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100 erste Tage an der Uni

Einmal Kiew und zurück für 100 €

Zwei Wochen bin ich über die Weihnachtszeit durch Polen und die Ukraine gereist. Ich habe Berge erklommen, Borschtsch gegessen und Wodka getrunken. Aber wie habe ich mich eigentlich fortbewegt? Einmal Kiew und zurück mit einem Budget von weniger als 100 Euro für Transportmittel? Eigentlich war das alles ganz einfach. Der Weg ist eben das Ziel.

Zunächst sind wir von Leipzig nach Legnica in Polen getrampt, wo wir eine Freundin besuchten. Innerhalb von Polen legten wir dann auch noch einige Kilometer per Anhalter zurück. Das schöne am Trampen: Man lernt die Einheimischen kennen. Nicht nur junge Couchsurfing-Gastgeber, sondern auch ältere Menschen, die Geschichten erzählen. Die Praxis mit dem Schild hat sich für mich bewährt, alternativ ist es immer gut, an Tankstellen oder Rastplätzen rausgelassen zu werden, da kann man im Notfall immer noch jemanden ansprechen.

Neben dem Trampen haben wir natürlich auch mit dem Bus einige Kilometer gesammelt. In Polen und auch auf der Strecke von Krakau nach Winnyzja in der Ukraine. Letztere Fahrt kostete uns 29 Euro. 19 Stunden haben wir für die Strecke von knapp 700 Kilometern gebraucht. In Polen fuhren wir auf komplett leeren Autobahnen; die Grenzkontrolle ging eigentlich recht schnell. Doch auf einmal war da keine Autobahn mehr, sondern nur noch ukrainische Landstraße. Vereinzelt gab es ein paar Häuschen oder eine verlassene Bushaltestelle am Straßenrand mit kyrillischen Buchstaben, die schon schief hingen. An einer Kreuzung blockierten ein paar aufgebrachte Bauern die Straße, schwenkten die ukrainische und andere Flaggen und ließen niemanden passieren. Bus fahren? Immer ein Erlebnis!

Ebenso erlebnisreich war es, die Ukraine mit dem Zug zu erkunden. Das ist (aus westeuropäischer Sicht!) vor allem eines: billig. Drei Euro kostete uns die vier Stunden lange Fahrt von Winnyzja nach Kiew. Die Nachtzüge verkehren auch am Tag und werden dafür komplett umgebaut. Die Liegen werden zu Tischen oder Sitzbänken unter denen wiederum das Gepäck Platz findet. Die Silvesternacht verbrachten wir im Nachtzug. Die Fahrt von Kiew nach Lemberg kostete uns genauso viel, wie eine Übernachtung in einem einfachen Hostel. Die Abteile konnte man von innen abschließen, es gab Bettwäsche und Decken und Tee. Und bei leichtem Ruckeln des Wagens fanden wir uns innerhalb von Sekunden im Reich der Träume wieder.

Die Rückfahrt nach Deutschland bestreiten wir mit einer Mitfahrgelegenheit. Du willst nun auch mal den Osten erkunden? Na dann los! Die Straße wartet auf Dich!

Autor: Ferdinand  |  Rubrik: studium  |  Jan 25, 2016
Autor: Ferdinand
Rubrik: studium
Jan 25, 2016

100 erste Tage an der Uni

Schaumschläger

Eine Besonderheit in meinem Studium sind die Bonusaufgaben, die wir im Fach „Maschinengstaltung“ machen können, um bereits vorab ein paar Punkte für die Klausur zu sammeln. Dafür haben wir einige Wochen Zeit, in denen es gilt, eine Zeichnung nach allen Regeln der normierten Kunst des technischen Zeichnens anzufertigen. Normiert deshalb, weil die eigentliche Arbeit nicht im millimetergenauen Zeichnen, sondern vielmehr im Heraussuchen und Beachten der erforderlichen DIN-Normen besteht. „Bonuspunkte“ ist hier also ein etwas irreführender Begriff, der einem suggeriert, es handele sich um leicht verdiente Extras. Ohne Gruppe scheint es mir fast unmöglich, die Aufgaben fristgerecht fertigzustellen. Die Motivation, die es braucht, um eine derartige Aufgabe zu Ende zu bringen, ist schon in der Gruppe nur schwer zusammenzukratzen. Gäbe es dazu keinen Lernraum, der 24 Stunden und sieben Tage pro Woche offen hat, hätten wir wahrscheinlich alle aufgegeben und auf die – im Optimalfall – fünf von 120 Punkten verzichtet. So hat das Ganze aber fast etwas Spaß gemacht.

Zusammen ist eben immer besser. Das gilt nicht nur für die Freizeit, sondern auch und insbesondere fürs Lernen. In Kleingruppen kann man sich nicht nur gegenseitig motivieren, wenn man keine Lust mehr hat – man fängt auch viel eher an und lässt sich weniger ablenken. Und wenn man etwas nicht versteht, findet man gemeinsam fast immer einen Lösungsweg. Insgesamt halte ich das Lernen in Kleingruppen also für ein wirklich sinnvolles Konzept, das von der Uni über die gestellten Lernräume noch unterstützt wird.

Umso unverständlicher ist es da, dass es trotzdem immer wieder Witzbolde gibt, die ihre ganz eigene Freude an Vandalismus haben und – auch wenn es für fast alle Studenten auf die Klausurphase zugeht – nicht widerstehen können, wenn sie einen Feuerlöscher sehen. So fiel der stets geöffnete Lernraum in der vergangenen Woche einer Schaumattacke zum Opfer, die eine Sperrung zwecks Grundreinigung zur Folge hatte. Schade eigentlich. Die meisten Studierenden machten ihrem Ärger über den „Schaumschläger“ auch ordentlich Luft. Zum Glück sind solche Zwischenfälle aber äußert selten, sodass ab dieser Woche wieder wie üblich im grundgereinigten Gebäude gelernt werden kann. Ich freue mich schon drauf.

Autor: Katha  |  Rubrik: studium  |  Jan 22, 2016
Autor: Katha
Rubrik: studium
Jan 22, 2016

100 erste Tage an der Uni

Postkarte aus Kiew

Kiew, 31.12.2015

Hallo Welt!

Heute ist der letzte Tag des Jahres (nur noch wenige Stunden!) und einer der letzten unserer Reise und wir haben den östlichsten Punkt unseres Abenteuers erreicht: Wir sind tatsächlich in Kiew angekommen!

Gestern und vorgestern haben wir Winnyzja, ein 300.000-Einwohner-Städtchen erkundet. Meine Tschechisch-Kenntnisse waren zur Verständigung oft sehr hilfreich. Nun sind wir mit dem Zug nach Kiew gefahren – ein Abenteuer für sich. Hier herrschen um die minus 15 Grad Celsius und noch dazu ist es windig und der Schnee verhindert jeden freien Blick auf die spannende (sowjetische) Architektur. Dass in diesem Land Krieg herrscht, merkt man, wenn man aufmerksam ist. Die Brückengeländer sind blau-gelb angemalt und eine Obstverkäuferin ruft uns zum Abschied feierlich „Slava Ukraini“ zu, die gängige Grußformel der ukrainischen Nationalisten.

Die Silvesternacht werden wir im Zug nach Lemberg verbringen – ganz ohne Feuerwerk!

Bis bald

Euer Ferdinand

Autor: Ferdinand  |  Rubrik: orientieren  |  Jan 20, 2016
Autor: Ferdinand
Rubrik: orientieren
Jan 20, 2016