interaktiv

100 erste Tage an der Uni

Die Sorben an der Uni Leipzig

Autor:
Ferdinand

Rubrik:
studium

05.07.2016

In meinem Auslandsjahr in Prag traf ich das erste Mal eine Sorbin. Aber was genau zeichnet eigentlich dieses Völkchen aus, von dem viele Deutsche kaum etwas mitbekommen?
Die Sorben sind eine nationale Minderheit in Deutschland. Sie leben im östlichen Sachsen in der Lausitz, an den Grenzen zu Tschechien und Polen, und gelten als das westlichste slawische Volk. Auch Leipzig war einmal von Sorben bewohnt. Die Muttersprache vieler Kinder in der Lausitz ist bis heute tatsächlich Sorbisch, wobei es ein Unter- und ein Niedersorbisch gibt. Es gibt natürlich einige deutsche Einflüsse auf die Sprache, aber ohne Kenntnisse einer slawischen Sprache ist sie trotzdem nicht zu verstehen.
Da die rund 60.000 Sorben unter das Minderheitenschutzgesetz fallen, gibt es zudem verschiedene Sonderregelungen: So sind etwas die Straßenschilder in der Region von Bautzen und Cottbus zweisprachig und vor Gericht oder auf dem Standesamt darf auch Sorbisch gesprochen werden. Und an der Uni Leipzig gibt es das Institut für Sorabistik. Hier werden vor allem junge Lehrer für die Sprache ausgebildet.
Soweit ich mitbekommen habe, sind die Sorben sehr stolz auf ihre Herkunft. Es gibt sorbische Schulen, Zeitungen und Fernsehsendungen. Und in der Regel sprechen sie auch untereinander sorbisch, obwohl sie natürlich auch fließend deutsch können. Ich genieße es, manchmal in der Mensa den Sorben zu lauschen und zu merken, dass ich mit meinen Tschechisch-Kenntnissen doch einiges verstehe. Demnächst werde ich wohl auch einmal einen Ausflug in die Lausitz unternehmen.

Diesen Artikel teilen

Diese Webseite verwendet Cookies und das Webanalyse-Tool Matomo. Das hilft uns, dir ein gutes Nutzungserlebnis zu bieten und unsere Website zu verbessern. Wenn du durch die Seiten surfst, erklärst du dich hiermit einverstanden. Hier erfährst du mehr über die Nutzung deiner Daten und Möglichkeiten zum Widerspruch.