios!

Den Weihnachtsabend wollten wir in einem kleinen, polnischen Bergdorf feiern. Über Couchsurfing hatten wir erfahren, dass dort Weihnachten mit vielen Reisenden von überall her gefeiert wird. Im Bus von Breslau nach Krakau trafen wir einen Franzosen, der auch auf dem Weg zum Couchsurfing-Weihnachtsfest war. Beim Umstieg auf dem Krakauer Busbahnhof überkam uns der Hunger. Doch wo sollten wir um 17 Uhr an einem Heiligabend auf einem Bahnhof im erzkatholischen Polen noch etwas zu Essen bekommen? Im Minibus in das kleine Dorf Szczawa fanden wir uns schlussendlich zwischen Tüten voller Fast Food wieder.

Zwei Stunden später saßen wir in Gosias Haus an einer Tafel, die voll beladen war mit Essen aus Polen und aller Welt. Um uns herum saßen Nepalesen, Deutsche, Chinesen, US-Amerikaner, Finnen, Russen, Italiener und Polen. Gosia und ihr Mann, Couchsurfer mit Herz und Seele, veranstalteten diese Art des Weihnachtsfestes schon zum zweiten Mal.

Am Vormittag des ersten Weihnachtsfeiertages unternahmen wir eine Wanderung auf einen der umliegenden Berge. Auf dem Gipfel bot sich uns bei hervorragendem Wetter ein grandioser Blick in die Weite Südpolens. Und so eine Ruhe! Als wir, der Franzose, meine Mitbewohnerin und ich, am Abend noch als letzte in der Küche saßen, wurde es vor dem Haus laut. Ungefähr 40 junge Menschen aus dem Dorf sangen Weihnachtslieder, schmissen Reis in die Luft und stürmten die Küche. Einer spielte Gitarre, einer Akkordeon. Das ist Weihnachten in Polen! Die Stimmung war ausgelassen und ich begeistert: Diese junge Menschen tragen die Weihnachtsbotschaft hinaus in die Welt und kennen die Texte der Weihnachtslieder weit über die erste Strophe hinaus. Wir schlossen uns ihnen an und gingen gemeinsam zum nächsten Haus. Dort kommunizierten wir auf Deutsch, Englisch, Tschechisch und Polnisch mit den Bewohnern, was mehr oder weniger gut klappte. Die Familie im nächsten Haus war noch am Essen. Wir sangen und bekamen dafür Vodka, Wurst und Cornichons in die Runde gereicht.

Es war wahrlich Weihnachten! Und als ich am Abend in meinem Feldbett einschlief, war ich sehr glücklich. So viele neue Erlebnisse! Weihnachten abseits von zuhause? Das war die richtige Entscheidung!

Autor: Ferdinand  |  Rubrik: studium  |  Jan 14, 2016
Autor: Ferdinand
Rubrik: studium
Jan 14, 2016

100 erste Tage an der Uni

Neue Pläne für 2016

Kann das wahr sein? Schon wieder ist ein Jahr vergangen? Was wird mir das neue Jahr bringen? Neben den guten Vorsätzen wie abnehmen, mit dem Lernen rechtzeitig zu beginnen, Sport zu machen und mich gesünder zu ernähren habe ich einen ganz speziellen Plan: Ich will dieses Jahr einen passenden Studiengang für mich finden. Dass Jura wahrscheinlich nicht das Richtige für mich ist, habe ich bereits erkannt, jetzt müssen auch Taten folgen und ich muss mir klar machen, was ich will. Das Leben als Studentin gefällt mir sehr und dass ich studieren will, steht außer Frage.

In den letzten Tagen zu Hause habe ich mich zurückgelehnt, entspannt und Zeit mit Freunden und meiner Familie verbracht. Einfach mal nichts tun, kann sehr erholsam sein. Freunde erzählten mir, dass sie bis jetzt auch nicht in ihrem Studium angekommen sind und sich ebenfalls umorientierten. Keiner nahm es als Versagen auf, sondern einfach als Station auf dem Weg ins Berufsleben.

Natürlich habe ich aber auch in die Bücher geguckt, schließlich stehen diesen Monat vier Klausuren an. Mittlerweile bin ich auch wieder zurück in meinem „Heideldörfchen“ und muss zugeben: Ich habe mich sehr darauf gefreut. Es ist schon seltsam, wie schnell ich mich in der neuen Stadt eingelebt habe. Ich würde Heidelberg sogar schon als meine Heimat bezeichnen. Da am vergangenen Donnerstag die Uni wieder losging, habe ich mich am Mittwoch nochmal in die Bibliothek gesetzt und eine To-Do-Liste geschrieben Außerdem habe ich noch an meinem Essay für die Vorlesung „Einführung in die deutsche Rechtssprache“ gearbeitet und mich auf die Gruppendiskussion vorbereitet, die in die Bewertung einfließt. Gruppen, aus drei Personen, stellen dabei ein Thema vor und diskutieren es dann vor den anderen Kommilitonen. Meine Gruppe entschied sich für das Thema „Abtreibung mit Blick auf die Fristenregel“ und da ich mich für das Thema interessiere, freue ich mich schon sehr darauf. Die Diskussion ist schon bald, weshalb ich mich auch noch mit meiner Gruppe absprechen und wir die Endversion unseres Skriptes überarbeiten mussten.

Doch am meisten habe ich mich darauf gefreut, die Menschen wieder zu sehen, die mir in der kurzen Zeit so ans Herz gewachsen sind. Wir sind als Gruppe schnell zusammengewachsen und sind füreinander da – wie eine Familie, da die eigene meist weit weg ist.

Autor: Bo  |  Rubrik: studium  |  Jan 11, 2016
Autor: Bo
Rubrik: studium
Jan 11, 2016