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100 erste Tage an der Uni

Rechtsphilosophie

Warum sollten sich Jurastudenten philosophische Gedanken machen? Der Sinn dahinter ist, sich Gedanken über Recht und Moral zu machen, über den Tellerrand zu schauen und nicht nur im Gutachtenstil zu denken. Am Ende des Semesters ist dann wahlweiße eine Klausur in Rechtsphilosophie, Deutscher Rechtsgeschichte oder römischer Rechtsgeschichte eine Klausur abzulegen. Natürlich machen diese Fächer Sinn aber wirklich ernst genommen haben meine Kommilitonen und ich sie nicht. Das ganze Semester über habe ich mich von den Inhalten berieseln lassen. Jetzt, eine Woche vor der Klausur, habe ich angefangen zu lernen.

Das Semester ist nur vier Monate lang und die zwölf Vorlesungen lassen sich gut durcharbeiten. Das war meine Überlegung, aber diese Art von Gedankenexperiment funktioniert meistens nur theoretisch gut. Ich weiß, dass ich es schaffen werde, aber die Klausur rückt immer näher und ich muss wirklich was tun. Kelsen, Moral, Rechtspositivismus – die Begriffe werden immer mehr. Das Gröbste behalte ich zwar schon beim ersten Lesen, aber die Details halten mich doch mehr auf, als ich dachte. Ich gewöhne mich sehr gut an das Leben in der Bibliothek. Zwar muss man früh da sein, um einen Sitzplatz zu bekommen – in der Klausurenphase ähnelt die Bibliothek in Heidelberg eher einem großen Wohnzimmer voller beschäftigter und sehr müder Menschen, aber wenn ich dort bin, kann ich auch einige Stunden am Stück effizient arbeiten. Ausgestattet mit einer Wasserflasche, meinem Laptop und den klausurrelevanten Büchern stürze ich mich also in die Tiefen rechtsphilosophischer Überlegungen. Die Thematik finde ich sehr interessant, aber wenn ich versuche mir den Inhalt irgendwie einzuprägen, geht mir die Freude am Stoff doch sehr schnell verloren. Ich lebe und lerne erst einmal ohne Muße für die Klausur, aber so ist das Leben als Studierender nun mal auch.

So trübselig wie mein Text klingt, ist es dann doch nicht, denn mit mitleidenden Freunden eine Mittagspause oder Kaffeepause zu verbringen ist dann dreimal so schön. Was uns wirklich alle beunruhigt, ist der Gedanke an die Hausarbeiten in den kommenden Semesterferien. So entspannt das erste Semester war, so anstrengend und kräftezehrend wird wohl das zweite Semester werden. Vielleicht sollte ich dann tatsächlich die Bibliothek als ersten Wohnsitz angeben?

Autor: Bo  |  Rubrik: studium  |  Feb 1, 2016
Autor: Bo
Rubrik: studium
Feb 1, 2016

100 erste Tage an der Uni

Summer-University

In einem der vergangenen Beiträge schrieb ich einmal, dass ich wirklich beeindruckt bin, wie viele Menschen sich zum freiwilligen Helfen in Flüchtlingsheimen gemeldet haben. Ich bekam ein ums andere Mal eine Mail von der Stadt Aachen, in der man sich grundsätzlich für das Engagement der Aachener Bürger bedankte und erklärte, dass der Bedarf an Helfern vollständig gedeckt sei. Daher raffte ich mich nach ein paar Jahren Schülersprecheramt und dem Freiwilligen Sozialen Jahr wieder auf, um mir eine neue ehrenamtliche Tätigkeit zu suchen und stieß dabei auf die europäische Studenteninitiative „AEGEE“ (Association des Etats Généraux des Etudiants). Das ist ein Verein, der fast überall in Europa Mitglieder und lokale Gruppen hat, die für andere Europäer Veranstaltungen organisieren, unter anderem das ERASMUS-Austauschprogramm fördern und sich insgesamt kulturellen Austausch, Bildungsförderung und Friedenstiftung auf die Fahne geschrieben haben.

