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100 erste Tage an der Uni

Semester geschafft!

Mit stolzgeschwellter Brust konnte ich am vergangenen Freitag nun offiziell verkünden: Juhu ich bin kein Ersti mehr! Nach den Semesterferien kann ich gemeinsam mit meinen Kommilitonen die neuen Studienanfänger nostalgisch betrachten und an unsere eigenen ersten Schritte denken.

Trotzdem hält das Studium mich auch weiterhin auf Trab. Die Klausur in Rechtsphilosophie habe ich zwar hinter mich gebracht, aber die Tage, die ich in der Bibliothek verbringen muss, sind noch trotzdem noch nicht vorbei. Es stehen zwei Hausarbeiten an, für die ich wohl jeweils vier Wochen brauche. Das finde ich ziemlich viel. Ältere Kommilitonen sagen, dass man während der Hausarbeitenphase als Gruppe noch einmal stärker zusammenwächst, aber ich kann mir wirklich gut vorstellen, dass wir das auch ohne Hausarbeit hinbekommen hätten. Aber da müssen wir wohl durch.

Heute wurde der dreiseitige Sachverhalt für Zivilrecht auf die Online-Plattform für Studierende hochgeladen und meine Reaktion war erst einmal pure Verzweiflung. Nach der Verzweiflung kam die Resignation und danach schrieb ich ein paar lustige Nachrichten an eine meiner besten Freundinnen in Heidelberg, ob wir denn nicht einfach in den Regenwald auswandern könnten. Wir haben aber recht schnell erkannt, dass uns das Geld für den Flug nicht ausreichen würde und da wir in Europa auf die Schnelle keinen Dschungel gefunden haben, akzeptieren wir unser Schicksal.

Ich hätte nie gedacht, dass mir Unterrichtsphasen beziehungsweise Vorlesungszeiten mal mehr gefallen würden als die Semesterferien. Momentan bin ich jedenfalls dabei den Sachverhalt für Zivilrecht zu verstehen und in verständlichere Happen zu teilen. Die Bibliothek wartet also auf mich…

Autor: Bo  |  Rubrik: studium  |  Feb 10, 2016
Autor: Bo
Rubrik: studium
Feb 10, 2016

100 erste Tage an der Uni

Guten Tag, Berta!

Die zentrale Unibibliothek in Leipzig hat viele Namen. „Bib“, „Albi“ oder „Berta“ wird die Bibliotheca Albertina meistens genannt. Zunächst traute ich mich gar nicht so recht in dieses ehrwürdige Gebäude hinein. Der Bau stammt aus dem Jahre 1891 und erinnert an prunkvolle Opernhäuser mit all dem Marmor und den steinernen Treppen.

Gerade in der Prüfungszeit sind vor allem die Arbeitsbereiche der „Berta“ gut belegt. Zunächst war es für mich komisch, mich in einen Raum mit hundert anderen Studierenden zu setzen, vor mich hin zu schweigen und zu arbeiten – nun verstehe ich es. In die „Berta“ geht man, um zu studieren. Und wenn man sich wieder auf den Heimweg macht, hat man Feierabend. Ein schönes Gefühl. Die Tische und Stühle sind aus tollem Holz, es gibt viel Tageslicht und überall stehen Bücherregale. Manchmal fühle ich mich als Ersti aber noch nicht so recht wohl in den Räumen.

Wenn man eine Pause vom Lernen braucht, dann wartet das Bistro mit Kaffespezialitäten zum Wachwerden auf. Und die „Kar-Li“, eine der bekanntesten Straßen Leipzigs, mit all ihren Dönerläden, ist auch nicht weit entfernt. Aber das Beste an der Bibliothek ist, dass man überall auf Gesichter trifft, die einem in der neuen Stadt schon bekannt sind.

Autor: Ferdinand  |  Rubrik: studium  |  Feb 9, 2016
Autor: Ferdinand
Rubrik: studium
Feb 9, 2016

100 erste Tage an der Uni

Beste Zeit des Lebens

Kurz vor Karneval fingen viele meiner Kommilitonen an, ernsthaft in Frage zu stellen, ob man es sich leisten kann, über das verlängerte Wochenende nach Hause zu fahren und ein wenig zu feiern, oder ob das in Anbetracht der immer näher rückenden Klausuren vielleicht eine eher kontraproduktive Idee wäre. Sicher ist eigentlich nur, dass diejenigen, die sich die Auszeit doch gönnen, ein ziemlich schlechtes Gewissen dabei haben werden. Ich habe mich als Kind einer traditionellen Karnevalsgegend natürlich ohne zu Zögern für das schlechte Gewissen entschieden und freue mich dementsprechend einerseits natürlich auf die schönen Tage zuhause, sehe mich auf der anderen Seite aber jetzt schon durch die Klausuren fallen. Halb Aachen scheint sich in einem ständigen Wechsel zwischen nur zwei Gedanken zu befinden. Erstens, dass das schon klappen wird und Studium auch irgendwo Spaß machen muss, und zweitens es wegen eigener Faulheit doch nicht vernünftig zu packen.

Ich bin Verfechterin der Theorie, dass das Studium zur besten Zeit des Lebens werden kann, wenn man sein Bestes gibt und sie auch dazu macht! Also habe ich vor, mir so viel Stress wie nötig zu machen – immerhin wurde uns die riesige Chance des kostenlosen Studierens nicht gegeben, um davon mehr Gebrauch als nötig zu machen – gleichzeitig aber auch so viel Spaß wie möglich zu haben. Denn wann werde ich nochmal die Chance haben so selbstbestimmt und frei zu leben? Ich habe keine festen Arbeitszeiten, muss nur alle paar Monate Leistungsnachweise erbringen, habe nirgendwo Anwesenheitspflicht, bin mobil und dazu noch mit einem jugendlichen, unverbrauchten und lebenslustigen Geist gesegnet. Wer dieses Potenzial nicht jetzt ausnutzt, der wird es wahrscheinlich nie wieder können. Es sei denn, er macht sich mit einer Surfschule auf den Fidschi-Inseln selbstständig. Aber das ist für die meisten von uns doch eher eine unwahrscheinliche Berufsperspektive.

Aber so ist das mit Karneval. Ab diesem Jahr werde ich – wie es unzählige Studenten schon vor mir getan haben – zumindest bis in mittelfristige Zukunft jedes Mal die Menschen verfluchen, die irgendwann einmal entschieden haben, dass die Klausurphase unbedingt in den Februar zu legen ist.

In diesem Sinne:

Kölle Alaaf!

Autor: Katha  |  Rubrik: studium  |  Feb 8, 2016
Autor: Katha
Rubrik: studium
Feb 8, 2016