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Was tun nach dem Abi?

Denken Sie wirklich, dass Philosophen einen Einfluss auf die Gesellschaft haben?

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Rubrik:
orientieren

10.09.2008

So oder ähnlich, wie in der Überschrift, war der Wortlaut einer Frage eines der beiden Professoren, mit denen ich mich eine halbe Stunde beim Eignungsfeststellungsverfahrens der LMU München unterhalten durfte. In meiner Bewerbung hatte ich nämlich folgendes geschrieben: „Dass Philosophen und Philosophien in der Vergangenheit den Wandel entscheidend geprägt haben und es genauso auch heute tun, ist mir im Studium der Geschichte und verschiedener Bücher über die Geschichte der Philosophie bewusst geworden."

Um diese These zu verteidigen, denn der Professor schien das nicht glauben zu wollen, nannte ich Platon und das Christentum, Kant und die Wissenschaft, Marx und den Sozialismus. Immer noch skeptisch schaute er seinen Kollegen an und dieser sagte, dass man es durchaus so sehen könne.

Und so übernahm der andere, mir wohler gesonnene Prof, auch das Wort und bemerkte, dass ihm folgender Satz in meinem Schreiben gut gefallen habe: "Für meinen Drang zum Verstehen, des Wieso und Warum halte ich ein Studium der Philosophie als prima ratio."  Das sei ein gelungenes Wortspiel ...

Insgesamt war ich von diesem Gespräch eher enttäuscht. Doch wahrscheinlich nur deshalb, weil ich zuviel erwartet hatte. Ich bin einer von vielen, vielleicht hundert, die sich da beworben haben. Dass diese beiden Professoren jetzt nicht versucht haben, alles was in meinem Schreiben stand anzusprechen, sondern mich eher kritisch betrachteten - es kam mir teilweise wie ein Verhör vor - muss und kann ich auch verstehen.

Ich schaute mir die Stadt mit ihren tollen Museen noch zwei Tage an und machte mich dann auf, noch zwei weitere Städte und ihre Universitäten zu besichtigen - Jena und Leipzig.

PS: Soviel sei schon gesagt, eine Zusage fand ich dann schon wenige Tage später im Briefkasten.

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