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100 erste Tage an der Uni

Modernes Prüfsystem

Autor:
Katha

Rubrik:
studium

29.08.2016

Das Mechanik-Institut hat sich für die Klausuren etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Man hat sich überlegt, dass es doch viel einfacher wäre, wenn man die Klausuren von Computern korrigieren lassen würde. Dafür wurde extra ein kompliziertes neues Prüfsystem entwickelt. So können sich die Mitarbeiter des Instituts ganz entspannt zurücklehnen, während eine Software für sie die Klausuren korrigiert. Und auch die Studierenden müssen in der Klausur nur noch einen Wert in ein dafür vorgesehenes Feld am Computer eintippen und nicht einmal mehr einen Taschenrechner mit zur Klausur nehmen, da sie den vorinstallierten Taschenrechner am Computer benutzen dürfen. Das klingt toll, das klingt modern, dieses neue System!
Ist es auch – so lange man als Studierender dazu in der Lage ist, ein Gleichungssystem mit neun Unbekannten garantiert fehlerfrei zu lösen und das Ergebnis, bestehend aus etwa zwölf Variablen, sicher und schnell in einen völlig ungeeigneten Taschenrechner einzutippen. Ansonsten gibt es leider null Punkte – und man hat etwa 25 Prozent seiner Zeit auf diese Aufgabe verschwendet. Aber solange die Studierenden keine Fehler machen, ist das Prüfsystem wirklich ein Traum.
Blöderweise kann ich das besagte Gleichungssystem häufig nicht fehlerfrei lösen. Ich gehöre eher zu der Kategorie, die garantiert irgendwo einen Vorzeichendreher reinbringen oder aus Zeitdruck ein Komma falsch abschreiben. So kann die Aufgabe aus mechanischer Sicht völlig richtig gelöst worden sein – und trotzdem mit null Punkten bewertet werden. Ich bin also schon sehr auf diese moderne Prüfung gespannt.

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