interaktiv

100 erste Tage an der Uni

Schaumschläger

Autor:
Katha

Rubrik:
studium

22.01.2016

Eine Besonderheit in meinem Studium sind die Bonusaufgaben, die wir im Fach „Maschinengstaltung“ machen können, um bereits vorab ein paar Punkte für die Klausur zu sammeln. Dafür haben wir einige Wochen Zeit, in denen es gilt, eine Zeichnung nach allen Regeln der normierten Kunst des technischen Zeichnens anzufertigen. Normiert deshalb, weil die eigentliche Arbeit nicht im millimetergenauen Zeichnen, sondern vielmehr im Heraussuchen und Beachten der erforderlichen DIN-Normen besteht. „Bonuspunkte“ ist hier also ein etwas irreführender Begriff, der einem suggeriert, es handele sich um leicht verdiente Extras. Ohne Gruppe scheint es mir fast unmöglich, die Aufgaben fristgerecht fertigzustellen. Die Motivation, die es braucht, um eine derartige Aufgabe zu Ende zu bringen, ist schon in der Gruppe nur schwer zusammenzukratzen. Gäbe es dazu keinen Lernraum, der 24 Stunden und sieben Tage pro Woche offen hat, hätten wir wahrscheinlich alle aufgegeben und auf die – im Optimalfall – fünf von 120 Punkten verzichtet. So hat das Ganze aber fast etwas Spaß gemacht.

Zusammen ist eben immer besser. Das gilt nicht nur für die Freizeit, sondern auch und insbesondere fürs Lernen. In Kleingruppen kann man sich nicht nur gegenseitig motivieren, wenn man keine Lust mehr hat – man fängt auch viel eher an und lässt sich weniger ablenken. Und wenn man etwas nicht versteht, findet man gemeinsam fast immer einen Lösungsweg. Insgesamt halte ich das Lernen in Kleingruppen also für ein wirklich sinnvolles Konzept, das von der Uni über die gestellten Lernräume noch unterstützt wird.

Umso unverständlicher ist es da, dass es trotzdem immer wieder Witzbolde gibt, die ihre ganz eigene Freude an Vandalismus haben und – auch wenn es für fast alle Studenten auf die Klausurphase zugeht – nicht widerstehen können, wenn sie einen Feuerlöscher sehen. So fiel der stets geöffnete Lernraum in der vergangenen Woche einer Schaumattacke zum Opfer, die eine Sperrung zwecks Grundreinigung zur Folge hatte. Schade eigentlich. Die meisten Studierenden machten ihrem Ärger über den „Schaumschläger“ auch ordentlich Luft. Zum Glück sind solche Zwischenfälle aber äußert selten, sodass ab dieser Woche wieder wie üblich im grundgereinigten Gebäude gelernt werden kann. Ich freue mich schon drauf.

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