interaktiv

100 erste Tage an der Uni

Tagaktiv

Autor:
Katha

Rubrik:
studium

28.06.2016

Manchmal werde ich von meinen Kommilitonen oder Freunden dafür beneidet, dass ich offensichtlich morgens der fitteste Mensch der Welt bin und kaum Stress mit dem Aufstehen habe. Dafür bin ich auch sehr dankbar. Damit einher geht allerdings auch, dass ich abends immer müde bin. Sobald es auf 20 oder 21 Uhr zugeht, kann ich einfach nicht mehr produktiv arbeiten. Im Gengensatz zu meinem Mitbewohner, der sich völlig entspannt die ganze Nacht um die Ohren schlagen kann, wenn Klausuren oder Präsentationen anstehen, und dabei auch noch wirklich effizient ist.

Praktisch sind diese Eigenheiten für den Tagesablauf in unserer WG auf jeden Fall. Denn obwohl wir uns zu dritt eine Dusche teilen, hatte ich noch nie das Problem, dass das Bad morgens besetzt war als ich gerade rein wollte. Auf der anderen Seite ist es aber relativ schwierig, spontan mit meinen Mitbewohnern ins Quatschen zu geraten, weil ich sie schlicht nicht sehe. Morgens schlafen sie noch, dann bin ich bis abends in der Uni und habe danach meistens noch etwas vor. Wenn ich dann heim komme, falle ich direkt ins Bett. Und am Wochenende sind wir alle drei fast nie in Aachen. Trotzdem schaffen wir es ab und an, gemeinsam zu kochen oder einen Film zu schauen, wobei ich immer wieder merke, wie viel Glück ich hatte, in diese WG einziehen zu können. Wir verstehen uns nach wie vor richtig gut und das, obwohl wir vor meinem Einzug nur einmal geskypet haben. Damals war ich noch bei meinem Freiwilligendienst in Frankreich und hatte kein Internet in meinem Zimmer. Ich saß deshalb in der Sakristei des angeschlossenen Klosters, durch die in unregelmäßigen Abständen Nonnen liefen, während ich mehr oder weniger vergeblich versuchte, weder das große Holzkreuz auf der einen, noch das bereitliegende Priestergenwand auf der anderen Seite im Bildschirm erscheinen zu lassen.

Ich glaubte damals aufgrund der kuriosen Situation nicht an einen Erfolg. Im Endeffekt fanden wir uns aber dann doch sympathisch und nun leben wir inzwischen seit sieben Monaten in einer wirklich angenehmen WG zusammen.

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