interaktiv

100 erste Tage an der Uni

Beste Zeit des Lebens

Autor:
Katha

Rubrik:
studium

08.02.2016

Kurz vor Karneval fingen viele meiner Kommilitonen an, ernsthaft in Frage zu stellen, ob man es sich leisten kann, über das verlängerte Wochenende nach Hause zu fahren und ein wenig zu feiern, oder ob das in Anbetracht der immer näher rückenden Klausuren vielleicht eine eher kontraproduktive Idee wäre. Sicher ist eigentlich nur, dass diejenigen, die sich die Auszeit doch gönnen, ein ziemlich schlechtes Gewissen dabei haben werden. Ich habe mich als Kind einer traditionellen Karnevalsgegend natürlich ohne zu Zögern für das schlechte Gewissen entschieden und freue mich dementsprechend einerseits natürlich auf die schönen Tage zuhause, sehe mich auf der anderen Seite aber jetzt schon durch die Klausuren fallen. Halb Aachen scheint sich in einem ständigen Wechsel zwischen nur zwei Gedanken zu befinden. Erstens, dass das schon klappen wird und Studium auch irgendwo Spaß machen muss, und zweitens es wegen eigener Faulheit doch nicht vernünftig zu packen.

Ich bin Verfechterin der Theorie, dass das Studium zur besten Zeit des Lebens werden kann, wenn man sein Bestes gibt und sie auch dazu macht! Also habe ich vor, mir so viel Stress wie nötig zu machen – immerhin wurde uns die riesige Chance des kostenlosen Studierens nicht gegeben, um davon mehr Gebrauch als nötig zu machen – gleichzeitig aber auch so viel Spaß wie möglich zu haben. Denn wann werde ich nochmal die Chance haben so selbstbestimmt und frei zu leben? Ich habe keine festen Arbeitszeiten, muss nur alle paar Monate Leistungsnachweise erbringen, habe nirgendwo Anwesenheitspflicht, bin mobil und dazu noch mit einem jugendlichen, unverbrauchten und lebenslustigen Geist gesegnet. Wer dieses Potenzial nicht jetzt ausnutzt, der wird es wahrscheinlich nie wieder können. Es sei denn, er macht sich mit einer Surfschule auf den Fidschi-Inseln selbstständig. Aber das ist für die meisten von uns doch eher eine unwahrscheinliche Berufsperspektive.

Aber so ist das mit Karneval. Ab diesem Jahr werde ich – wie es unzählige Studenten schon vor mir getan haben – zumindest bis in mittelfristige Zukunft jedes Mal die Menschen verfluchen, die irgendwann einmal entschieden haben, dass die Klausurphase unbedingt in den Februar zu legen ist.

In diesem Sinne:

Kölle Alaaf!

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