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100 erste Tage an der Uni

Traditionen

Autor:
Katha

Rubrik:
studium

05.04.2016

Jedes Jahr zu Ostern hat meine Mutter bisher den Osterhasen gespielt. Selbst als meine Geschwister und ich älter wurden, hielt sie daran fest. Selbst als ich das erste Mal über Ostern nicht mit meiner Familie zusammen war, hatte der Osterhase ein kleines Nest für mich versteckt.

Dieses Jahr war der Osterhase allerdings das erste Mal krank, sodass wir morgens nach dem Aufstehen zunächst weniger zu tun hatten, als gedacht. Mir fiel zum ersten Mal an dieser Stelle auf, dass wir wirklich Familientraditionen haben. Bisher hatte ich gedacht, dass wir abgesehen vom Weihnachtsabend wenige wiederkehrende regelmäßige Rituale haben. Doch plötzlich fielen mir auch ein paar andere Dinge ein – wie das morgendliche Brötchenholen im Urlaub, das bei uns schon fast unverzichtbar geworden ist, das ungeschriebene Gesetz, während der Tagesschau nicht zu quatschen oder der Abschiedsgruß ‚Schlaf gut‘, der, seit ich meiner Mutter eines morgens anstatt mit ‚Danke, Tschüss!‘ eben mit ‚Schlaf gut‘, antwortete, als sie mir viel Spaß in der Schule wünschte.

Der Mensch ist eben ein Gewohnheitstier. Gerade in meiner Familie, die dazu neigt sich erst dann festzulegen, wenn es um Leib und Leben geht, sind mir diese Rituale wichtig. Denn Gewohnheiten bringen ein wenig Ruhe in unser sonst so spontanes Leben. Und weil es eben ein Ritual ist, gab es am Ostersonntag natürlich doch noch Ostereier. Zwar etwas später als sonst, aber der Osterhase hat an dem Tag ja auch wahnsinnig viel zu tun.

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