Schon nach dem ersten Treffen mit den Leuten von AEGEE in Aachen war mir klar, dass dieser Verein genau das ist, wofür ich mich engagieren möchte und ich das sogar gemeinsam mit Leuten tun kann, die absolut offen, meist in meinem Alter sind und sich für genau die gleichen Dinge begeistern, wie ich es tue. Jeden Montag findet ein gemütliches Treffen in der „Bar Zuhause“ statt, bei dem sich alle Mitglieder kurz und knapp über den neuesten Stand der Dinge informieren können. Vergangenen Montag ging ich noch ohne zu wissen, was mich dort erwarten würde, zu einem dieser Treffen und wurde mit offenen Armen empfangen. Eine Vorstandsvorsitzende nahm sich mir auch sofort an und fand in mir offenbar ein williges Opfer für die noch zu organisierende „Summer-Univerity“ – eine zweiwöchige Veranstaltung, die fast jede lokale Gruppe in ihrer Heimatstadt für andere AEGEE-Mitglieder organisiert, mit dem Ziel fremde Länder, Sitten und Kulturen kennenzulernen. Mit einem Team aus sechs weiteren Studenten an der RWTH arbeite ich jetzt also dafür dass die nächste „Summer-University-Aachen“ ein interessanter, spannender und vor allem lustiger Urlaub für alle die Mitglieder wird, die in diesem Sommer für zwei Wochen nach Aachen kommen.

Im Hinblick auf die immer näher rückende Klausurphase bin ich noch nicht ganz sicher, ob es eine gute Idee war, gerade jetzt bei AEGEE Mitglied zu werden. Aber vor allem bin ich froh, wieder an etwas mitwirken zu können, für das ich mich begeistere, das Spaß macht und nebenbei auch noch sinnvoll ist!

Autor: Katha  |  Rubrik: studium  |  Jan 28, 2016
Autor: Katha
Rubrik: studium
Jan 28, 2016

100 erste Tage an der Uni

Einmal Kiew und zurück für 100 €

Zwei Wochen bin ich über die Weihnachtszeit durch Polen und die Ukraine gereist. Ich habe Berge erklommen, Borschtsch gegessen und Wodka getrunken. Aber wie habe ich mich eigentlich fortbewegt? Einmal Kiew und zurück mit einem Budget von weniger als 100 Euro für Transportmittel? Eigentlich war das alles ganz einfach. Der Weg ist eben das Ziel.

Zunächst sind wir von Leipzig nach Legnica in Polen getrampt, wo wir eine Freundin besuchten. Innerhalb von Polen legten wir dann auch noch einige Kilometer per Anhalter zurück. Das schöne am Trampen: Man lernt die Einheimischen kennen. Nicht nur junge Couchsurfing-Gastgeber, sondern auch ältere Menschen, die Geschichten erzählen. Die Praxis mit dem Schild hat sich für mich bewährt, alternativ ist es immer gut, an Tankstellen oder Rastplätzen rausgelassen zu werden, da kann man im Notfall immer noch jemanden ansprechen.

Neben dem Trampen haben wir natürlich auch mit dem Bus einige Kilometer gesammelt. In Polen und auch auf der Strecke von Krakau nach Winnyzja in der Ukraine. Letztere Fahrt kostete uns 29 Euro. 19 Stunden haben wir für die Strecke von knapp 700 Kilometern gebraucht. In Polen fuhren wir auf komplett leeren Autobahnen; die Grenzkontrolle ging eigentlich recht schnell. Doch auf einmal war da keine Autobahn mehr, sondern nur noch ukrainische Landstraße. Vereinzelt gab es ein paar Häuschen oder eine verlassene Bushaltestelle am Straßenrand mit kyrillischen Buchstaben, die schon schief hingen. An einer Kreuzung blockierten ein paar aufgebrachte Bauern die Straße, schwenkten die ukrainische und andere Flaggen und ließen niemanden passieren. Bus fahren? Immer ein Erlebnis!

Ebenso erlebnisreich war es, die Ukraine mit dem Zug zu erkunden. Das ist (aus westeuropäischer Sicht!) vor allem eines: billig. Drei Euro kostete uns die vier Stunden lange Fahrt von Winnyzja nach Kiew. Die Nachtzüge verkehren auch am Tag und werden dafür komplett umgebaut. Die Liegen werden zu Tischen oder Sitzbänken unter denen wiederum das Gepäck Platz findet. Die Silvesternacht verbrachten wir im Nachtzug. Die Fahrt von Kiew nach Lemberg kostete uns genauso viel, wie eine Übernachtung in einem einfachen Hostel. Die Abteile konnte man von innen abschließen, es gab Bettwäsche und Decken und Tee. Und bei leichtem Ruckeln des Wagens fanden wir uns innerhalb von Sekunden im Reich der Träume wieder.

Die Rückfahrt nach Deutschland bestreiten wir mit einer Mitfahrgelegenheit. Du willst nun auch mal den Osten erkunden? Na dann los! Die Straße wartet auf Dich!

Autor: Ferdinand  |  Rubrik: studium  |  Jan 25, 2016
Autor: Ferdinand
Rubrik: studium
Jan 25, 2016