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100 erste Tage an der Uni

Weihnachten in Polen

Autor:
Ferdinand

Rubrik:
studium

14.01.2016

Zwei Wochen bin ich nun durch Polen und die Ukraine gereist. Ich habe Berge erklommen, Borschtsch gegessen und Vodka getrunken. Wie Heiligabend in der Fremde war? Grandios!

Den Weihnachtsabend wollten wir in einem kleinen, polnischen Bergdorf feiern. Über Couchsurfing hatten wir erfahren, dass dort Weihnachten mit vielen Reisenden von überall her gefeiert wird. Im Bus von Breslau nach Krakau trafen wir einen Franzosen, der auch auf dem Weg zum Couchsurfing-Weihnachtsfest war. Beim Umstieg auf dem Krakauer Busbahnhof überkam uns der Hunger. Doch wo sollten wir um 17 Uhr an einem Heiligabend auf einem Bahnhof im erzkatholischen Polen noch etwas zu Essen bekommen? Im Minibus in das kleine Dorf Szczawa fanden wir uns schlussendlich zwischen Tüten voller Fast Food wieder.

Zwei Stunden später saßen wir in Gosias Haus an einer Tafel, die voll beladen war mit Essen aus Polen und aller Welt. Um uns herum saßen Nepalesen, Deutsche, Chinesen, US-Amerikaner, Finnen, Russen, Italiener und Polen. Gosia und ihr Mann, Couchsurfer mit Herz und Seele, veranstalteten diese Art des Weihnachtsfestes schon zum zweiten Mal.

Am Vormittag des ersten Weihnachtsfeiertages unternahmen wir eine Wanderung auf einen der umliegenden Berge. Auf dem Gipfel bot sich uns bei hervorragendem Wetter ein grandioser Blick in die Weite Südpolens. Und so eine Ruhe! Als wir, der Franzose, meine Mitbewohnerin und ich, am Abend noch als letzte in der Küche saßen, wurde es vor dem Haus laut. Ungefähr 40 junge Menschen aus dem Dorf sangen Weihnachtslieder, schmissen Reis in die Luft und stürmten die Küche. Einer spielte Gitarre, einer Akkordeon. Das ist Weihnachten in Polen! Die Stimmung war ausgelassen und ich begeistert: Diese junge Menschen tragen die Weihnachtsbotschaft hinaus in die Welt und kennen die Texte der Weihnachtslieder weit über die erste Strophe hinaus. Wir schlossen uns ihnen an und gingen gemeinsam zum nächsten Haus. Dort kommunizierten wir auf Deutsch, Englisch, Tschechisch und Polnisch mit den Bewohnern, was mehr oder weniger gut klappte. Die Familie im nächsten Haus war noch am Essen. Wir sangen und bekamen dafür Vodka, Wurst und Cornichons in die Runde gereicht.

Es war wahrlich Weihnachten! Und als ich am Abend in meinem Feldbett einschlief, war ich sehr glücklich. So viele neue Erlebnisse! Weihnachten abseits von zuhause? Das war die richtige Entscheidung!

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