Logo Bundesagentur für Arbeit
Logo Bundesagentur für Arbeit
  • Drucken
  • Versenden
  • PDF (Öffnet sich in neuem Fenster)

Kategorien

100 erste Tage an der Uni

Tanz in den Mai

Meine Lerngruppe ist ein ziemlich bunter Haufen. Vom absoluten Dorfkind bis zum Städter ist alles dabei. Als Vertreterin der ländlichen Fraktion überraschte ich die Städter mit der Tradition des Maibaumsetzens. In meiner Heimat wird in der Nacht zum ersten Mai traditionell eine mit bunten Bändern geschmückte Birke vor das Haus der Liebsten gestellt. Da diese Bäume allerdings auch völlig legitim geklaut werden dürfen, muss der Maibaumsetzende entweder bei der Befestigung der Birke am Haus kreativ werden, Wache stehen oder das Risiko in Kauf nehmen, am nächsten Morgen bei seiner Liebsten nicht mit einem Maibaum aufwarten zu können. Seit der Jahrtausendwende ist es außerdem Brauch, dass in Schaltjahren nicht die Jungs, sondern die Mädels an der Reihe sind, ihren Lieben den Maibaum zu setzen.

Nachdem mein Freund im vergangenen Jahr also einen wunderschönen Baum vor unserem Wohnzimmerfenster aufgestellt hatte, war dieses Jahr ich an der Reihe. Das Problem war, dass wir für den Abend verabredet waren, er von der Aktion aber ja nichts mitbekommen darf. Mit der Hilfe meiner Schwester klügelte ich einen fast perfekten Plan aus, um ihn trotz der Verabredung noch überraschen zu können. Meine Schwester und ich fuhren kurzerhand in den Wald, fällten eine Birke und schnallten sie auf die eigentlich für Surfbretter ausgelegten Dachgepäckträger des Autos. Mit Maibaumschmuck und Kabelbindern bewaffnet, warteten wir auf das Stichwort seiner Mutter, die uns Bescheid gab, sobald sich mein Freund in sein Auto geschwungen hatte, um zu mir zu fahren. Dann klemmten wir den Baum mit Kabelbindern kurzerhand an die Regenrinnenhalterung hinterm Haus und sprangen wieder ins Auto. Um uns etwas Zeit zu verschaffen, hatten wir meinen Freund im Vorhinein gebeten, noch ein Buch abzuholen und so kamen wir fast zeitgleich bei meinem Elternhaus an. Die Überraschung war geglückt und er freute sich am nächsten Tag riesig über seinen ersten Maibaum.

Autor: Katha  |  Rubrik: studium  |  Jun 6, 2016
Autor: Katha
Rubrik: studium
Jun 6, 2016

100 erste Tage an der Uni

Schluss mit Jura

Ich beende mein Jura-Studium. Diese Entscheidung habe ich getroffen, als ich meine Hausarbeit zurückbekommen habe. Ich habe nur zwei Punkte erreicht und bin damit durchgefallen. Viele werden meine Entscheidung für eine Kurzschlussreaktion halten, doch das stimmt nicht. Ich renne nicht vor dem Studium und den damit verbundenen Herausforderungen weg. Ich treffe für mich die Entscheidung, die mich glücklich macht. Das Erste, was ich empfand, als ich die Hausarbeit zurückbekam, war Erleichterung. Ich wusste, dass ich mich jetzt nicht mehr mit der Frage herumquälen musste, ob ich das Studium wirklich abbrechen soll. In diesem kurzen Moment war mein Kopf ganz klar. Vier Wochen Arbeit hatten einfach nicht gereicht und wahrscheinlich würde es in Jura für mich sehr oft nicht reichen. Bin ich bereit, konsequent acht Stunden am Tag zu lernen, um danach das Gefühl zu haben, dass ich es immer noch nicht hinbekomme? Nein, das kann und will ich nicht. Jura war für mich ein Experiment und das Ergebnis war negativ. Hinfallen, aufstehen, Krone richten und weitergehen. Was bringt es, verzweifelt an etwas festzuhalten, was einfach nicht zu mir passt? Stattdessen schaue ich viel lieber in die Zukunft. Mit Jura anzufangen war kein Fehler, es war einfach eine sehr kurze Etappe in meinem Leben – und jetzt beginnt eine Neue.

Autor: Bo  |  Rubrik: studium  |  Jun 1, 2016
Autor: Bo
Rubrik: studium
Jun 1, 2016

100 erste Tage an der Uni

Berlin

Als uns ein kanadischer Freund meines Freundes sagte, dass er aus beruflichen Gründen nach Berlin kommen würde, war unsere Freude darüber so groß, dass wir beschlossen, ebenfalls nach Berlin zu reisen.

Der 30-Euro-Flug hin und die 20-Euro-Bahnfahrt passten zwar finanziell ganz gut zu unseren Studentenportemonnaies, brachten uns aber auch dementsprechende Reisezeiten. Los ging es um drei Uhr morgens, sodass wir pünktlich bei Tagesanbruch in Berlin aus dem Flieger stiegen, wo wir unseren Bekannten und seine Arbeitskollegen trafen. Da ich ja ein Jahr im französischen Elsass verbracht habe, steht es um mein Französisch eigentlich gar nicht so schlecht. Vor allem kenne ich mich auch mit undeutlichem französischem Genuschel aus, seit ich bei der Arbeit im Altenheim ungefähr täglich mit Senioren konfrontiert war, die mit mir über Gott und die Welt sprechen wollten. Dennoch hatte ich zuerst ernsthafte Probleme, die Kanadier aufgrund ihres Akzentes zu verstehen. Sobald ich mich allerdings etwas daran gewöhnt hatte, empfand ich den Dialekt als durchaus sympathisch. Vielleicht lag das auch daran, dass die Kanadier unglaublich offen und nett waren. Letztendlich war der Trip nach Berlin eine wirklich tolle Zeit, die wieder um drei Uhr morgens bei uns zu Hause endete.

Autor: Katha  |  Rubrik: studium  |  May 30, 2016
Autor: Katha
Rubrik: studium
May 30, 2016